Walporzheimer erhält Würdigung sein Engagement
Ein Mann für alle Fälle
Rudi Dauben wurde mit dem MFC-Bürgerpreis ausgezeichnet
Bad Neuenahr. Große Anerkennung für Rudi Dauben aus Walporzheim: Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde er am Freitag mit dem Bürgerpreis des Männer- und Frauenchors (MFC) Bad Neuenahr ausgezeichnet. Gratulanten waren neben dem MFC-Vorsitzenden Hans Creuzberg auch der Erste Beigeordnete der Stadt, Detlev Koch, in Vertretung für Guido Orthen, Pastor Peter Dörrenbächer, Dechant Jörg Meyrer sowie Walporzheims stellvertretender Ortsvorsteher Klaus Beu für Gregor Sebastian. Aber auch viele andere Gäste waren gekommen, um Rudi Dauben zu gratulieren. Doch eine wichtige Person fehlte terminbedingt an diesem Abend: Ursula Läufer aus Walporzheim. Sie hatte den Preisträger im Dezember 2012 als stillen Held des Tages vorgeschlagen. Beide kennen sich seit 13 Jahren durch ihr gemeinsames ehrenamtliches Engagement in der Pfarrei St. Laurentius Ahrweiler. Da der 75-Jährige eigentlich lieber still im Hintergrund wirkt und dort seine Arbeit verrichtet, hat es des Vorschlags durch Ursula Läufer bedurft. Insgesamt vier Kandidaten hätten schließlich auf der Liste des MFC gestanden, erklärt Hans Creuzberg. Doch schnell habe sich abgezeichnet, dass Rudi Dauben das Rennen machen würde.
Für den Witwer und ehemaligen Galvaniseur bei einer Walporzheimer Firma kam schon der Vorschlag seiner Person überraschend: „Ich habe nie im Leben damit gerechnet“, gesteht er im Interview mit Blick Aktuell. Dass er nun den Preis erhalte, mache ihn fast sprachlos, so der Preisträger weiter. „Die Überraschung war auf jeden Fall gelungen“, konnte man dem bescheidenen Mann entlocken, der seine Dienste an den Mitmenschen und für die Kirche nicht eines Preises willen, sondern aus reiner Freude leistet. In seinem Heimatdorf nimmt der rüstige Rentner seit mehr als 20 Jahren den Küsterdienst in der St.-Josefs-Kapelle wahr und leitet jeden Dienstag dort die Andacht, betet mit den Gläubigen den Rosenkranz, teilt die Kommunion aus, stellt den Lektoren- und Messdienerplan auf und hilft beim adventlichen Krippenaufbau. Darüber hinaus ist er seit rund 60 Jahren im Kloster Calvarienberg im Lektorendienst tätig. Im Krankenhaus Maria Hilf spendet er den Kranken die heilige Kommunion. Daneben ist der MFC-Preisträger als Lektor und Kommunionshelfer in der Ahrweiler St.-Laurentius-Gemeinde tätig und engagiert sich dort auch im Arbeitskreis Liturgische Feier, nimmt sich Kranken und Sterbenden an, spricht das Totengebet und ist einfach für die Menschen da. Außerdem ist er Mitorganisator der Langenfeld-Bruderschaft für die jährlichen Wallfahrten mit Start ab Walporzheim. Trotz der vielen Stunden, die er ehrenamtlich investiert, bleibt dennoch Zeit für Privates: So ist er im Männergesangverein Lyra aktiv - und das seit mehr als 50 Jahren. Daneben ist er Mitglied in fast jedem größeren Verein Walporzheims - ob Karnevalsgesellschaft „Bunte Kuh“ oder dem Sportverein. Und ist seit bereits 42 Jahren Mitglied des Hauptmannsglieds der Ahrweiler Bürgerschützen.
Im Rahmen der abendlichen Preisverleihung waren alle Redner voll des Lobes für Rudi Dauben: Hans Creuzberg bezeichnete die Wahl Daubens gar als „Volltreffer“ und war gewillt, den Unterstützern der Aktion - insbesondere der Volksbank RheinAhrEifel - zu danken. Detlev Koch, Erster Beigeordneter der Stadt, überbrachte die Grüße auch im Namen von Christoph Kniel von der Volksbank und Gerd Zimmermann von der Kur AG. „Unsere Gesellschaft braucht Menschen wie Rudi Dauben, die sich für andere einsetzen und engagieren“, so Koch, der zugleich betonte: „Wer ein Ehrenamt übernimmt, trägt dazu bei, dass eine Stadt lebens- und liebenswerter werde.“ Rudi Dauben sei ein gutes Beispiel dafür. Auszeichnungen wie der MFC-Bürgerpreis seien genau das richtige Zeichen, „um Mitbürger, die im Hintergrund viel Gutes tun, ohne selbst im Vordergrund zu stehen, zu würdigen“, sagte Detlev Koch vor mehr als 50 anwesenden Gästen. Es sei gut, dass der Chor diese Aktion vor zwei Jahren ins Leben gerufen habe.
Die Laudatio hielt an diesem Abend Klaus Beu in Vertretung für Walporzheims Ortsvorsteher Gregor Sebastian. Er gab einen Überblick zu Daubens Engagement und skizzierte damit das breite Spektrum seines Wirkens. Daneben lobte er seinen Verdienst für die Dorfgemeinschaft: „Ohne Rudi Daubens Tun wäre der Ort und seine Gemeinschaft um Einiges ärmer“, äußerte sich Klaus Beu. Es freue ihn, dass jetzt ein Mitbürger, der bisweilen eher im Hintergrund aktiv sei, einmal in erster Reihe stehe und entsprechend gewürdigt werde. Auch der stellvertretende Ortsvorsteher von Walporzheim lobte den MFC als Initiator der Aktion: „So erhalten Menschen, die im Stillen Gutes tun, eine ihnen zustehende Würdigung.“ Und dann war es soweit: Begleitet von lang anhaltendem Applaus erhielt Rudi Dauben aus den Händen von Hans Creuzberg die Ehrenurkunde und einen hochwertigen Sachpreis.
Der MFC untermalte die Feierstunde musikalisch, bevor der Abend mit einem kalten Buffet in seinen geselligen Teil überging.
Das Ziel des Bürgerpreises ist klar definiert: Es sind oft ganz besondere Menschen, die Tag für Tag unermüdlich und ohne Dank dafür zu verlangen wichtige Werke verrichten. Die Öffentlichkeit ist über ihren Einsatz in der Regel wenig informiert, denn Bescheidenheit ist in der Regel ihre Zier. Die stillen Helden des Alltags einmal ins Rampenlicht zu heben und ihre Vorbildfunktion für die Gesellschaft zu betonen, ist das Ziel des vom Männer- und Frauenchor (MFC) Bad Neuenahr verliehenen Bürgerpreises. Er wurde vor zwei Jahren aus der Taufe gehoben und wird im Zwei-Jahres-Takt verliehen. Die erste Preisträgerin war die Franziskanerin der Waldbreitbacher Ordensgemeinschaft Schwester Marelinde Arzdorf und wurde für ihre Arbeit am Krankenhaus „Maria Hilf“ in Bad Neuenahr vom MFC ausgezeichnet.
