Grafschafter Kunstverein Villa Bellestäte
Ein besonderes Klangerlebnis
Das Duo Sonitus: Marimba und Harfe, ein ungewöhnliches Duett
Grafschaft. Kürzlich fand im Grafschafter Kunstverein Villa Bellestäte, Goethestraße 9, Grafschaft-Holzweiler, ein Konzert mit dem Duo-Sonitus statt. Es spielten Cordula Clausen (Marimba) aus Grafschaft und Dorothea Bach (Harfe) aus Weimar Werke von Johann Sebastian Bach bis Astor Piazolla. unter dem Thema :Tänzerische Impressionen. Das Instrument Marimba mit seinen senkrechten Resonanzrohren unter den Holzklangstäben, gehört zu den Xylophonen und ist für europäische Augen und Ohren ein ungewohntes Instrument. Es wurde durch den Sklavenhandel aus Afrika im 17. Jahrhundert in verschiedene Länder von Südamerika, zuerst nach Guatemala gebracht. Es entwickelte sich zu einem Instrument, auf dem im besten Sinne des Wortes auch heute noch Volksmusik gespielt wird. Die Bevorzugung der Marimba durch die südamerikanischen Komponisten, ergibt sich aus der Geschichte des Instruments. Wenngleich die Marimba und deren Klangwirkung wenig bekannt sind, war es verwunderlich, dass viele Besucher kamen, die das ungewöhnliche Instrument sehen und dessen Klangfarbe hören wollten. Einige Gäste hatten Frau Clausen und Frau Bach schon in der Martin-Luther-Kirche in Bad Neuenahr und im Grafschafter Rathaus vor einiger Zeit schon gehört und waren wieder fasziniert von dem Schlaginstrument, auf das hin vorwiegend die südamerikanischen Werke komponiert sind.
Viele Komponisten wie Roberto Lupi, Jesus Guridi, Carlos Salzedo, A.G. Villoldo waren nur Kennern bekannt, dagegen war es eine große Freude, einige bekannte Melodien aus Piazollas „Libertango“ oder den „Tango“ von Jean-Michel Damase wieder zu hören. Wie überhaupt der Tango auch in der Kombination „Marsch-Tango-Walzer-Arioso-Perpetuum Mobile“ aus „Tänzerische Impressionen“ von Jan Koetsier sowie der Tango „Cumparsita“ von Rodriguez Mates das Leitmotiv des Konzertes waren. Die Stücke mit Marimba Solo waren spritzig, nahezu fetzig und das Zusammenspiel zwischen dem modernen Schlaginstrument und dem klassischen Zupfinstrument war reizvoll und aufregend. Die hierdurch erzeugten Rhythmen versetzten das Publikum in eine spürbare Schwingung. Dagegen war die Resonanz des Publikums auf Johann Sebastian Bachs „Cello-Suite Nr.1, G-Dur“ auf der Marimba gespielt, unterschiedlich. Wenngleich sich die Cello-Suiten von Bach für Marimba eignen sollen, lässt sich wohl die Verbindung zwischen Komposition und Instrument nicht so leicht auf jedes Instrument übertragen. Dagegen gelang es der Harfe in ihrer Klangfülle und -tiefe in „Chanson de la nuit“ eine neue Tonqualität zu geben.
Mit großem Beifall verabschiedete sich das zahlreich erschienene Publikum von den Interpreten und verließ, heiter und beschwingt durch eine neue Klangwelt, das Konzert.
