Deutsches Rote Kreuz im Ahrkreis
Engagement zur Verbesserung der Sicherheit
Neue Helfer-vor-Ort-Gruppen in Harscheid und Kirchsahr gegründet
Kreis AW. Dass im Notfall bereits wenige Minuten für den weiteren Genesungsweg von Betroffenen entscheidend sind, ist weitläufig bekannt. In Harscheid und Kirchsahr haben sich zehn Mitbürger entschieden, zum Wohle ihrer Ortsgemeinschaft aktiv zu werden und die Hilfe im Notfall zu beschleunigen: Zwei neue „Helfer vor Ort (HvO)“-Gruppen wurden dort gegründet. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) im Ahrkreis leitet das Projekt und bildete die Helfer aus. Seit 2003 betreibt das DRK das spendenfinanzierte HvO-Projekt im Ahrkreis. Helfer vor Ort kommen immer dann zum Einsatz, wenn sich ein medizinischer Notfall ereignet und der Rettungsdienst, beispielsweise aufgrund der Fahrstrecke von der Rettungswache bis zum Einsatzort, eine längere Anfahrtszeit hat als der Helfer aus der Nachbarschaft. Die freiwilligen Helfer werden in einer 80-stündigen Ausbildung vom DRK auf ihren Einsatz vorbereitet. Sie leisten ihren Dienst in dem zugewiesenen Einsatzbereich, verfügen über eine Basis-Notfallausstattung und werden zeitgleich mit dem Rettungsdienst alarmiert. Bei medizinischen Notfällen sind die HvO in über 80 Prozent der Fälle mit einem deutlichen Zeitvorteil an der Einsatzstelle und leisten erweiterte Erste Hilfe, bis der Rettungsdienst eintrifft und die notfallmedizinische Versorgung mit seinen speziellen Möglichkeiten fortführt und die Patienten danach in eine geeignete Klinik transportiert. Mehrere Wochenenden und Abende mussten die zehn neuen Helfer, sechs in Harscheid und vier in Kirchsahr, beim DRK die Schulbank drücken, um die 80-stündige Ausbildung zu absolvieren und sich dann, wie jeder Rotkreuzler auch, der ärztlichen Prüfung zu stellen. Ein weiterer Mitbürger ließ sich als zusätzlicher Helfer für die bereits bestehende Gruppe in Krälingen ausbilden. Die Besonderheit ist, dass diese engagierten Mitbürger bisher mit dem DRK im Wortsinn „nichts zu tun hatten“. Um im Einsatz entsprechend versichert zu sein, sind sie freie Mitarbeiter des DRK geworden und engagieren sich ausschließlich für das Wohl ihrer Mitbürger im HvO-Projekt des DRK-Kreisverbandes Ahrweiler. „Die Mitglieder unserer zehn Ortsvereine und unsere hauptamtlichen Mitarbeiter wohnen im ganzen Kreisgebiet verteilt. Viele engagieren sich neben den örtlichen Rotkreuzaufgaben ebenfalls in diesem Projekt. Dennoch haben wir in einem Flächenkreis wie dem Unseren das Problem, dass immer noch weiße Flecken auf der Karte sind, wo eben keine HvO vorhanden sind. Durch dieses Engagement konnten wir wieder zwei Lücken schließen“, freut sich DRK-Kreisvorsitzender Achim Haag über dieses Bürgerengagement und richtet seinen Dank auch an Projektleiter Mike Robe, der mit weiteren ehrenamtlichen Ausbildern den Lehrgang organisierte. Haag wünscht sich, dass die neuen Helfer aus der Nachbarschaft möglichst wenig Einsätze für das DRK bewältigen werden. „Jeder HvO-Einsatz bedeutet, dass es Mitbürgern schlecht geht“, gibt Haag zu bedenken. Und natürlich freue man sich als Rotkreuzler am meisten, wenn man möglichst wenig gefordert wird, denn dann geht es den Mitbürgern gut, und das sei natürlich das Beste für alle Beteiligten.
