Politik | 22.07.2013

Dem Wild im Winter über die Notzeit helfen

Leserbrief zum Thema „Rotwildbestände im Kesselinger Tal“

„Es ist eine Umdeutung der Untersuchungsergebnisse, wenn als Todesursache für die gefundenen Tiere nun der Parasitenbefall genannt wird. Jeder, der mit einer Portion „Hausverstand“ versehen ist, weiß, dass - ob Mensch oder Tier - halb verhungerte Individuen keinerlei Abwehrkräfte mehr haben und sich somit unter anderem Parasiten vermehren können, weil die Immunkräfte fehlen. Bereits in der früheren „DDR“ wurde in einer Untersuchung festgestellt, dass viele wild lebende Wiederkäuer Parasiten in sich tragen, welche aber keinerlei Einfluss auf den Gesundheitszustand haben, solange die Tiere normal genährt sind. Man wundert sich im Ministerium, dass die Pansen (Mägen) der untersuchten Tiere „gut mit Grünfutter gefüllt“ waren - ja, wenn man nicht zuhört, muss man sich wundern! Sowohl ich als Kreisjagdmeister als auch der Kreisbauernverband hatten doch öffentlich darauf hingewiesen, dass das Rotwild die Futtermieten der Landwirte aufsuchte, die Abdeckplanen der Grassilage zerstörten und sich an der Silage der Bauern zu ernähren suchte. Dort wurden sie natürlich immer wieder vertrieben (verständlich aus Sicht der Landwirte) - ist das etwa kein Stress?

Wir Jäger wollen nicht nur zu einseitigen Maßnahmen zur Abschusserhöhung gezwungen werden, sondern wir fordern auch eine vernünftige Möglichkeit, dem Wild mittels Heu und Grassilage im Winter über die Notzeit helfen zu können. Dies soll vor Ort in den Hegegemeinschaften entschieden werden können - und nicht am grünen Tisch in Mainz! Denn nur vor Ort ist die richtige Beurteilung der z.B. klimatischen Verhältnisse oder auch des vorhandenen natürlichen Futters möglich. Das führt dann auch zu geringeren Wildschäden, ob bei den Landwirten oder auch im Forst. Bekannt ist uns, dass die Rotwildbestände in Teilbereichen des Kerngebietes zu hoch sind. Dies ist aber nicht alleine die Folge von zu geringem Abschuss in der Vergangenheit, auch die besondere Lage der Reviere rund um Kesseling trägt dazu bei, dass das scheue Rotwild zwischen Ahrtourismus im Norden, Nürburgring im Westen, Autobahn 61 im Osten und B 412 im Süden als vielbefahrene Bundesstraße zum Nürburgring sich in dieses waldreiche Gebiet zurück zieht. Wo soll die größte heimische Tierart denn leben dürfen, wenn nicht in solchen ruhigen Rückzugsgebieten wie dem genannten Bereich? Dort die gleichen Maßstäbe anzuwenden, wie im Durchschnitt des Lebensraumes wird den tatsächlichen Verhältnissen und dem Wild nicht gerecht und ist praxisfern!

Wenn dann, wie im vergangenen Winter eine Futterknappheit eintritt, ist es nach Auffassung der hiesigen Jägerschaft ein Gebot und eine Verpflichtung dem Wild gegenüber, es in der Not mit Erhaltungsfutter zu füttern.

Im Übrigen wurden die Abschüsse im zurückliegenden Jagdjahr sogar übererfüllt! Und die Jägerschaft ist weiterhin bereit, mit jagdlichen Mitteln den Bestand zu senken - aber eben mit jagdlichen Mitteln, und nicht durch Verhungern lassen!

Joachim Polch, Kreisjagdmeister

des Landkreises Ahrweiler

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