Pfarrfest Sankt Laurentius Ahrweiler
Doppeltes Jubiläum gefeiert
Silbernes Priesterjubiläum von Jörg Meyrer
Ahrweiler. Gleich in doppelter Hinsicht feierte die Pfarrgemeinde Sankt Laurentius zum viertägigen Pfarrfest von Donnerstag bis Sonntag eine Zeitspanne von einem Vierteljahrhundert. Zum einen natürlich die 25. Ausgabe des Fests selber, wie immer zum Namenstag des Schutzpatrons Laurentius. Zum anderen aber auch das Silberne Priesterjubiläum von Pastor Jörg Meyrer, der am 9. Juli 1988 vom damaligen Trierer Bischof Hermann Josef Spital in der alten Römerstadt zum Priester geweiht wurde. Ein ganz besonderes Geschenk übereichte der Pfarrgemeinderat in Person von Irmgard Friedrich dem Dechant des Dekanats Ahr-Eifel - diese Funktion füllt er seit zehn Jahren aus - noch vor dem feierlichen Festhochamt am Samstagabend. Eine von der Ahrweiler Künstlerin Monika Kortmann entworfene Stola soll den 1962 in Völklingen an der Saar geborenen Meyrer, der Philosophie und Theologie studiert hat und 2002 als Pfarrer nach Bad Neuenahr-Ahrweiler gekommen war, an seinen Jubiläumstag erinnern. Darauf abgebildet sind, um einen Hirtenstab sich wickelnde Trauben und eine Jakobsmuschel als Pilgersymbol zu erkennen.
800 km auf dem Jakobsweg
Pilgern ist in diesen Tagen überhaupt das Stichwort für den Ahrweiler Pastor. Denn unmittelbar nach dem Pfarrfest ist er am Montag auf eine 800 Kilometer lange Wanderung auf dem Jakobsweg von Saint-Jean-Pied-de-Port in der französischen Region Aquitanien, der letzten Station auf französischem Boden, nach Santiago de Compostela im spanischen Galicien aufgebrochen. Auf der Schlussetappe will ihn Bürgerschützenhauptmann Willi Busch bis zum Ziel, dem Grab des heiligen Jakobus, begleiten. Anschließend möchte sich Meyrer in Wiener Pfarreien und Ordensgemeinschaften auf die Suche nach der „Kirche von morgen“ machen. Drei Monate wird er der Ahrweiler Pfarrei fern bleiben. Nach Bistumsrecht dürfen sich Priester alle zehn Jahre eine solche Auszeit nehmen. „Keine Sorge, ich komme wieder“, versprach der beliebte Pastor wie immer mit einem Lächeln auf den Lippen daher auch beim Festhochamt und löste damit spontanen Beifall in den vollbesetzten Reihen der Laurentiuskirche aus.
Die Messe war von zahlreichen Messdienern aus Ahrweiler und Ramersbach sowie einem halben Dutzend Priestern aus dem Dekanat mitgestaltet worden. Dekanatsreferentin Andrea Kein-Groß, Bärbel Knieps vom Pfarrgemeinderat St. Laurentius und Rainer Ulrich vom Pfarreienrat würdigten am Ende der Gottesfeier das langjährige Wirken des Pastors und Dechants im Ahrtal und in St. Barbara Ramersbach. Der Sektempfang vor der Kirche, bei dem Meyrer mit der Gemeinde auf sein Jubiläum anstieß, läutete den anschließenden Dämmerschoppen auf dem Markt ein, wo ausreichend Zeit für Begegnung und Gespräche bestand.
Für Alt und Jung
Begonnen hatte das viertägige Fest allerdings bereits am Donnerstag mit einem nachmittäglichen Seniorengottesdienst inklusive Krankensalbung und anschließendem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen in der Zehntscheuer am Marktplatz. Der frühere Leiter der Kreisbildstelle und des Medienzentrums des Kreises Ahrweiler, Werner Mertens, zeigte dort seinen Film „Stadt der zwei Gesichter“. Der Freitagabend stand im Mittelpunkt der Jugend. Unter dem Motto „Umsonst und draußen“ gab es eine weitere Ausgabe von „Rock am Markt“, organisiert von der Katholischen Jugend der Pfarrei.
Spiel und Spaß
Am Samstagnachmittag ging es dann auf dem Marktplatz weiter. Waffeln und Kuchen, Essen und Trinken luden ein, im Kreise der Pfarrgemeinde zu verweilen, bevor der schon erwähnte Festgottesdienst begann.
Der Sonntag konnte mit einem vielseitigen und reichhaltigen Programm aufwarten. Er begann mit dem morgendlichen Familiengottesdienst und dem anschließenden Frühschoppen, gestaltet vom Spielmannszug Ahrweiler. Auf die Kinder wartete tagsüber Unterhaltung bei Spiel und Spaß durch das Team des Kindergartens Calvarienberg. Den ganzen Tag konnte die Pfarrbücherei besucht werden und beim Bücherflohmarkt wurde Lesenswertes zum Verkauf angeboten. Nachmittags stellte Dechant Meyrer unter dem Motto „Neues Licht für Sankt Laurentius“ das neue Beleuchtungskonzept für den fast 750 Jahre alten Kirchenraum vor. Organist Klaus-Dieter Holzberger lud anschließend zum Orgelkonzert in die Kirche ein. Zum „22. Orgelgeburtstag“ spielte er mit Videoübertragung auf dem Marktplatz.
Der letzte, krönende Höhepunkt des viertägigen Pfarrfestes folgte am Sonntagabend nach der Abendmesse. Zur großen Spielshow im Zeichen des 25. Jubiläums waren mehrere Hundert erwartungsfrohe Gäste gekommen. Und sie wurden nicht enttäuscht. Moderiert von den beiden Brüdern und Junggesellenschützenkönigen Christoph und Thomas Holzberger, die mit ihrer herzerfrischenden Art locker und souverän durch den Abend führten, standen viele Spiele im „Wetten dass...“-Stil auf dem Programm.
Jagd nach Blasenpflastern
Highlight war sicherlich der Wettstreit zwischen der Abordnung der Ahrweiler Karnevalsgesellschaft (AKG), dem Trio der Junggesellenschützengesellschaft Ahrweiler mit Hauptmann, König und Fähnrich sowie den Teams von Feuerwehr und Spielmannszug Ahrweiler. Es galt für sie, in kurzer Zeit gewünschte Gegenstände von Schlüsseln über Schirme und Essenbons bis hin zu eher seltenen Blasenpflastern unter dem Publikum aufzutreiben und einzusammeln oder Dinge über einen aufgebauten Bauzaun zu bugsieren. Am Ende hatten die Junggesellen knapp die Nase vorn vor der Feuerwehr. Kaplan Andreas Kern hatte eine Pilgergruppe zusammenzustellen - aus Pfarreimitgliedern von der Pius-Gemeinde über Ramersbach bis Heppingen, Kirchdaun und Heimersheim. Das gelang, sodass er seinen Einsatz - zu Fuß nach Ramersbach zu gehen - nicht einlösen musste. Angesichts der 800-Kilometer-Strecke des Dechants auf dem Jakobsweg wäre das ohnehin nur ein kurzer Spaziergang gewesen, möchte man hier bemerken.
Das Brüderpaar Holzberger selber musste unter dem Publikum aus jedem der vergangenen 25 Jahre ein Hochzeitspaar finden. Diese Wette verloren sie hauchdünn, sodass sich das Aufräumteam am Montagmorgen über ein Frühstück aus dem Hause Holzberger freuen durfte.
