Politik | 08.08.2014

Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung kündigt Bieterverfahren für August an

Château de Luxe bleibt ein Luftschloss

Aus der Traum für Alfredo Pauly: Mittlerweile hat er die ehemalige Weinbauschule geräumt. RERE

Walporzheim. Aus der Traum für Alfredo Paulys „Château de Luxe“: Vom 15. August bis 28. November wird es ein neues Bieterverfahren geben, wie der zuständige Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) gegenüber Blick Aktuell bestätigte.

Nach Angaben des LBB soll das Mindestangebot für das Objekt auf dem Gelände der ehemaligen Weinbauschule in Walporzheim 2,5 Millionen Euro betragen. Nun beginnt die Suche nach einem Käufer. Modezar Alfredo Pauly habe das Gelände mittlerweile vollständig geräumt, heißt es seitens des LBB. Die Illusion vom „Château de Luxe“ ist nun damit endgültig besiegelt.

Fehlende Genehmigungen

Im September 2013 war der LBB von dem mit Pauly 2009 geschlossenen Kaufvertrag zurückgetreten.

Der Grund: Pauly hat die nötigen Baugenehmigungen nicht beigebracht. „Wir haben Herrn Pauly bereits zweimal die Frist, eine Baugenehmigung beizubringen, verlängert. Einer dritten Bitte um Fristverlängerung haben wir nicht mehr zugestimmt“, sagte Markus Ramp, Pressesprecher der LBB, gegenüber Blick Aktuell. Der LBB hat den von Pauly treuhänderisch hinterlegten Kaufpreis in Höhe von 1,84 Millionen zurückbezahlt.

Eine schier unendliche Geschichte scheint damit nun zu Ende zu gehen. Bereits 2009 hatte der Pelzdesigner den Kaufvertrag mit der Absicht, ein Luxusschloss für seine edle Kundschaft zu errichten, unterschrieben.

Außer großspurigen Berichten, wie sein Château einmal aussehen soll, war aber offenbar alles doch nur heiße Luft.

Der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung hatte daraufhin angekündigt, noch in diesem Jahr ein neues Bieterverfahren eröffnen zu wollen. Ein neuer Käufer für die ehemalige Landeslehr- und Versuchsanstalt (LLVA) soll somit in jedem Falle gefunden werden - und damit auch neue Ideen für die Liegenschaft.

Das Ziel sei, so Pressesprecher Ramp, eine Neuvermarktung der Liegenschaft.

Baurechtlich findet der künftige Besitzer eine so genannte Angebotsplanung vor, die nicht an das konkrete Objekt gebunden ist. Bis ein neuer Eigentümer gefunden ist, fühlt sich der LBB für die Pflege des Grundstücks verantwortlich.

Luxusschloss oder Luftnummer?

Rückblick: 2007 erhielt Pauly den Zuschlag für den denkmalgeschützten Komplex der Weinbauschule, die das Land zum Verkauf ausgeschrieben hatte. Er setzte sich seinerzeit unter 30 Mitbewerbern durch. Sein Konzept zielte auf ein Luxusschloss mit viel Prunk. Ferner sahen seine Pläne einen Park nach dem Vorbild französischer Schlossgärten vor. Von Investitionskosten in Höhe von 7 Millionen Euro war die Rede. Mit seinem Konzept vom Edeldomizil überzeugte er auch den damaligen Bürgermeister, Hans-Ulrich Tappe. Auch das Land hat lange an die Aussagen von Alfredo Pauly festgehalten. Aber Jahre gingen ins Land, und es passierte herzlich wenig. Für sein Versailles an der Ahr, das „Château de Luxe“, wurde die Luft immer dünner. Im Sommer des letzten Jahres stand die vor sieben Jahren geborene Idee plötzlich samt Grundstück und Immobilien im Internet zum Verkauf bereit. Für 2,75 Millionen suchte das Immobilienbüro Engel & Völkers einen Investor, der das Konzept des Nobelhotels mit Villen, Schönheitsklinik, Gourmettempel und Konzertsaal im Stile der Sixtinischen Kapelle bauen sollte. Der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung hatte 2009 mit Pauly einen Kaufvertrag für die ehemalige Weinbauschule bei Walporzheim geschlossen. Der LBB trat von diesem Vertrag aber letzten September zurück. Auch der Versuch Paulys, das Grundstück per Immobilienbüro weiterzuverkaufen, wurde damit gestoppt. Der Vertrag zwischen dem LBB und Pauly enthielt zwei aufschiebende Bedingungen, wovon der Modezar lediglich den neuen Bebauungsplan 2012 beigebracht hat. Die zweite Bedingung, die die rechtskräftige Baugenehmigung nachweist, wurde jedoch nicht erfüllt. So beginnt nun die Suche nach einem Käufer.

Aus der Traum für Alfredo Pauly: Mittlerweile hat er die ehemalige Weinbauschule geräumt. Foto: RERE

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