Weinfest in Heimersheim:
Buntes Treiben beim Bauern- und Handwerkermarkt
Und rein ins mittelalterliche Getümmel
Heimersheim. Mit seinem flotten Mundwerk animierte der „Mäusemann“ Walter Rath Kinder und Erwachsene, einen Taler auf eine seiner Wüstenrennmäuse „Wotan“, „Thor“ oder „Odin“ zu setzen. An der „Kreiselei“ von Brigitte Rath aus Wetzlar galt es zunächst, ein Feld zu bestimmen, danach den Kreisel zu drehen und mit Glück sein Feld wieder zu treffen. Als Hauptpreis winkten Anhänger, kleine Strümpfchen und süße Beutelchen. Im Hof des Hotels zum Stern feierte Zuberkönig Mariö standesgemäß. Bei nicht unbedingt hitzigen Temperaturen verharrte das Mitglied der Feytaler Ritterschaft den ganzen Tag im lauwarmen Wasser des geliehenen Badezubers. Und auch der zwischenzeitliche Regen von oben machte ihm nichts aus. Ob er denn irgendwann auch mal sauber sei, wollte eine Besucherin wissen. „Körperlich schon, aber gedanklich nicht“, so Mariö, der Zuberkönig. Nur wenige Schritte entfernt hatten Landsknechte zu Köln ihr Lager aufgeschlagen, um von der fünf Meter langen Pike über Ritterschwerter bis hin zum Katzenbalger ihr Waffenarsenal auszustellen. In der Brettchenweberei gab es eine Jahrhunderte alte Tradition zu bestaunen.
Rallye durch die Höfe
Erstmals konnten die jüngsten Besucher bei einer Rallye durch die Höfe teilnehmen. Mit ihren Zetteln machten sich mehrere Hundert Kids auf die Suche nach dem Lösungswort.
Auch die örtlichen Vereine waren mit von der Partie: Geöffnet waren der „Kesselflickerhof“, der Gasthof „Zur Alten Wache“ oder die „Sängerschenke“ geöffnet, um vielerlei Gäste mit schmackhaftem Wein, geräuchertem Fisch, Küchlein und auch gegrillten Würstchen zu verwöhnen. Im Königinnen-Hof von Maria I. (1967/68) und Julia I. (2000/01) servierte man „Flammkuchen und Gesöff“, und bei den Kellerkindern steckte der Duft von frischem Backesbrot an. Die Heimersheimer Sänger boten Bardenschmaus und Bardenhappen an. Wie so oft in den Höfen war es der Weißwein, der bei den hitzigen Temperaturen am Festwochenende am besten ankam.
Der Ortsverband Bad Neuenahr-Ahrweiler des Deutschen Roten Kreuzes war unermüdlich im Einsatz. Anders als in den Vorjahren blieb es dieses Mal erstaunlich ruhig im eigens eingerichteten Lazarett im Heimersheimer Feuerwehrhaus. Die Hitze im Vorjahr war für einige Gäste in Kombination mit Alkohol zu viel. Das galt auch für die Polizei, die zu später Stunde so gut wie keine Zwischenfälle vermelden konnte.
Angenehm war der Sonntagabend, als der Charme des mittelalterlichen Weinfestes einmal mehr deutlich wurde und in den liebevoll hergerichteten Hinterhöfen von Mönchen und Bauern oder im Gedränge auf dem Marktplatz noch einmal die große Sause stieg. Ein Höhenfeuerwerk bildete den Abschluss des Wochenendes. Und auf der Bühne am Marktplatz unterhielt die Schar der „Spielleyt“ die Besucher.
Erstmals ins Heimersheimer Getümmel hatten sich die Sauenscheucher der Formatio „Porcae Pellere“ und die Artistinnen der „Luscinia Obscura“ gestürzt.
