Handarbeitskreis im Augustinum spendete 4000 Euro
Einsatz für andere Menschen
Seniorinnen bastelten und strickten für Nachbar in Not, Flüchtlingshilfe, Hospiz-Verein und Jugendhilfeverein
Bad Neuenahr. Sie haben so manche Stunde gebastelt, gestrickt, gehäkelt oder gestickt, die Mitglieder des Handarbeitskreises im Bad Neuenahrer Wohnstift Augustinum. Die bunten, hübschen und nützlichen Erzeugnisse vom flauschigen Teddy bis zum Topflappen verkauften die 12 bis 14 fleißigen „Handwerker“ bei Basaren. Das Geld, stattliche 4000 Euro, spendeten die Damen an vier Hilfsorganisationen, die im Kreis Ahrweiler tätig sind. Sprecherin Hildburg Koch überreichte je 1000 Euro und freute sich, dass ihre Mitglieder gleichzeitig eine abwechslungsreiche und interessante Beschäftigung gefunden hätten und nun mit dem Geld dort helfen könnten, wo wirklich Probleme aufgetreten sind. Glücklich über das Engagement der Bewohnerinnen zeigte sich auch Caroline Hillesheim, die Leiterin des Seniorenstifts.
Jeder Cent kommt an
Landrat Dr. Jürgen Pföhler versicherte, dass das Geld bei „Nachbar in Not“ gut aufgehoben sei: „Hier geht kein Cent verloren. Das gesamte Geld kommt denen zugute, die es bitter brauchen.“ Als Beispiel nannte der Landrat eine Familie, deren Haus bei einer Gasexplosion völlig zerstört wurde. Die Familie habe nichts mehr gehabt, da habe die Kreis-Aktion ihnen erst einmal ein paar Euro gegeben, um überhaupt das Nötigste anschaffen zu können. Der Hilfsfond helfe da, wo keine andere Institution so schnell eingreifen könne. „Wir setzen dort an, wo Menschen unverschuldet in eine Sackgasse geraten sind. Es sind ausschließlich gemeinnützige Zwecke, die Spenden sind also auch absetzbar“, so Dr. Pföhler.
1000 Euro für ökumenische Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr
Ebenfalls 1000 Euro bekam die ökumenische Flüchtlingshilfe Rhein-Ahr, deren Vorsitzender Klaus Neufang das Geld entgegennahm. Er betonte die hohe Bedeutung dieser ehrenamtlichen Arbeit gerade jetzt, wo viele Flüchtlinge nach Deutschland kämen und Hilfe bräuchten. Allein im Kreis Ahrweiler seien im vergangenen Jahr etwa 300 Personen aufgenommen worden, die teilweise nach schweren Schicksalsschlägen und mittellos hier viele Probleme hätten. Die etwa 15 Mitarbeiter aus den evangelischen Gemeinden Bad Neuenahr-Ahrweiler und Remagen-Sinzig setzen sich seit nun 29 Jahren für die Flüchtlinge ein, ihre Arbeit ist so gestiegen, dass zu den ehrenamtliche nun auch ein hauptamtlicher Kollege in die Aufgaben eingebunden ist.
Unterstützung für junge Menschen
„Ältere Mädchen spenden für junge Mädchen“, lachte Kreisbeigeordneter Friedhelm Münch bei der Übergabe der 1000 Euro, als Hildburg Koch den gefüllten Umschlag an Lorena Gambrich und Karin Lehmberg vom Jugendhilfeverein Rhein-Ahr überreichte. Als ein Besucher der kleinen Feierstunde anmerkte, dass zwischen diesen „Mädchen“ doch einige Jährchen lägen, konterte Vereinsvorsitzender Münch: „Dazwischen liegt das Leben.“ Der Jugendhilfeverein engagiert sich in verschiedenen Projekten und Aufgaben für junge Menschen und gewährt Hilfe, Unterstützung und sozialpädagogische Begleitung. Am Ende ihres Lebens sind die Menschen angekommen, für deren selbstbestimmten und würdigen Abgang sich der Hospiz-Verein Rhein-Ahr einsetzt. Vor allem Vorsitzende Ulrike Dobrowolny hat jahrzehntelang dafür gekämpft, dass ein Hospiz im Kreis Ahrweiler eingerichtet wird. Die drei Millionen Euro Baukosten und einen jährlichen Betriebskostenzuschuss von 200.000 Euro muss der eigens dafür gegründete Verein aufbringen. Ulrike Dobrowolny betonte, der Verein bekomme keine öffentlichen Zuschüsse, da sei es ein besonderer Erfolg, dass aller Voraussicht nach das Hospiz noch in diesem Jahr in Bad Neuenahr eröffnet werde.
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