Allgemeine Berichte | 04.10.2014

Krimiautor Daniel Holbe las in der Ahrweiler Synagoge

Die erste Leiche vor dem Essen

Standesgemäß mit Polizeiband abgeschirmt war der „Tatort“ bei der Lesung von Daniel Holbe, dem es diebisches Vergnügen machte, sein Publikum mit Textpassagen aus „Die Hyäne“ zum Gruseln zu bringen. Schü

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Es geht um einen Krimi - aber die Geschichte klingt erst einmal wie ein Märchen. Daniel Holbe, 1976 geborener Autor aus dem Frankfurter Raum, schickt sein Manuskript für einen Kriminalroman an mehrere Verlage in Deutschland. 2011 meldet sich der Droemer-Knaur-Verlag. Aber nicht, um das Buch zu veröffentlichen. Sondern mit der Frage, ob er sich vorstellen könne, einen Roman der Julia-Durant-Reihe des überraschend verstorbenen Andreas Franz zu vollenden. Er selbst hat die Bücher von Franz gelesen und ist ob der Offerte erst einmal sprachlos. Doch nach etwas Bedenkzeit nimmt er an und schreibt „Todesmelodie“ zu Ende, der zwölfte Fall der Frankfurter Hauptkommissarin erscheint 2012. „Daniel Holbe schreibt Bücher für einen Toten“ titelt Die Welt. Das Wagnis geht auf: Das neue Werk besteht vor den Augen der riesigen Franz-Lesergemeinde, mit „Tödlicher Absturz“ und „Die Teufelsbande“ folgen weitere Titel der Durant-Serie. Den neuesten Thriller „Die Hyäne“ präsentierte Holbe am vergangenen Dienstag auf Einladung von Moses-Bücher in der Ahrweiler Synagoge. Die Auszubildenden von Moses-Bücher waren bei der Begrüßung der zahlreichen Besucher ziemlich aufgeregt, immerhin saß da ein Krimiautor, dessen jüngstes Werk sehr weit oben in den Bestseller-Listen steht. Sie versprachen einen spannenden Abend, in der Pause Apfelwein und Frankfurter Würstchen, schließlich kommt der Autor aus Hessen. Standesgemäß war aber nicht nur das Catering, auch der Tatort der Lesung war entsprechend inszeniert: Ein Absperrband der Polizei, ein Blaulicht auf dem Tisch, Kreideumrisse auf dem Boden zeigten - hier geht es um Mord. Und Daniel Holbe ließ gleich mit den ersten Sätzen aus dem Prolog der „Hyäne“ erahnen, welch düstere Geheimnisse auf den 416 Seiten des Krimis lauern. Doch dem Autor ist es auch wichtig, den Ermittlern ein Gesicht zu geben, sie als Menschen wie Du und ich darzustellen.

So hat Holbe die Charaktere der beiden Kriminalbeamten weiter entwickelt. Julia Durant, aus München stammend, aber schon lange in Frankfurt tätig, hat auch ein Privatleben. Neben den glücklichen Momenten mit ihrem Freund Klaus, der ebenfalls Polizist ist, gibt es sorgenvolle Situationen um ihren alten Vater, der einen Schlaganfall erleidet. Ihr Kollege Frank Hellmer ist zwar mit einer vermögenden Frau verheiratet und fährt einen 911er-Porsche, hat aber auch Alkoholprobleme, ein pubertierendes und ein behindertes Kind. Das Leben ist also schon schwer genug. Als Daniel Holbe diese Szenerie dargelegt hat, verspricht er: „Die erste Leiche kommt noch vor dem Essen.“ Gesagt, getan. Der siebzehnjährige Mathias Wollner wird ermordet aufgefunden, zahlreiche Stichverletzungen und Strangulationsmale am Hals zeugen von einem langen Todeskampf. Auf seinem Bauch sind mysteriöse Buchstaben und Zahlen eingeritzt. Vor vielen Jahren gab es einen ähnlichen Fall mit einer jungen Tramperin. Besteht ein Zusammenhang? In der Pause und nach der Lesung beantwortete Holbe Fragen, signierte Bücher und stellte sich als sympathischer Autor ohne jegliche Allüren vor, dem der Kontakt zum Publikum wichtig ist, der gerne mit seinen Lesern ins Gespräch kommt. Im zweiten Teil zeigte sich: Wie man es von einem guten Plot erwarten kann, werden falsche Fährten gelegt, man blickt in seelische Abgründe, geschickt wechselt der Autor von der Sicht des Täters zur Sicht der Kriminalisten hin und her. Da der Täter scheinbar ohne erkennbares Muster und System, dafür aber mit besonderer Grausamkeit vorgeht, sind die Ermittlungen bis zum Schluss schwierig, die Spannungsschraube wird gnadenlos angezogen. Ein aufregender Leseabend, das richtige Futter für alle, die gerne Krimis schmökern.

Standesgemäß mit Polizeiband abgeschirmt war der „Tatort“ bei der Lesung von Daniel Holbe, dem es diebisches Vergnügen machte, sein Publikum mit Textpassagen aus „Die Hyäne“ zum Gruseln zu bringen. Foto: Schü

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