Allgemeine Berichte | 12.05.2015

Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“ Lantershofen

Diskussionsreiche Generalversammlung

Der neue Vorstand (v.l.) Marco Böhm, Sven Krämer, Hauptmann Robin Grießel, König Benedikt Queckenberg, Lars Henscheid, Johannes Schütz, Stefan Dünker. Markus Fabritius fehlt. privat

Lantershofen. Mitglieder der Junggesellen-Schützen-Gesellschaft „St. Lambertus“ Lantershofen versammelten sich in der Lambertushütte am Ende der Lambertusstraße, zu ihrer jährlich stattfindenden ordentlichen Mitgliederversammlung. Da der Keller des Lantershofener Winzervereins, der seit fast zwanzig Jahren der traditionelle Ort der Junggesellen-Generalversammlung war, leider nach wie vor nicht zur Nutzung freigegeben werden konnte, musste ein neuer Veranstaltungsort gefunden werden. Den anfänglichen Plan, stattdessen die Gaststätte im Winzerverein zu nutzen, verwarf der Vorstand letzten Endes mehrheitlich, vor allem um nicht den gleichzeitig stattfindenden Tanz in den Mai zu beeinträchtigen, der in diesem Falle hätte in den Saal verlegt werden müssen.

Neuaufnahmen begrüßt

Gegen 20:30 Uhr eröffnete Junggesellenhauptmann Robin Grießel die Generalversammlung, um zunächst mit einer Schweigeminute der gefallenen, verstorbenen und vermissten Mitglieder der Gesellschaft zu gedenken. Bei den folgenden Neuaufnahmen in die Gesellschaft konnte diesmal wieder eine stattliche Anzahl junger Lantershofener begrüßt werden, die bereit war, sich in den Dienst des mit Abstand ältesten Vereins des Ortes zu stellen und somit eine Jahrhunderte alte Tradition am Leben zu erhalten. Der Reihe nach wurden Andreas Franzen, Christian Heinen, Clemens Queckenberg, Julian Schmitz, Leon Schneider, Joel Waldecker und Adrian Seitz nach dem Trinken eines halben Liters Bier durch Handschlag mit dem Hauptmann in die Reihen der Gesellschaft aufgenommen. Die Lantershofener Junggesellen-Schützen-Gesellschaft zählt somit nunmehr 75 Mitglieder – keine Selbstverständlichkeit in Anbetracht der Tatsache, dass der gesamtgesellschaftliche Rückhalt von Traditionsvereinen kontinuierlich sinkt und es immer schwerer wird, junge Leute für den Erhalt von Traditionen zu begeistern. Während eine Reihe von Junggesellenvereine der Region mittlerweile bereits aufgelöst wurde und zahlreiche um ihr Überleben kämpfen müssen, scheint dieses Problem zumindest in Lantershofen dieser Tage fern zu sein. Dass die große Anzahl von Vereinsmitgliedern nicht nur auf dem Papier existiert, zeigte sich anschließend im Feststellen der Beschlussfähigkeit. Von den 75 Vereinsmitgliedern werden satzungsgemäß 61 Mitglieder als aktiv betrachtet. Bei Feststellung der Beschlussfähigkeit waren 52 Mitglieder zugegen und die Zahl der Anwesenden wuchs im Verlauf der Versammlung sogar noch auf 57 an – 76 Prozent der gelisteten Vereinsmitglieder.

Festgesetzte Regelung

Der folgende Tagesordnungspunkt 4 war auf Antrag aus den Reihen der Gesellschaft nachträglich in die Tagesordnung aufgenommen worden. Besprochen wurde die Anfang des Jahres in der Geschäftsordnung des Vereins festgesetzte Regelung, dass die Königsbegleiter zum Zeitpunkt ihrer Ernennung Mitglieder der Gesellschaft sein müssen. Die Mitgliederversammlung schloss sich der Auffassung des Vorstandes an, dass durch diese Reglung die bislang übliche und auch weiterhin gewünschte Praxis im Sinne der Tradition lediglich schriftlich fixiert wurde.

