Jahresausstellung der Are-Gilde in der Synagoge Ahrweiler
Der Prozess der Kunst
Vom 30. November bis 8. Dezember
Ahrweiler. Den Künstler drängt es, die Kunde seiner Idee, seines „Eigenen“, in eine sichtbare Form zu bringen. Manchmal installiert oder inszeniert er das im öffentlichen Raum, aber meist spielt sich der Schaffensprozess im „stillen Kämmerlein“ ab, das heißt, in seinem Atelier ohne Zuschauer. C.D.Friedrich hat sogar die Fenster seines Ateliers im unteren Bereich mit Holzplatten verdeckt, um nicht von der realen Außenwelt abgelenkt zu werden. Das Ergebnis des künstlerischen Prozesses aber wird seit jeher nach dem „Firnissen“ (vernir, frz. = glasieren, lackieren) zur Betrachtung freigegeben, manchmal hat der Künstler das Aufbringen des abschließenden klaren Schutz“film“ mit Freunden und Auftraggebern vor der Ausstellungseröffnung gefeiert. So nannte man später die Ausstellungseröffnung Vernissage. Allerdings steckt auch das Lateinische „ver, veris“ (= Frühling) darin. Meist fanden diese Ausstellungen im Frühling statt, um die „Winterproduktion“ zu zeigen.
Der Betrachter ist Resonanz
Auf jeden Fall braucht der Künstler nach Abschluss seiner Offenlegung seiner Idee Betrachter seiner Werke und Resonanz: Zustimmung, Ablehnung, Kritik, Gespräch; denn der Künstler bleibt ja auch nach seinem momentanen Ergebnis weiterhin im künstlerischen Prozess und Schaffen, denn seine Werke sind nur „Stationen“ auf seinem Weg der Idee, deren Endgültigkeit nie erreicht wird. Ansonsten wäre ja sein Ziel erreicht und sein Schaffen beendet.
Die Ausstellung
Die Künstler der Are-Gilde stellen nun ihre Werke in der Synagoge Ahrweiler aus, um diese möglichst vielen Betrachtern zu zeigen. So können Betrachter untereinander ins Gespräch gelangen oder mit dem Künstler, manch einer möchte auch das Werk dauerhaft in seiner Nähe haben und erwirbt es, weil er darin Identität seiner Idee sichtbar findet. Interessant ist die Ausstellung, weil hier eine Gruppe von Künstlern verschiedensten Alters (von jung bis alt), vielfältiger Ideen und unterschiedlichster Ausrichtungen (von naturalistisch über expressiv und surreal bis abstrakt) ein breites Spektrum von Ideen in ihren Werken formuliert hat. Stil, Material, Arbeitsweise und Intention sind in spannender Vielfalt anzutreffen, so dass sicherlich jeder etwas für seine Betrachtung und für eine intensive Auseinandersetzung findet. Malerei, Grafik, Bildhauerei und anderes mehr sind vertreten.
Persönliche Begegnung
Die Jahresausstellung der Are-Gilde ist seit Jahrzehnten Tradition und von zahlreichen Besuchern immer wieder neugierig angenommen, weil die Mitglieder am Ende eines jeden Jahres uneingeschränkt ihre neuen Werke präsentieren und so neue Ideen kundtun, das heißt, sichtbar in Bild, Plastik, Objekt dem Betrachter. Werke erschließen sich natürlich wesentlich einfacher in persönlicher Begegnung.
Vernissage am 29. November
Deshalb sind die Künstler auch bei der Vernissage am 29. November, um 20 Uhr dabei und freuen sich auf Gespräche, worin die Kunde ihrer Ideen in kritischem Betrachten lebendig gegenwärtig wird. Dann wird aus der Kun-de endgültig Kun-st. Aber dazu braucht es unbedingt den Betrachter! Ausstellungszeit: 29. November bis 8. Dezember 2013. Der Eintritt ist frei! Öffnungszeit: 14 bis 18 Uhr. Ausstellungseröffnung: 29. November, um 20 Uhr.
Lichtmalerei von Werner Mertens. Foto: Werner Mertens
