Technisches Hilfswerk
Doppelter Grund zum Feiern
Nach 60 Jahren zieht das THW endlich in ein neues und modernes Domizil um
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Doppelten Grund zum Feiern hatte der Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) der Kreisstadt. Im 60. Jahr ihres Bestehens konnte die Hilfstruppe offiziell eine neue und moderne Unterkunft an der Sebastianstraße 122 beziehen. Damit zog das THW praktisch nur auf die andere Straßenseite, aber eigentlich hatte die bisherige Unterkunft nur ein Provisorium sein sollen. Doch wie es solche Provisorien nun einmal so an sich haben, diente es dem Ortsverband immerhin 20 Jahre lang als Stützpunkt. Jetzt hat die Mannschaft um Axel Schmieding und Heinz Dieter Brand in dem zweigeschossigen Neubau außer einer großen Fahrzeughalle auch noch Umkleide- und Sanitärräume, Werkstätten sowie Verwaltung- und Ausbildungsräume zur Verfügung. Und das sei auch dringend notwendig, wie der Landesbeauftragte Werner Vogt feststellte: „Wenn man weiß, welche bürokratischen Dinge heutzutage vor und nach jedem Einsatz zu meistern sind, dann weiß man auch, dass diese neue Unterkunft unabdingbar war.“ Abgesehen davon benötige ein ordentlicher Ortsverband auch eine ordentliche Unterkunft, schmunzelte er.
Hilfe am Nächsten
„Technisches Hilfswerk - das bedeutet gelebtes Miteinander und Hilfe am Nächsten“, betonte Landrat Dr. Jürgen Pföhler in seinem Grußwort. Wenn die Not groß sei, sei die Hilfe des THW nicht weit. Die Helfer zeigten immer wieder vorbildlichen Einsatz bei Sturmschäden, Hochwasser, Bränden oder den unterschiedlichsten Unglücksfällen, bei denen ihre fachkundige Hilfe gebraucht wird. „Dadurch hat sich das THW - gerade hier im Kreis Ahrweiler - einen hervorragenden Ruf erworben.“ Der THW-Ortsverband Ahrweiler wurde am 15. Januar 1953 in der damaligen Bundesschule in Marienthal ins Leben gerufen und zählt somit bundesweit zu den ältesten Ortsverbänden überhaupt. Er ist praktisch genauso alt wie das THW auf Bundesebene. „Der Ortsverband Ahrweiler leistet mit seinen 48 ehrenamtlich aktiven Helfern einen wichtigen Beitrag für den Katastrophenschutz in der Region, den wir gar nicht hoch genug schätzen können“, bestätigte der Landrat.
Auf Bedürfnisse zugeschnitten
In den Anfängen habe es noch Stützpunkte des Ahrweiler Ortsverbandes in Bad Neuenahr und Dernau gegeben. Danach sei die Unterkunft des Ortsverbandes für fast zwei Jahrzehnte in Kalenborn in der früheren Schule gewesen, bevor die Gruppe in das auf der anderen Straßenseite liegende ehemalige Brauereigebäude wechselte.
„Bisher erfolgte die Unterbringung immer in älteren, bereits bestehenden Gebäuden. Mit dieser neuen Unterkunft steht den Helfern erstmals ein neues Bauwerk in zentraler Lage von Bad Neuenahr-Ahrweiler zu Verfügung, welches voll auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist“, so Pföhler weiter. Das THW habe seine Strukturen stets flexibel an die sich verändernden Gefahrenlagen angepasst. Modernes Einsatzgerät und gut ausgebildete Spezialisten seien Grundlage der hohen Effizienz des THW - in Deutschland und in der ganzen Welt. Der Ortsverband Ahrweiler werde auch im Kreis Ahrweiler sowohl bei Übungen wie auch bei echten Einsätzen regelmäßig eingebunden. „Bestes Beispiel war jüngst ein schwerer Unfall auf der A 61, bei dem Fahrzeuge mit Kraftstoffen versorgt werden mussten“, erinnerte sich Pföhler. Zudem sei das THW gefragt, wenn größere Stellen auszuleuchten seien, beispielsweise in Kürze bei der Großveranstaltung „Rock am Ring“ oder bei größeren Schadensfällen wie kürzlich bei einem Silobrand im Brohltal.
Unverzichtbare Stütze
Auch der Kreisstadt-Beigeordnete Engelbert Felk nannte den ehrenamtlichen Dienst des THW eine „unverzichtbare Stütze für das Funktionieren der Gemeinschaft aller Menschen“. Was das THW leiste, sei unbezahlbar. Dabei seien die derzeit 48 Aktiven nicht nur national, sondern auch international im Einsatz. So habe man bereits im Sudan, in Burma, in der Türkei, in Russland und im Irak mit zum guten Ansehen der Bundesrepublik Deutschland im Ausland beigetragen. „Die stetige Weiterentwicklung des Ortsverbandes ist nicht zuletzt auch durch eine aktive Jugendgruppe sichtbar“, ergänzte der Landesbeauftragte Werner Vogt. Mit derzeit 39 Jugendlichen, davon 21 Mädchen, in der Jugendgruppe sei der Ahrweiler Ortsverband des THW auch im Hinblick auf die Zukunft bestens aufgestellt: „Junge Menschen sind das Potenzial für den erfolgreichen Katastrophenschutz von morgen.“
