Allgemeine Berichte | 26.06.2026

St. Pius Revival

Emotionales Pius-Jugend Revival mit besonderem Ehrengast

Trotz hohen Temperaturen - die Wiedersehensfreude war riesengroß beim Pius-Jugendrevival in Kathinkas Weingarten.

Rund 50 ehemalige Aktive der St.-Pius-Jugendarbeit der 80er Jahre trafen sich nach Jahrzehnten zu einem bewegenden Wiedersehen in den Bachemer Weinbergen. Erinnerungen an eine prägende Zeit, die Musik der 80er Jahre sowie der Abschied von ihrer durch die Flut schwer beschädigten und inzwischen profanierten Pius-Kirche standen dabei im Mittelpunkt. Riesengroß war die Freude über einen besonderen Ehrengast.

Es war ein Abend voller Erinnerungen, Umarmungen und bewegender Momente: Rund 50 ehemalige „Piusianer“, die in den 1980er Jahren die Jugendarbeit der Pfarrei St. Pius maßgeblich geprägt hatten, trafen sich am vergangenen Samstag zu einem Revival der besonderen Art. Schauplatz des Wiedersehens war Kathinkas Weingarten hoch über Bachem – ein Ort, der nicht zufällig vom elfköpfigen Organisationsteam ausgewählt worden war. Zwischen Weinbergen, Sommerhitze und den Weinen des Weinguts Kurth wurde bis tief in die Nacht gelacht, gefeiert, getanzt und in Erinnerungen geschwelgt.

Emotionales Wiedersehen

Ab 18 Uhr trafen die ehemaligen Jugendlichen nach und nach ein. Für viele begann sofort eine emotionale Reise in die Vergangenheit. Manche hatten sich seit nahezu vier Jahrzehnten nicht mehr gesehen. Dennoch waren viele Gesichter, Stimmen und vor allem das gemeinsame Lachen sofort wieder vertraut.

„Wenn uns vor 40 Jahren jemand gesagt hätte, dass wir uns im Jahr 2026 wiedersehen würden, um unsere Jugendzeit bei St. Pius zu feiern, hätten wir vermutlich geantwortet: Klar – und bis dahin gibt es fliegende Autos“, ließ ein Teilnehmer scherzhaft verlauten. Die fliegenden Autos seien zwar ausgeblieben, das Wiedersehen aber tatsächlich Wirklichkeit geworden.

Dabei reicht die Geschichte dieses Treffens viele Jahre zurück. Bereits vor rund acht Jahren gab es erste Überlegungen, die ehemalige Pius-Jugend noch einmal zusammenzubringen. Damals hatte der frühere Pastor Dörrenbächer den Initiatoren sogar zugesagt, für ein solches Treffen noch einmal die alte Wirkungsstätte zur Verfügung zu stellen: das legendäre Pfarrheim St. Pius.

Doch dann kamen Corona und gleich im Anschluss die Flutkatastrophe. Letztere zerstörte nicht nur die Pläne für das Wiedersehen, sondern auch Kirche und Pfarrheim.

Vom Flutschicksal nicht entmutigt

Aufgeben kam für die ehemaligen Jugendlichen jedoch nicht infrage. Vor rund einem Jahr gründete sich schließlich ein Organisationsteam, das sich regelmäßig traf, Ideen sammelte, Kontakte recherchierte und die Veranstaltung plante. Schon diese Treffen wurden für viele zu kleinen nostalgischen Höhepunkten.

So wurde das Revival schließlich zu weit mehr als einem „Klassentreffen“. Es wurde zu einer Begegnung mit einem wichtigen Kapitel der eigenen Lebensgeschichte. Erinnerungen an die regelmäßigen Treffen im Keller des Pfarrheims, die Mitgestaltung von Pfarrgemeinde-Events, Autorallyes, Ferienfreizeiten, Zeltlager, Discos und vieles mehr wurden wieder lebendig. Freundschaften wurden an diesem Abend neu belebt, als wäre die Zeit stehen geblieben.

