Allgemeine Berichte | 01.08.2014

Bobby überlässt Kater Geronimo einmal das Wort

Es geht wieder aufwärts mit mir

Zum „Weltkatzentag“ am 8. August gibt es einen Informationsstand an „Ellinor‘s Lifestyle“

Heute hat Kater Geronimo einmal das Wort. privat

Hallo Leute, liebe Kinder,

heute hat mir Kater Bobby vom Katzenschutzverein Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. mal erlaubt, ihn zu vertreten. Mein Name ist Geronimo, ich bin circa drei Jahre alt, ein reinrassiger Maine-Coon-Kater, und ich möchte Euch gern meine Geschichte erzählen, soweit sie bekannt und nachverfolgbar ist.

Ich wuchs sicherlich gut behütet bei meiner Katzenmama auf – daran kann ich mich aber gar nicht mehr erinnern. Was dann passierte, liegt so weit zurück, dass mir die Erinnerung fehlt. Es kann sein, dass ich als Zuchtkater gekauft wurde oder als Spielkamerad für nette Kinder, ich weiß es leider nicht mehr. Auf jeden Fall hatten mich meine neuen Besitzer nicht kastrieren lassen. Vielleicht überkam mich die Liebestollheit und ich ging auf Wanderschaft oder meine Besitzer wollten mich nicht mehr bei sich haben und haben mich weggejagt – Null Ahnung! Ich war auf jeden Fall unterwegs und nirgends willkommen. Ich musste zusehen, wie ich an etwas Futter kam und so wanderte ich durch die Gegend.

Mit der Zeit wurde mein tolles langes Fell immer zotteliger und unansehnlicher. Von dem tollen, feinen Rassekater war nichts mehr übrig. Vermutlich wurde ich auf meiner Wanderschaft immer wieder vertrieben. Ich weiß nicht, wie es passierte, aber ich muss auch geschlagen, getreten und mit einem Besenstiel oder Stock verprügelt worden sein. Ich habe es einfach verdrängt, aber nicht vergessen, auch fielen immer wieder böse Worte - „Mistvieh“, „verlaustes Monster“ und noch schlimmere Namen wurden mir gegeben. Ich wurde immer verzweifelter, mir tat wirklich jeder einzelne Knochen im Leib weh, ich hatte furchtbaren Hunger und wusste nicht, ob ich den nächsten Tag noch erleben würde.

Ein tierlieber Zweibeiner holte mich aus der Verwahrlosung

Dann kam ich in einen kleinen Ort und mich entdeckte ein tierliebender Zweibeiner, der mich vorsichtig ansprach - aber konnte ich ihm vertrauen? Meine Angst war riesengroß und ich habe mich vorsichtshalber erst einmal versteckt. Dann nahm der Mann ein Ding aus der Jackentasche und tippte darauf herum und sprach dann mit diesem Teil. Er besorgte mir auch, o Wunder, etwas zu essen. Nach einiger Zeit habe ich dann meinen ganzen Mut zusammengenommen und bin zu dem Futter hin. Es tat gut, endlich etwas zwischen die Zähne zu bekommen, aber als es unten war, tat mir der ganze Bauch weh, das hat der Mann aber zum Glück nicht bemerkt.

In der Zwischenzeit war eine Frau gekommen mit einem komischen Kasten – ich konnte mich erinnern, dass es solche Kästen in meinem früheren Leben schon mal gab und ich darin transportiert wurde, mal zum Tierdoktor (war nie sehr angenehm) und als ich zu meinen früheren Besitzern gebracht wurde. Die Frau hatte allerdings nicht mit so einem großen Kerl gerechnet, wie ich nun mal bin, und musste noch einmal los, eine größere Box mitbringen (hatte sie bei sich zu Hause). Ich habe dann in der Zwischenzeit mit dem freundlichen Mann gewartet, was sollte ich auch sonst machen, hier gab es endlich nach langer Zeit erstmals wieder etwas zu essen und ein paar freundliche Worte.

Zwischenzeitlich war die nette Frau zurückgekehrt und packte mich in die große Transportkiste. Sie bedankte sich bei dem aufmerksamen Mann und wir fuhren in einem Auto weg. Ich war gespannt, was jetzt mit mir passieren würde, aber ich hatte auf jeden Fall keine Angst mehr, schlimmer, als es bis dahin war, konnte es nicht mehr werden. Bei der netten Frau, es handelte sich um Tante Doris Efferz vom Katzenschutzverein Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. (hat mir der Bobby später verraten), wartete schon eine zweite Frau und beide haben sich ganz liebevoll um mich gekümmert.

