Politik | 22.09.2015

Landes-Kommission „Unser Dorf hat Zukunft“ besuchte Dernau

Fachleute verteilten viel Lob

Positive Anregungen für die Zukunft gegeben

Ingrid Näkel-Surges und Elke Surges mit der Kommission im „Burggarten“.WITE

Dernau. Viel Lob und Ansporn der Landes-Kommission „Unser Dorf hat Zukunft“ gab es für die positive Entwicklung des Weinortes Dernau. Besonders das hohe ehrenamtliche Engagement, der gelungene Umbau alter Gebäude, die Gestaltung von Weingütern und Gaststätten- und Innenhöfen sowie die neue Sportanlage fielen bei der Kommission positiv auf. Als Kreissieger hatte sich Dernau, als eine von elf Gemeinden, für die Sonderklasse dieses Wettbewerbs qualifizieren können. Die Sieger der Haupt- und Sonderklasse werden am 13. November von Ministerpräsidentin Malu Dreyer in der Fruchthalle Kaiserslautern ausgezeichnet. Damit verbunden sind zwei Sonderpreise in Höhe von jeweils 4.000 Euro. Hiermit sollen vorbildliche Initiativen und Maßnahmen zur Stärkung der Innenentwicklung der Dörfer honoriert werden. Zudem nehmen die Sieger im kommenden Jahr am Bundesentscheid teil. Die Fach-Jury hatte sich in Dernau zunächst bei einer Rundfahrt durch die Gemarkung ein Bild machen können - unter anderem auf und vom Krausberg - und dem neuen Sportplatzgelände mit Leichtathletikanlage. Elke Surges, Beigeordnete der Gemeinde Dernau, und Ingrid Näkel-Surges vom Verkehrsverein Dernau konnten neben den Kommissionsmitgliedern zahlreiche Bürger, Weinkönigin Julia Bell, Vertreter von Vereinen, der im Dorf vertretenen politischen Parteien, Verbandsbürgermeister Achim Haag, den Kreisbeigeordneten und MdL Horst Gies sowie Raymund Pfennig, zuständiger Abteilungsleiter bei der Kreisverwaltung Ahrweiler, und Angelika Petrat, Leiterin der Kreis-Kommission und Dorferneuerungsbeauftragte, begrüßen. Bevor sich diese jedoch auf den Rundgang durch das Dorf machten, gab es noch einführende Erläuterungen. Im Gewölbekeller der Dagernova Winzergenossenschaft an der Kirche stellten Elke Surges und Ingrid Näkel Surges das WeinKulturDorf Dernau anschaulich in Wort und Bild dar. An zahlreichen Beispielen erläuterten sie die geforderten Kriterien: Entwicklungskonzepte, wirtschaftliche und touristische Initiativen; bürgerschaftliches Engagement, soziale und kulturelle Aktivitäten; Baugestaltung- und Entwicklung sowie Grüngestaltung/Das Dorf in der Landschaft. Dieser Präsentation hatten Bernd Schreiner sowie Ortsbürgermeister Alfred Sebastian im Vorfeld erarbeitet. Sebastian konnte wegen einer bereits länger geplanten Urlaubsreise nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Zudem präsentierte der Verkehrsverein den Weinort mit Fotos auf Stellwänden. „Rund ein Dutzend junge Menschen entscheidet sich jedes Jahr in Dernau für den Beruf des Winzers. Mit fast 70.000 Übernachtungen jährlich ist auch hier ein kontinuierlicher Anstieg zu verzeichnen“, konnte Ingrid Näkel-Surges weiter vermelden. Die Besucherzahlen konnten hierbei auch im Frühjahr (Weinfrühling) und im Spätherbst (Martinsmarkt) gesteigert werden.

