Herbstkonzert
Die Kirchdauner begeistern mit musikalischer Vielfalt
aus Bad Neuenahr -Ahrweiler
Bad Neuenahr - Ahrweiler. Von klassischer Musik über Jazz und Filmmusik bis zu modernen Pop-Hits: Die Kirchdauner Dorf-Musikanten boten ihrem Publikum am 24. Oktober einen abwechslungsreichen Konzertabend. Im voll besetzten Saal überzeugte das 16-köpfige Ensemble unter der Leitung von Christian Gerling mit musikalischer Qualität, Spielfreude und einem Programm, das viele Stilrichtungen miteinander verband. Da war der Konzertmarsch „Domi Adventus“, „Zeitlos“ von Viera Blech und klassische Werke, deren vertraute Gestalt plötzlich neue Konturen bekamen. Händels „Halleluja“ verband den feierlichen Charakter des Originals mit einem funky Groove. Mozart bewegte sich zwischen modernen Rhythmen und klassischen Passagen. Der „König der Löwen“ brachte die Bilderwelt des Kinos auf die Bühne, George Gershwin und eine Big-Band-Fassung von „When the Saints“ sorgten für Jazz und Dixieland. Mit „Total Eclipse“, „Uptown Funk“ und Stevie Wonders „Sir Duke“ rückten Pop und Funk näher. Es waren unterschiedliche Anforderungen, auf die das Orchester jeweils neu reagierte. Gerade in den solistischen Passagen wurde deutlich, wie viel individuelle Qualität in der kleinen Besetzung steckt. Die Konzentration auf der Bühne war spürbar, doch die Freude an der Musik blieb sichtbar. Einen besonderen Akzent setzte das Daft-Punk-Medley. „Get Lucky“, „One More Time“ und „Harder, Better, Faster, Stronger“ gehören zu einer Klangwelt, die man zunächst mit elektronischer Produktion verbindet. Die Kirchdauner übersetzten die treibenden Rhythmen in den Klang des Orchesters und begeisterten das Publikum. Hier zeigte sich, dass musikalische Energie nicht an Technik gebunden ist.
Zwischen der Musik blieb Raum für Humor. Stefan Bendel moderierte mit lockeren Einlagen, stellte die Verbindung zum Publikum her und gab dem Abend eine persönliche Note. Die Pause bot Gelegenheit zum Austausch; die Stimmung im Saal war familiär, ohne dass das Konzert seinen Anspruch verlor. Es war ein Abend, bei dem man sich nicht zwischen Unterhaltung und musikalischer Qualität entscheiden musste.
Mit Roxette und den Titeln „Joyride“, „It Must Have Been Love“ und „The Look“ öffnete sich noch einmal ein Fenster zur großen Popmusik. „Stääne“ setzte schließlich den Schlusspunkt und holte den Abend stimmungsvoll in die kölsche Klangwelt zurück. Vielleicht ist das der eigentliche rote Faden des Konzerts: Nicht Händel, Mozart, Daft Punk oder Roxette allein hielten den Abend zusammen, sondern die Art, wie die Kirchdauner sich all diesen Stücken näherten. Aus einzelnen Musikern wurde ein Orchester, aus vielen Stilrichtungen ein Konzert und aus einem vollen Saal für einige Stunden eine Gemeinschaft, die sich von der Musik tragen ließ.
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Nicht nur optisch bunt: Die „Kirchdauner“ Foto: kirchdauner.de