Ein besonderer Höhepunkt des Abends war der Besuch von Pastor a. D. Gerhard Schwan. Der damalige Vikar hatte in den 1980er Jahren zwar nur drei Jahre in St. Pius gewirkt, war vielen aber bis heute durch seine offene, herzliche und empathische Art in bester Erinnerung geblieben. Für die Jugendarbeit jener Zeit war er weit mehr als ein geistlicher Begleiter: Mit großem Engagement, unermüdlicher Unterstützung und viel Vertrauen in die Jugendlichen war er einer ihrer wichtigsten Förderer und Motoren. Auf Gerhard Schwan konnten sich die jungen Menschen stets verlassen – er hatte immer ein offenes Ohr, ermutigte zu neuen Ideen und prägte die lebendige Gemeinschaft von St. Pius maßgeblich mit. Entsprechend groß war die Freude, ihn nach so langer Zeit wieder in der Mitte „seiner“ Jugendlichen begrüßen zu können.

Ein Stück St. Pius für die Ewigkeit

Sichtlich gerührt zeigte sich der Geistliche, als ihm ein außergewöhnliches Erinnerungsstück überreicht wurde. Ein Mitglied des Organisationsteams hatte eigens für diesen Anlass ein Windlicht umgestaltet und damit zugleich die Idee für das Geschenk eingebracht. Das besondere Erinnerungsstück wurde mit historischen Glasscheiben aus den bleiverglasten Fenstern der inzwischen profanierten Piuskirche bestückt und symbolisiert die enge Verbundenheit der ehemaligen Jugendlichen und Gerhard Schwan mit ihrer einstigen Wirkungsstätte.

Künftig soll das Windlicht Gerhard Schwan an die gemeinsame Zeit in St. Pius, an die prägende Jugendarbeit der 1980er Jahre sowie an das Revival im Jahr 2026 erinnern. Zugleich bewahrt es ein Stück Kirchengeschichte, das mit dem bevorstehenden Abriss der Kirche auch baulich verschwinden wird.

„Die Pius-Gemeinde war immer sprühend, immer lebendig, weil viele Menschen sie lebendig gemacht haben. Sie lebt bis heute in meinem Herzen weiter. Mein Wunsch an euch und an die Pfarrei ist, dass der Geist von St. Pius immer lebendig bleibt – auch wenn es das Gebäude bald nicht mehr geben wird“, sagte Gerhard Schwan mit einer kleinen Träne im Auge.

Ein Abend mit Abschied und Neuanfang

Neben vielen Emotionen, Gesprächen, Fotos und Erinnerungen sorgte die Musik an diesem Abend für die passende Zeitreise. Die größten Hits der 1980er Jahre – wie einst bei den legendären Pius-Discos - aufgelegt von den damaligen DJs und selbstverständlich von Vinyl – ließen die ehemaligen „Piusianer“ noch einmal in ihre Jugend eintauchen und sich für einige Stunden „wie damals“ fühlen. Extra für diesen Abend gedruckte Bierdeckel mit dem damaligen Logo der Pius-Jugend sorgten für eine weitere emotionale Überraschung.

Am Ende waren sich viele Teilnehmer einig: Dieses Wiedersehen darf kein einmaliges Event bleiben. Die Begeisterung war bei allen Teilnehmenden so groß, dass bereits über eine Fortsetzung nachgedacht wird.

So wurde aus diesem Revival ein Abend voller Gemeinschaft, Dankbarkeit und Erinnerungen – und ein würdiger Abschiedsgruß an einen Ort, der für viele Menschen im Ahrtal weit mehr als nur eine Kirche war.

Hatte viel Spaß und teilte unvergessliche Erinnerungen mit „seiner“ Piusjugend. Der ehemalige Vikar von St. Pius, Gerhard Schwan.

Hatte viel Spaß und teilte unvergessliche Erinnerungen mit „seiner“ Piusjugend. Der ehemalige Vikar von St. Pius, Gerhard Schwan. Foto: Gabriela Contoli

Extra für das Revival ließ ein Mitglied des Organisationsteams Bierdeckel mit dem Pius-Jugend-Logo von damals bedrucken.

Extra für das Revival ließ ein Mitglied des Organisationsteams Bierdeckel mit dem Pius-Jugend-Logo von damals bedrucken. Foto: Gabriela Contoli

Ein Unikat! Das mit historischen Glasscheiben aus den bleiverglasten Fenstern der Piuskirche umgestaltete Windlicht als Erinnerungsgeschenk für Gerhard Schwan.

Ein Unikat! Das mit historischen Glasscheiben aus den bleiverglasten Fenstern der Piuskirche umgestaltete Windlicht als Erinnerungsgeschenk für Gerhard Schwan. Foto: Gabriela Contoli

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Trotz hohen Temperaturen - die Wiedersehensfreude war riesengroß beim Pius-Jugendrevival in Kathinkas Weingarten. Foto: Gabriela Contoli

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