Über das Eintrittsalter

In Tagesordnungspunkt 5 stimmte die Gesellschaft über den Entwurf einer Satzungsänderung ab. Bereits auf der Generalversammlung im vergangenen Jahr war ausgiebig über das Für und Wider einer Senkung des Eintrittsalters für die Gesellschaft, von derzeit 17 auf 16 Jahre, diskutiert worden. Zwar sprach sich in der nun folgenden Abstimmung eine deutliche Mehrheit von 29 zu 19 Stimmen bei fünf  Enthaltungen für eine Herabsetzung des Eintrittsalters aus, die für eine Satzungsänderung erforderliche Mehrheit von 2/3 der Anwesenden verfehlten die Befürworter der Satzungsänderung jedoch ebenfalls deutlich. Somit kann eine Aufnahme in die Gesellschaft auch zukünftig erst nach dem Erreichen des 17. Lebensjahres erfolgen. Es folgten die Berichte von Schriftführer Benedikt Queckenberg und Kassierer Marco Böhm über das vergangene Geschäftsjahr. Queckenberg referierte ausführlich und humorvoll über die mannigfaltigen Betätigungsfelder des Vereins. Böhm konnte der Gesellschaft trotz einigen außerordentlichen Ausgaben und schwachen Besucherzahlen an Maubichfest und Kappensitzung eine ausgeglichene Bilanz präsentieren. Die Kassenprüfer Johannes Kappen und Patrick Palm bescheinigten dem Vorstand eine korrekte und satzungsgemäße Kassenführung und beantragten die Entlastung des Vorstandes, welche die Gesellschaft einstimmig erteilte.

Neuwahl des Vorstandes

Bei der Neuwahl des Vorstandes wurden Robin Grießel als Hauptmann, Stefan Dünker als 1. Offizier, Johannes Schütz als 2. Offizier, Markus Fabritius als Fähnrich der Schwenkfahne, Lars Henscheid als Tambourmajor und Benedikt Queckenberg als Schriftführer ohne Gegenkandidaten per Akklamation bestätigt. Michael Sprinkmeier, der nicht erneut als Fähnrich der Tragfahne kandidierte schied aus dem Vorstand aus. Die Gesellschaft bedankte sich für seine im vergangenen Jahr geleistete Arbeit und wählte als neuen Fähnrich der Tragfahne per Akklamation den bisherigen Kassierer der Gesellschaft Marco Böhm. Dieser hatte zuvor erklärt sein Amt als Kassierer nach vier Jahren, für die die Gesellschaft ihm herzlich dankte, niederlegen zu wollen, bleibt dem Vorstand jedoch somit in anderer Funktion weiter erhalten. Zum Nachfolger Böhms als Kassierer wählte die Gesellschaft ebenfalls per Akklamation Sven Krämer. Der neue Kassierer ist 26 Jahre alt und Diplom-Ingenieur. Er ist seit 2013 Mitglied der Gesellschaft und gehört der Infanteriegruppe an. Als Begleiter der Tragfahne wurden ohne Gegenkandidaten Matthias Schopp und Sebastian Glees gewählt. Schopp war von 2010 bis 2014 Fähnrich der Schwenkfahne, Glees wurde nunmehr zum achten Mal in Folge zum Tragfahnenbegleiter gewählt und ist somit seit Beginn der Aufzeichnungen über diesen Posten der dienstälteste Fahnenbegleiter überhaupt. Um die Begleitung der Schwenkfahne bewarben sich Justin Waldecker, Clemens Queckenberg und Benedikt Fabritius. In geheimer Abstimmung konnten sich die beiden Ersten durchsetzen. Mit der Kassenprüfung für das kommende Geschäftsjahr wurden der ehemalige Kassierer Christian Dünker und der ehemalige Hauptmann Dominik Knieps beauftragt. Sie setzten sich in ebenfalls geheimer Wahl gegen Daniel Feist und Adrian Seitz durch.

Heftige Diskussionen

Im abschließenden Tagesordnungspunkt Sonstiges kam es dann noch zu einer Reihe von längeren, teils heftigen Diskussionen. Unter anderem bestätigte die Gesellschaft per Beschluss dem Vorstand das Recht über den Veranstaltungsort der Generalversammlung zu entscheiden. Des Weiteren wurde aufgrund der Notwendigkeit der Neuanschaffung eines Schwenkfahnentuches über dessen Größe und Gestaltung disputiert. Die Entscheidung in dieser Angelegenheit soll in naher Zukunft auf einem gesonderten Diskussionsabend getroffen werden, zu dem neben den aktuellen Gesellschaftsmitgliedern auch alle ehemaligen Fähnriche der Schwenkfahne geladen werden sollen. Der Termin hierzu wird voraussichtlich in den nächsten Wochen bekannt gegeben werden. Den Abschluss der Mitgliederversammlung bildete, wie seit Jahren üblich, das gemeinsame singen der Vereinshymne: des Lambertusliedes „Kommt alle froh zu Ehren“. Um 1:09 Uhr entließ der Hauptmann die Mitglieder der Gesellschaft in die Mainacht.

Der neue Vorstand (v.l.) Marco Böhm, Sven Krämer, Hauptmann Robin Grießel, König Benedikt Queckenberg, Lars Henscheid, Johannes Schütz, Stefan Dünker. Markus Fabritius fehlt. Foto: privat

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