Lokalsport | 22.07.2013

Zugspitz Extrem Berglauf 2013

Extremlauf auf den höchsten Berg Deutschlands

Karl Günter Peters nahe dem Berggrat Gatterl/Tirol in 2.000 Meter Höhe und fünf Kilometer vor dem Ziel. privat

Kreisstadt. „Du läufst beim Zugspitzlauf mit? Du weißt schon, dass dort vor ein paar Jahren Läufer ums Leben gekommen sind?“

Diese Reaktion erhielt Karl Günter Peters fast von jedem, dem er erzählte, dass er für den „Zugspitz Extrem Berglauf“ trainiere und dort am 1. Sonntag im Juli starten wolle. Er wisse um die tragischen Geschehnisse von 2008, als zwei Läufer wegen eines Wetterumsturzes an Unterkühlung und Erschöpfung starben. Seit diesem Ereignis reagieren die Veranstalter sehr sensibel auf die vorherrschende Wetterlage und behalten sich vor, den Lauf auch kurz vor dem Start noch abzusagen oder bieten eine kürzere Variante an. So entschied man sich dieses Jahr schon zwei Tage vor dem Event, den Lauf beim Sonn-Alpin in 2.578 Meter über Normalnull, circa 1,3 Kilometer und 380 Höhenmeter vor dem Zugspitzgipfel (2.962 Meter über Normalnull), zu beenden. Deutlich mehr Alt- und zusätzlicher Neuschnee der vorherigen Woche ließen einen gefahrlosen Aufstieg nicht zu.

Trotz des strahlend blauen Himmels und +22 Grad am Startplatz wiesen die Veranstalter am Renntag via Lautsprecher nochmals deutlich darauf hin, dass der Lauf in hochalpines Gelände führe, profilierte Trailschuhe wichtig seien und die Läufer Regen- und Windschutzjacke sowie Handschuhe und Mütze, wie schon in der Ausschreibung empfohlen, mitnehmen sollten.

Dann wurde der Start in Ehrwald/ Tirol (990 Meter über Normalnull) freigegeben und fast 1.000 Läufer aus 20 Nationen nahmen die Herausforderung Zugspitzlauf über 16,61 Kilometer und 1.836 Höhenmeter an. Die ersten beiden Stunden waren sehr gut zu bewältigen, es ging ständig bergauf Richtung Hochfelder Alm/Bayern (1.732 Meter über Normalnull), aber die Wege waren breit und die Sonne brannte. Doch schon bald wurden die Pfade schmaler, der Laufuntergrund steiniger und die Luft langsam dünner. Über die ersten Schneefelder ging es über einen Grat wieder Richtung Österreich und am Gatterl (2.024 Meter über Normalnull) wurde die Landesgrenze erneut überquert. Hier hatte man eine fantastische Aussicht über die faszinierende, bizarre Felsenlandschaft der Tiroler Alpen. Die nächsten zwei Kilometer führten über dicke Felsplatten und durch zerklüftetes Gelände. Plötzlich war die Sonne verschwunden, es wurde deutlich kühler und der Nebel wurde immer dichter, je höher man kam. Nach der Knorrhütte, der letzten Verpflegungsstation, waren es noch 3,3 Kilometer und knapp 600 Höhenmeter bis zur Zielflagge. Hier begann der eindeutig schwierigste Teil des „Zugspitz Extrem Berglaufs“. Das Atmen ist in einer Höhe von 2.500 Meter wirklich anstrengend und die Schritte auf den nun fast ständig schneebedeckten steilen Spuren wurden immer kürzer und schwerer. Doch dann, nach insgesamt knapp 3,5 Stunden Anstieg, war das Ziel, die Sonn-Alpin Bergstation (2.578 Meter über Normalnull) erklommen. Hier spürte man, dass man sich in hochalpinen Regionen befand, denn die dünne Luft war nur +3 Grad „warm“ und der Wind pfiff über die Alpengipfel.

Nun hatte man auch Verständnis für die Entscheidung des Veranstalters, aus Sicherheitsgründen den Lauf dieses Jahr nicht am Zugspitzgipfel enden zu lassen: Denn wie man sehen konnte, war der 1,3 Kilometer steile, letzte Aufstieg zur leicht im Nebel verhüllten Bergspitze über sehr schmale Grate und felsige Pfade vereist und verschneit.

Karl Günter Peters nahe dem Berggrat Gatterl/Tirol in 2.000 Meter Höhe und fünf Kilometer vor dem Ziel. Foto: privat

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