Allgemeine Berichte | 21.10.2014

Don-Bosco-Schule feierte 50. Geburtstag

Ein halbes Jahrhundert Inklusion

Eine Förderschule mit bewegter Vergangenheit und einem engagierten Kollegium

In der bunt geschmückten Halle der Don-Bosco-Schule bekamen vor allem die jungen Akteure viel Beifall. WM

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die Halle war festlich geschmückt, die Kinder gespannt, die Eltern voller Erwartung, das Kollegium nervös, die Ehrengäste gelassen. Es war angerichtet für eine würdige Feier zum 50-jährigen Bestehen der Don-Bosco-Schule in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Eröffnet wurde das kleine Fest - natürlich - von den Hauptpersonen des „Geburtstagkindes“, den Schülern. Mit einem fröhlichen Lied leiteten sie das zweistündige Programm ein, das die wechselvolle Geschichte der Förderschule beleuchtete, das aber auch fröhlich stimmte. Mit einem Zitat von Don Bosco (eigentlich Giovanni Bosco), dem italienischen Priester und Sozialpädagogen, wies Landrat Dr. Jürgen Pföhler auf die Bedeutung der Schule für den Kreis ein. „Die Schule mit den Förderschwerpunkten Lernen und Sprache ist eine wichtige Säule in der Schullandschaft des Kreises Ahrweiler. 50 Jahre Don-Bosco-Schule bedeuten auch 50 Jahre Inklusion.“

Historie der Schule beleuchtet

Dann beleuchtete der Landrat die Historie. Begonnen hatte sie mit Diskussionen zwischen der Kreisstadt Ahrweiler und der Badestadt Neuenahr über den Modus einer Einrichtung der Förderschule, Einigkeit bestand lediglich darüber, dass es überhaupt eine geben sollte. „Das verzögerte die Einrichtung von zwei Klassenzimmern in der Knabenschule. Da griff Ahrweiler in die „gehemmten Tatsachen“ ein und stellte - vorläufig bis Ostern 1964 - ein Klassenzimmer zur Verfügung. Das war deshalb vor allem notwendig, um zu verhindern, dass der Fachlehrer Luley wieder weggeholt wird. Da können Sie sehen, wie Ahrweiler auch damals schon zu Neuenahr stand“, schmunzelte der Landrat. So wurde zunächst ein Klassenzimmer in der Aloisiusschule eingerichtet. Rund ein Jahr später zog die Schule in die Volksschule Bad Neuenahr. Dort unterrichteten zwei Lehrkräfte in zwei Klassen 44 Kinder. Im April 1968 wurde die Schule in die ehemaligen Bürobaracken von Marienthal verlegt. Zu dieser Zeit umfasste die damalige „Sonderschule L“ drei Klassen. In den folgenden Jahren wurde die Klassenzahl laufend aufgestockt, so dass im Schuljahr 1973/74 in neun Klassen 175 Kinder die Schule besuchten. Mit der Fertigstellung des Sonderschulzentrums in Bachem im Jahr 1974 hatte die Schule ihre endgültige Heimat gefunden. Zur Einweihung des zum damaligen Zeitpunkt modernsten Schulzentrums in Rheinland-Pfalz wurde sogar der damalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Helmut Kohl, begrüßt. Heute lernen 151 Schüler in der Don-Bosco-Schule. 26 Schüler im Förderschwerpunkt Sprache und 97 im Förderschwerpunkt Lernen. 28 Schüler besuchen für den Erwerb der Allgemeinen Berufsreife das freiwillige 10. Schuljahr.

Großprojekte umgesetzt

Damit das Schulzentrum modern bleibt, hat der Kreis als Schulträger in den letzten zehn Jahren mehr als zwei Millionen Euro investiert. Dazu zählen Großprojekte wie die Erweiterung und die energetische Sanierung der Schule. Aktuell werden in den Brandschutz 190.000 Euro investiert. Am Schulzentrum Bachem betreiben Kreis und Stadt zudem eine moderne Holzhackschnitzelheizung für die Don-Bosco, Levana- und Erich Kästner-Schule. Mit insgesamt fast 100 Millionen Euro hat der Kreis in den letzten Jahren seine Schulen unterstützt. Die Don-Bosco-Schule öffnet sich sehr stark der Berufswelt, zum Beispiel mit Praktika. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag für die berufliche Zukunft der Jugendlichen. Und die Schüler werden im Förderschwerpunkt Sprachen darauf vorbereitet, dass sie ab der 3. Klasse wieder in die Grundschule eingegliedert werden und möglichst keinen weiteren Förderbedarf mehr benötigen.

Schulleiter Jakob Armbrust ließ die Geschichte seiner Schule in Bildern Revue passieren und verwies besonders auf die Gesichter der Schüler, Eltern und Lehrer auf den Fotos, die den „fundamentalen Spirit dieser unserer Schule“ deutlich zeigten. Auch Armbrust zitierte den Namensgeber: „Betrachte die Schüler als deine Brüder: Liebenswürdigkeit, Einfühlungsvermögen, Rücksicht, das ist der Schlüssel zu ihrem Herzen!“ Er dankte vor allem der Bezirksregierung und dem Landratsamt, die 1964 die Gründung der Schule ermöglicht hatten: „Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist!“ Schließlich wurde aus der einklassigen Sonderschule nach etlichen Schwierigkeiten und Problemen die anerkannte Förderschule von heute.

Viele unterhaltsame Auftritte

Die stellvertretende Schulleiterin Dagmar Vitten hatte die Anwesenden begrüßt und moderierte die Feier. Immer wieder wurden die Redebeiträge unterbrochen von nachdenklichen und lustigen Vorführungen der Schüler, liebevoll einstudiert von den inzwischen 35 Lehrern des Kollegiums. Daher hatte Regierungsschuldirektorin Dr. Ingeborg Thümmel von der ADD Koblenz auch gleich das gesamte Publikum auf ihrer Seite, als sie im ersten Satz ihrer Festrede dazu aufrief, erst einmal den Schülern zu applaudieren. Dann betonte die Pädagogin, Inklusion sei nur möglich mit engagierten Lehrern, doch das werde hier mit 151 Schülern in zwölf Klassen vorbildlich umgesetzt. Das attestierten auch die anderen Redner dem einsatzbereiten Kollegium, das die Kinder und Jugendlichen optimal auf ihr späteres Leben vorbereiten, privat und beruflich.

Die Urkunde des Kreises überreichte Landrat Dr. Jürgen Pföhler an Schulleiter Jakob Armbrust.

Die Urkunde des Kreises überreichte Landrat Dr. Jürgen Pföhler an Schulleiter Jakob Armbrust.

In der bunt geschmückten Halle der Don-Bosco-Schule bekamen vor allem die jungen Akteure viel Beifall. Fotos: WM

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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