Allgemeine Berichte | 27.10.2014

Hutengemeinschaft St. Ursula renovierte in Eigenleistung

DEO-Kapelle feierlich bei Hutenfest eingesegnet

Wie Hutenmeister Peter Müller betonte, soll die Kapelle der Öffentlichkeit tagsüber zugänglich gemacht werden.

Ahrweiler. In den städtischen Ratsprotokollen ist am Freitag, 1. März 1619 vermerkt: „Gerhard Sack hat einen städtischen Dill, der bei dem Heiligenhäuschen am Obertor gelegen hat, über den Mühlenteich gelegt, um Mist darüber zu fahren …“. Zwar weiß niemand, wie dieses Heiligenhäuschen ausgesehen hat, aber man weiß, dass 233 Jahre später die heutige DEO-Kapelle erbaut wurde und der hl. Ursula gewidmet wurde. Nachdem die Kapelle den 1. Weltkrieg überstanden hatte, musste eine grundlegende Sanierung im Jahre 1928 durchgeführt werden. Die Unterhaltung der Kapelle und die Wartung wurden dabei immer von der Nachbarschaft übernommen, bis im Jahre 1965 erneut der Zahn der Zeit nagte und eine weitere Instandsetzung erforderlich war. Damit trat man dann an die Hutengemeinschaft heran, welche die Kapelle somit in ihre Obhut nahm. Dabei wurden dann auch die Fenster renoviert und zeigen heute die hl. Ursula sowie den Heiligen Judas Thaddäus.

Im Jahre 1967 wurde die Kapelle dann von Dechant Josef Zenz eingesegnet. Nach rund weiteren 40 Jahren stellte ein Beweissicherungsgutachten anlässlich des Baus des Kreisels am Silberberg fest, dass der Untergrund der Kapelle völlig aufgeweicht war. Das war dann auch die Ursache dafür, dass sich die Außenwände bereits abgesenkt hatten und viele Fließen im Randbereich gebrochen waren. Dringender Handlungsbedarf und auch Beratungsbedarf war gegeben, denn die Kapelle steht auf städtischem Grund und Boden.

Mit Bürgermeister Guido Orthen war man sich schnell dahin gehend einig, dass die Hutengemeinschaft aufgrund ihrer gegebenen Versprechungen sich in der Pflicht sah, die notwendigen Arbeiten durchzuführen. Nach einem Bericht eines Ingenieurbüros lag der Kostenaufwand bei rund 35.000 Euro, ein Betrag, den die Hutengemeinschaft jedoch so nicht stemmen konnte.

Aus diesem Grunde setzte man sich zusammen und beim Hutenfest 2012 konnte eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet werden, wo die Renovierung in Angriff genommen werden konnte. Umso größer war die Freude bei Hutenmeister Peter Müller beim diesjährigen Hutenfest am vergangenen Samstag, als Dechant Jörg Meyrer das Kapellchen feierlich einsegnete. Dabei erläuterte der Dechant, dass auch er nochmals nachschauen musste, wofür der Heilige Judas Taddäusz denn nun im Himmel zuständig sei. Und siehe da, er hat keine besondere Aufgabe, sondern ist für die ganz schwierigen und hoffnungslosen Fälle vorgesehen. Nach einer Rezitation aus dem Psalm 122 segnete der Dechant das Gebäude im Beisein von Landrat Dr. Jürgen Pföhler und zahlreichen Mitgliedern der Hutengemeinschaft feierlich ein.

Bauleiter Heiner Fuhs ging im weiteren Verlauf des Festaktes dann auf die Umbauarbeiten ein, welche im Juli 2013 begannen, die Kapelle musste leer geräumt und im Außenbereich freigelegt werden.

Hierzu wurde durch die Helfer ein Graben um die Kapelle gezogen, in den dann für die Unterspritzungsarbeiten 150 Sack Zement eingebracht wurden. Im Anschluss daran begann mit den Außenarbeiten, also der Erneuerung des Dachstuhls. Die aufwendigste Arbeit war aber die Sanierung der Eingangstür, die sehr viel Arbeitsaufwand und Geld verschlang. Die komplette Außen- und Innenfassade sowie der Fußboden wurde fachgerecht erneuert. Nachdem ein neuer Estrich verlegt worden war, kamen die alten Platten wieder an ihre ursprüngliche Stelle zurück. Auch das Dachkreuz wurde abgenommen und fachmännisch restauriert und schon bald ging es an den Innenraum, denn die Innenbänke mussten aufgearbeitet werden und Kreuz sowie Altarfigur wurden fast wieder in den Originalzustand versetzt. Heiner Fuhs dankte dabei allen Helfern und den zahlreichen Sponsoren in der Handwerkerschaft, welche zig Stunden hier unentgeltlich geholfen hatten, um der Kapelle wieder ihren alten Glanz zurückzugeben.

Der Chronist der Hutengemeinschaft, Armin von Ameln verwies im Rahmen der weiteren Rede noch auf die neue Statue der hl. Maria Mutter der Schmerzen, welche in Österreich aus Zirbelkiefer geschnitzt wurde und nun ebenfalls in der Kapelle steht.

Mit einem zünftigen Frühschoppen endete dann das diesjährige Hutenfest, welches am frühen Morgen mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Laurentius von Ahrweiler begonnen hatte.

Die Einsegnung der Kapelle erfolgte dann beim diesjährigen Hutenfest. FIX

Die Einsegnung der Kapelle erfolgte dann beim diesjährigen Hutenfest. Fotos: FIX

Wie Hutenmeister Peter Müller betonte, soll die Kapelle der Öffentlichkeit tagsüber zugänglich gemacht werden.

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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