Ortsbeirat Vettelhoven mit interessanten Themen
Einbruchschutz für die Bewohner von Vettelhoven
Mehr als 60 Bürger besuchten die Ortsbeiratssitzung, bei der auch ein Vortrag dazu auf der Tagesordnung stand
Vettelhoven. Das Thema Einbruchschutz brennt den Einwohnern von Vettelhoven offensichtlich unter den Nägeln, denn mehr als 60 Bürger besuchten die jüngste Ortsbeiratssitzung, bei der auch ein Vortrag dazu auf der Tagesordnung stand. Polizeioberkommissar Manfred Berg vom Polizeipräsidium Koblenz versicherte dabei: „Wir nehmen das Thema sehr ernst und gehen jedem Telefonat und jedem Ereignis auf den Grund.“ Gerade in der jetzt beginnenden dunklen Jahreszeit sei der Höhepunkt der Einbruchs-Saison, denn drei Viertel aller Einbrüche fielen in diese Zeit. Besonders Einbrecherbanden aus Osteuropa seien nun gerne in Autobahnnähe aktiv. Anscheinend auch in Vettelhoven, denn gut ein Dutzend der Anwesenden hob die Hand bei der Frage, wer denn schon einmal Opfer eines Einbruchs war. „Das ist viel“, gestand Polizeioberkommissar Berg beeindruckt. Er wisse auch um die Problematik, denn meistens sei nicht das verschwundene Hab und Gut das Problem, sondern das verlorene Sicherheitsgefühl, „und das ist nicht versicherbar“. Eine Frau aus Vettelhoven berichtete, sie habe sogar den Einbrecher gesehen, wie er am 2. September spätabends gerade in ihr Schlafzimmer einzudringen versuchte und schon mit einem Arm an der Wand entlang fuhr. „Die nächsten Wochen waren schlimm beim Schlafengehen“, gab sie zu, „aber mittlerweile ist es etwas besser geworden.“ Berg informierte darüber, dass es beim Polizeipräsidium auch Mitarbeiter gebe, die sich ausschließlich um die Opfer kümmerten. „Wenn es nach vier Wochen nicht besser wird, haben sich die Ängste traumatisiert, und dann braucht man fremde Hilfe“, wusste Berg aus Erfahrung.
Wachsame Nachbarschaft von Vorteil
Doch es gebe auch einigermaßen gute Möglichkeiten, Einbrüche zu verhindern. Das fange schon bei der Sicherung der Fenster und Türen an, die für relativ wenig Geld mit Schlössern und Riegeln nachgerüstet werden könnten. Auch eine wachsame Nachbarschaft sei von Vorteil, wobei ein Vettelhovener süffisant bemerkte: „Dann habe ich ein Problem, denn ich wohne neben dem Friedhof.“ Dennoch solle man verdächtige Personen oder Autos so schnell wie möglich der örtlichen Polizeidienststelle melden, so Berg, allerdings nicht über die Notrufnummer, sondern über den normalen Telefonanschluss. In diesem Fall die Polizeiinspektion Bad Neuenahr-Ahrweiler unter der Telefonnummer 02641/9740. Besonders beliebte Einbruchzeiten seien übrigens die Einkaufszeiten der Senioren zwischen 9 und 13 Uhr sowie die Abenddämmerung zwischen 17 und 23 Uhr. Eine andere Frau wusste zu berichten, dass „ihr“ Einbrecher noch im Dunkeln auf einem Gartenstuhl gesessen und gewartet habe, bis das Ehepaar ins Bett gegangen sei, um sich dann erst an die Arbeit zu machen.
Polizei berät kostenlos zu Hause
Polizeioberkommissar Berg stellte anschließend eine Reihe von Einbruchssicherungs-Möglichkeiten vor, die man entweder selbst oder mithilfe eines Handwerkers an seinem Hause anbringen kann. „Wir kommen auch kostenlos zu Ihnen nach Hause und beraten Sie über Möglichkeiten des Einbruchschutzes“, animierte er die Vettelhovener dazu, dieses kostenlose Angebot auch zu nutzen. Eine wichtige Faustregel sei aber: „Das Haus darf nicht verlassen aussehen, wenn sie nicht da sind.“ Mit Broschüren ausgestattet traten die meisten Vettelhovener nach diesem Tagesordnungspunkt den Heimweg an. Doch die Ortsbeiratssitzung ging noch weiter, denn das Thema Hochwasserschutz stand auf der Tagesordnung. Hier gebe es einige neuralgischen Punkte entlang des Swistbaches, aber auch am Mühlenbach. Ortsvorsteher Dr. Dr. Franz Josef Schneider (CDU) versprach, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um diesen Missständen abzuhelfen.
Neuralgische Punkte beim Hochwasser
So stünden mitten im Swistbach Bäume, die mittlerweile zu beachtlicher Größe herangewachsen seien und im Falle eines Starkregens den Abfluss des Wassers behinderten, wahrscheinlich auch noch als Barrieren für Aufstauungen dienten. Damit werde der Überlauf zum Mühlenbach geflutet, der wiederum über die Ufer trete und die Kiesdecke des Fußweges wegschwemme. Zu allem Überfluss habe ein Anlieger auch noch eine Zuwegung zu einer Weide über den Bach hergestellt und nur mit einem zehn Zentimeter dünnen Rohr versehen. Dass sich das Wasser dort staue, sei nun wirklich kein Wunder. Schneider Schlussfolgerung: Man dürfe nicht immer nur auf die Gemeinde zeigen, wenn es um Hochwasserschutz geht, sondern sich auch an die eigene Nase fassen und das, was man selbst tun könne, auch in die Tat umsetzen. Bei einem Ortstermin mit dem Leiter des Bauamts der Gemeinde Grafschaft, Friedhelm Moog, habe der bereits einige Sofortmaßnahmen in Aussicht gestellt, zumal nach dessen Aussage an einigen Stellen „Gefahr im Verzug“ sei. So beschloss der Ortsbeirat einstimmig, die Gemeinde möge veranlassen, alle notwendigen Maßnahmen so schnell wie möglich umzusetzen.