Vieles umgesetzt

Und die Kommission konnte sich bei ihrem fast zweistündigen Rundgang davon überzeugen, dass in Dernau schon vieles umgesetzt ist. Der Weg führte zunächst in den „Hofgarten“ mit seiner einladenden Begrünung, von dort ging es weiter zur Kirche, dem altem Pfarrhaus - einem Begegnungszentrum - sowie dem Jugendtreff. Hier erläuterte Georg Josten kurz die Geschichte der Kirche sowie die Renovierung der Orgel. Innerhalb kurzer Zeit hat sich die „Kunstakademie Altenahr“ in Dernau fest integriert und bietet in dem Weinort auch Ausstellungen an. Weiter führte der Rundgang in den Weinbaubetrieb und die Straußwirtschaft von Volker Riske. Von dort ging es zum Dorfplatz, wo das Engagement der „Wanderfreunde Dernau“ von Franz Trarbach erläutert wurde. Dann wurden die Aktivitäten „der Kiere“ erläutert. Der Schlosshof ist Dernaus ältestes Weingut. Erwähnt wurden hier die Straußwirtschaft „Im Gässchen“ sowie das „Filmstübchen“, wo die Arbeit der Winzer übers` Jahr gezeigt wird. Große Beachtung fanden auch das Atelier der Dernauer Künstlerin Gudrun Näkel (in der Bonner Straße) sowie die beiden Ferienhäuser „Tant` Anna (an der Grundschule) sowie das „historisches Winzerhäuschen“ des Weinguts Riske (alte Ortsmitte). Einige gute Beispiele für den zeitgemäßen Umbau und die Nutzung alter Bausubstanz in Dernau. Ingrid Näkel-Surges sprach hierbei von „hohem Komfort in historischen Gebäuden“. Gleiches gilt für den gelungenen Umbau des Dernauer Bahnhofsgebäudes. Beeindruckt waren die Kommission-Mitglieder auch von der Straußwirtschaft „Im Burggarten“ von Irma und Hermann Josef Kreuzberg. Hier fiel neben der gelungenen Altbausanierung der Innenhof auf, wobei alte Farben Verwendung gefunden haben.

Vielseitig und farbenfroh

Überhaupt habe man in dem vielseitig und farbenfroh gestalteten Ort viele beeindruckende Innenhöfe gesehen. Und der Kinderspielplatz wird ehrenamtlich in Schuss gehalten. So kümmert sich Helmut Krämer dort um die Rasenpflege, und auch die übrige Pflege des Platzes erfolgt ehrenamtlich. Als positive Beispiele wurden weiterhin beispielhaft genannt: Mundartwettbewerb (Karl Kreuzberg), Seniorentanzgruppe (Leni Großgarten) sowie das hohe zeitliche und finanzielle Engagement des Sportvereins Blau-Gelb Dernau beim Bau der neuen Kunstrasen-Sportanlage für Fußball und Leichtathletik.

Ergebnisse gab es an diesem Tag natürlich noch nicht, da die Landeskommission noch einige Bereisungen vor sich hatte. Zum Abschluss im Dagernova-Weinkeller verteilten die Fachleute jedoch viel Lob, aber auch positive Anregungen: Die Natur, in der auch Brachen wichtig seien, solle man nicht unter den Scheffel stellen. Ebenso wichtig sei auch die Freistellung der Bruchsteinmauern. Und für die beiden Tunneleingänge wurde der Einbau von Fledermausgittern angeregt. Bei der beabsichtigen Umgestaltung des Weinbrunnenplatzes solle man für die bruchgefährdeten alten Pappeln auch an schattenspendende Bäume denken und nicht nur Säulenpflanzen setzen. Ansonsten wurde besonders der Amberbaum zur Dorfbegrünung empfohlen. Dieser hat eine elegante Wuchsform und ist erfreulich anspruchslos und schnittverträglich. Zudem hat dieser dekorative Blätter und eine zauberhafte orange-rote und Bernstein-ähnliche Herbstfärbung, die sich bis zu mehreren Wochen hinziehen kann. Und für einige bislang nur mit Steinen abgedeckte Baumscheiben wurde die Einsaat von Wildblumen vorgeschlagen. „Sie haben eine hohe Messlatte angelegt, und Ihr Dorf hat Zukunft. Wir würden uns freuen, Sie am 13. November in Kaiserlautern begrüßen zu können“, verabschiedete sich Kommissionleiter Franz Kattler aus Dernau.

Die Landes-Kommission:

Leiter ist Franz Kattler Dipl.-Ing. und Referatsleiter Dorferneuerung beim Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur RhPf; Thomas Weyrich Dipl.-Ing., zuständig für „Entwicklungsprojekte und wirtschaftliche Initiativen“; Nathalie Franzen Dipl-Geogr., Dorfplanerin, zuständig für „Bürgerschaftliches Engagement/soziale und kulturelle Aktivitäten“; Rosa Vollmuth Dipl.-Ing., Dorfplanerin; zuständig für „Baugestaltung und Entwicklung“; Sabine Günther Leiterin Stadtgärtnerei Landstuhl, zuständig für „Grüngestaltung- und Entwicklung“ sowie Jürgen Köstel Dipl.-Ing FH beim Landesamt für Umwelt, Wasserwirtschaft und Gewerbeaufsicht RhPf, zuständig für „Das Dorf in der Landschaft“.

Ingrid Näkel-Surges und Elke Surges mit der Kommission im „Burggarten“.Foto: WITE

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