LitGruppe im SNW
Erich Kästner - ein Mann gibt Auskunft
Prosa und Verse mit Anne Pförtner am 21. August
Satiriker, so bekannte Erich Kästner einmal, sind Idealisten. In seiner „Kleinen Sonntagspredigt“ schreibt er „Vergesst in keinem Falle, auch dann nicht, wenn vieles misslingt: die Gescheiten werden nicht alle (so unwahrscheinlich das klingt). In diesem Vers blitzt das Positive auf, nach dem Kästner immer wieder gefragt wurde. Erich Kästner, der Satiriker, der Lyriker, der Kabarettist, der Moralist, der Kinderbuchautor war aber vor allem ein unbestechlicher Zeitzeuge. Der 17-jährige Kästner wurde 1917 zum Militär einberufen und kam schwer herzkrank wieder zurück. Dieses ihn prägende Jahr beschrieb er in seinem Gedicht „Sergeant Waurich.“ Später wurden seine Bücher verbrannt und er wurde mit einem Berufs- und Publikationsverbot belegt. Anlässlich der Herausgabe des Gesamtwerkes von Erich Kästner schreibt Hermann Kesten in seiner Einleitung im Jahr 1968: „Kästner ist ein Moralist, ein grundsätzlicher Rebell, ein radikaler Humanist, von Natur aus vernünftig, er ist diskret und verschwenderisch, schüchtern und verwegen... er ist ein Weltfreund und ein konsequenter deutscher Poet." Erich Kästner, der unbeirrbare und präzise Zeitzeuge, ist bis heute hoch aktuell. Er starb im Juli 1974 - also vor 40 Jahren - in München. Aus diesem Anlass trägt Anne Pförtner aus seinem umfassenden Gesamtwerk - sie hat sich dabei notwendigerweise auf seine Arbeiten aus den Jahren 1928 bis 1944 beschränken müssen - eine Auswahl seiner Prosa und Verse vor und wird dabei von Herbert Kummert begleitet. Diese für alle offene und kostenlose Veranstaltung der LitGruppe im SNW findet am Donnerstag, 21. August, 15.30 Uhr in der Villa Sibilla statt.
