1050 Jahre Heppingen
Festzug schlängelte sich durch den Ort
Heppinger schlüpften in historische Kostüme - zuvor: Festgottesdienst
Heppingen. Ein Jubiläum von und für Heppinger - das war das erklärte Ziel. Ein Fest für die Geschichte, ein Fest für die fast 900 Einwohner Heppingens. Und so waren es auch wirklich die Heppinger selbst, die sich bei ihrer 1050-Jahr-Feier regelrecht selbst übertrafen und am ganzen Wochenende ein denkwürdiges Fest feierten. Einiges hatte man sich einfallen lassen, um das Jubiläum gebührend zu feiern. Immerhin gehen die Ursprünge des Ortes ins Jahr 965 zurück, als Heppingen noch „Hof Havingan“ hieß und der Ort erstmals urkundlich erwähnt wurde. Damit eng verknüpft es der Kölner Erzbischof Bruno I., der laut Urkunden seinen Hof dem von ihm gegründeten Kölner Benediktinerkloster St. Pantaleon vermachte. Das gilt als Geburtsstunde Heppingens, in einer Zeit, die wir heute Mittelalter nennen. Von Mittelalter ist heute in Heppingen keine Spur mehr. Der Ort lebt, weil seine Bürger ihn leben. Das demonstrierten sie eindrucksvoll schon zu Beginn der Feierlichkeiten am Samstagnachmittag.
Ein traditioneller Bestandteil der Feierlichkeiten war der Festgottesdienst in der Heppinger Pfarrkirche. In dem kleinen Heppinger Gotteshaus versammelte sich die geballte Geistlichkeit. Denn mit dabei waren die Zelebranten Dechant Jörg Meyrer, Pfarrer Peter Doerrenbächer, Pfarrer Hans Kuhn sowie der ehemalige örtliche Pfarrer Herbert Ritterath. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Chor „unterwegs“ unter der Leitung von Hannelore Küpper. An der Kirche machte ein großer Blumenteppich mit der Jahreszahl 1050 auf das besondere Jubiläum aufmerksam. Weiterhin hallten Böllerschüsse durch das halbe Ahrtal. Auch sie ließen keinen Zweifel daran: Heppingen hat etwas zu feiern. Flaggen und Kerzen auf den Fensterbänken der Dorfhäuser wiesen zudem auf den besonderen Tag im Ort hin.
Heppingen erlebte 1852 nach der Erbohrung der Apollinarisquelle den Aufstieg von Neuenahr zum Heilbad von internationaler Bedeutung. Einen Mineralbrunnen hatten die Heppinger aber schon früher: Ein Brunnen wird dort bereits im Jahre 1565 genannt.
Nach dem Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin folgte ein Umzug der Vereine und Ehrengäste durch den Ort mit dem Kirchdauner Dorfmusikanten. Einige Heppinger waren dabei in historische Kostüme geschlüpft und gaben dem Umzug einen besonderen Flair. Er schlängelte sich durch die teils engen Gassen mit dem Ziel Heppinger Bürgerhaus. Dort sollte am Abend der Festkommers stattfinden.
Landskrone wurde illuminiert
Über allem thronte die Landskrone, die eigens für das Jubiläum speziell illuminiert wurde. Die Landskrone gilt als Symbol des Ortes im Osten der Kreisstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. Über Jahrhunderte lebten die Menschen in Heppingen im Schatten der Burg Landskrone, bekamen deren Bau, Niedergang und Zerstörung mit. Von der einst stolzen Burg ist nicht mehr viel übriggeblieben. Die mächtige Burg und damit die vielen adligen Herren lenkten Jahrhunderte die Geschicke des Ortes. Und die Landskrone thronte auch über so mancher kriegerischer Auseinandersetzung, die der Ort erlebt hat.
Am gesamten Ablauf gab es nichts zu meckern. Man bemerkte die Mühe, die sich die Heppinger Bürger unter Federführung ihres neuen Ortsvorstehers Klaus Kniel in den vergangenen Monaten gemacht haben, um diesen ungewöhnlichen Ortsgeburtstag rund um das Bürgerhaus feiern zu können. Am Ende stand ein umfangreiches Festprogramm für alle Generationen, das am Abend mit dem Festkommers und zahlreichen Gratulanten seinen Höhepunkt fand.
Über dem Ort thronte der flammende Schriftzug „1050“.