Der Tierdoktor schickte mich in die Tierklinik

Mein Fell war dick verfilzt und zog die Haut von meinem Körper schmerzhaft hoch. Überall hatte ich Kratzer und Wunden. Unter dem verfilzten Fell hatten sich schon Parasiten breitgemacht. Alles juckte und ziepte und war fürchterlich. Ich wurde dann auf das Sofa gesetzt, und nachdem mir beide Damen gut zugeredet hatten, wurde mir das Fell abgeschnitten – eine andere Lösung gab es nicht. Nach einer ersten Versorgung meiner Wunden wurde ich zum Tierdoktor gebracht. Der hat vielleicht einen Schreck bekommen, als er mich so nackelig sah, hat mich dann aber ganz genau untersucht und stellte ein komisches Geräusch in meinem Bauch fest.

Er hat eine Röntgen-Untersuchung mit Kontrastmittel gemacht (anders ist das nicht zu sehen) und meinte dann – „ich kann hier nichts machen, der Bursche muss in eine Tierklinik und ganz schnell operiert werden – Zwerchfellriss – ausgelöst durch die Schläge und Tritte – hoffentlich ist er noch zu retten“. War wirklich ich gemeint? Mein noch so junges Leben hing jetzt an einem seidenen Faden? Ihr könnt mir glauben, meine Angst war riesengroß.

Zwei Operationen retteten mein Leben

Ich wurde dann wirklich in die Tierklinik gebracht und dort sofort operiert – nach ein paar Tagen kam ich auf eine Pflegestelle – alle dachten, jetzt geht es aufwärts – ich durfte nicht springen oder klettern, wurde immer gehoben, wenn ich zeigte, ich möchte auch mal aus dem Fenster schauen oder wenigstens sehen, wie die Welt von da oben aussieht, aber mir ging es noch nicht besonders toll. Ich habe dann erfahren, eine zweite Operation ist notwendig – „hoffentlich schafft er es auch dieses Mal“, hörte ich immer wieder. Aber ich wollte leben und so habe ich auch dieses überstanden.

Ganze sechs Wochen musste ich mich mit einem kleineren Auslauf begnügen, war gar nicht so angenehm, ich habe viel gemeckert und hatte oft schlechte Laune, aber dann auf einmal war es überstanden - die gesamte Pflegestelle gehörte mir (und den anderen Pflegekatzen, die dort auch Aufnahme gefunden hatten). In der Zwischenzeit war mein Fell auch wieder etwas nachgewachsen und ich sah annähernd aus, wie es sich für einen echten Maine-Coon-Kater gehört – einfach prächtig.

Jetzt wurden neue Dosenöffner für mich gesucht und zum Glück gefunden. Dort leben noch zwei Mädels, mit denen habe ich mich arrangiert – kastriert wurde ich selbstverständlich auch – und mir geht es richtig gut. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem menschlichen männlichen Mitbewohner verstehe ich mich jetzt mit ihm super und ich bekomme, was ich bisher so vermisst habe – Liebe und ganz viele Streicheleinheiten. Ich habe einen supergroßen Garten und ein tolles Haus und mir wird (fast) jeder Wunsch von den Augen abgelesen. Inzwischen ist mein Fell ganz nachgewachsen und ich sehe aus, wie es sich für einen prächtigen Maine-Coon Kater gehört.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten habe ich mich eingelebt

Ach so, ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass die Operations- und Tierarztkosten ein ganz schön großes Loch in die Vereinskasse gerissen haben, aber meine Leute vom Katzenschutzverein Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. haben es schließlich für mich ausgegeben und ich bin es einfach wert - genau wie alle anderen Samtpfoten, um die sich unser Verein kümmert! Egal ob Rassekatze oder Streuner, bei uns werden alle gleich behandelt und werden auch für die gleiche Schutzgebühr in ihr neues Zuhause vermittelt. Ich möchte jetzt noch einmal ganz herzlich bei meinen Leuten vom Katzenschutzverein Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V. bedanken – vor allen Dingen bei meiner Pflegemama Regina, die hat meine miese Laune oft genug ertragen müssen – ohne Euch wäre ich und sicherlich auch die anderen Samtpfötchen, um die Ihr Euch kümmert, schon lange nicht mehr am Leben.

Dieses ist mein Beitrag zum „Weltkatzentag“ am 8. August - kommt doch an diesem Tag mal zu unserem Informationsstand vor „Ellinor’s Lifestyle“, Niederhutstraße 56, Ahrweiler – unsere zweibeinigen, ehrenamtlichen Helfer freuen sich auf Euren Besuch.

Tschö – Euer Kater Geronimo vom Katzenschutzverein Bad Neuenahr-Ahrweiler e.V.

Heute hat Kater Geronimo einmal das Wort. Foto: privat

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