Eine Frage der Glaubwürdigkeit
Stellungnahme zur Insolvenz Aktiengesellschaft Bad Neuenahr
Wie glaubwürdig muss ein Unternehmensführer sein? Als Reinicke die Geschicke der AG übernahm, hat er in der Zeitung gesagt:
„Ich habe das Unternehmen auf Herz und Nieren geprüft!“, sagte Christoph Reinicke, als er das Amt des AG-Vorstands antrat. Und auf die Frage, wie die Bilanz für 2014 ausfallen werde, antwortete er im Januar 2014: „Eine schwarze Null“. Es folgten unselige Monate der medialen und wohl auch tatsächlichen Auseinandersetzung mit der Stadt um die Ahr-Thermen. Und dazwischen nur gute Nachrichten aus der AG, viele neue Geschäftsideen. Diesmal keine Leuchttürme, sondern Pioniergeist! Da war von Anfang an das große Geschäftsfeld der Telemedizin; das, so meinte Reinicke „Potenziale in Millionenhöhe“ habe. Dann kam schon bald der Wohnmobilparkplatz auf dem Parkdeck in der Felix-Rütten-Straße. Und das wesentliche Geschäft wollte die AG mit China machen. Die Chinesen sollten in Scharen kommen. Ja, das ist ein Markt mit über einer Milliarde Menschen. Ein paar wenige sind auch gesichtet worden. Geholfen hat es wohl nichts. Und dann behauptet Reinicke bei der Neujahrsfeier der Belegschaft gegenüber einer Zeitung: „Die Aktiengesellschaft Bad Neuenahr war, ist und wird auch in Zukunft einer der attraktivsten Arbeitgeber der Region sein.“ Diese Aussage ist wie viele anderen einfach falsch. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten jetzt ihr Geld vom Arbeitsamt!
Reinicke geht zum Insolvenzrichter! Der geneigte Beobachter fragt sich: Was hat er denn vor seinem Amtsantritt auf Herz und Nieren geprüft, wenn er jetzt Insolvenz anmelden muss? Was ist aus seinen Potenzialen in Millionenhöhe geworden?
Und die Frage darf man am Ende stellen: Wie glaubwürdig muss ein Unternehmensführer sein?
Hendrik Geschier
Bad Neuenahr-Ahrweiler
