Max Maier-Pokal für Nachwuchsköche
Frederick Lenders bester Nachwuchskoch
Club der Köche bereits zum 39. Mal Ausrichter dieses Wettbewerbes
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Gewinner des diesjährigen Max Maier-Pokals für Nachwuchsköche wurde Frederick Lenders von Steinheuer`s Restaurant zur Alten Post in Heppingen. Über Platz zwei freuen konnte sich Kira Zinken, einzige Frau in dem Sechserfeld. Ihr Ausbildungsbetrieb ist Brogsitter`s Sanct Peter in Walporzheim. Dritter wurde Lukas Gies (Giffels Goldener Anker, Bad Neuenahr). Platz vier wurde vergeben an die übrigen drei Teilnehmer des Kochwettbewerbs: Rene` Frechen von der Villa am Buttermarkt in Adenau, Daniel Lange (Metzlers Restaurant Hotel Fürstenberg in Bad Neuenahr) sowie an Erik Muschter BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bad Neuenahr-Ahrweiler). Ausrichter dieses Förderungswettbewerbs für Nachwuchsköche war bereits zum 39. Mal der Club der Köche Rhein-Ahr. Dessen Vorsitzender, Kurt Herrmann, engagiert sich bereits seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Ausbildung der Jungköche. Während das Interesse an diesem Beruf in den letzten Jahren rückläufig war, steigt die Zahl der Nachwuchsköche seit 2014 wieder an. Insgesamt bewarben sich diesmal insgesamt elf Jungköche um den Max Maier-Pokal. Nach einem theoretischen Vorentscheid der Köche-Auszubildenden des dritten Ausbildungsjahres der Berufsbildenden Schule (BBS) Bad Neuenahr kochten nun die sechs Besten um den Siegerpokal.
Kochen nach Warenkorb
Diese sechs Erstplatzierten des Vorentscheides kochten jeweils ein Dreigang-Menü, welches sie selbst, nach Vorgaben eines Warenkorbes, geschrieben und kreiert hatten. Austragungsort war auch diesmal das Jugendgästehaus im Stadtteil Bachem. Neben den Hausherren konnte Herrmann hier den Sternekoch Florian Kurz vom Parkhotel Nodhausen in Neuwied, Jean-Marie Dumaine vom Restaurant „Vieux Sinzig“, Landrat Dr. Jürgen Pföhler, den Stadtbeigeordneten Rudi Frick, Dr. Bernd Greulich, Geschäftsführer der Kreis-IHK, Oliver Piel (stellvertretender Leiter des Ahrtal-Tourismus), Marion Wenzel, Kreisvorsitzende des DEHOGA Bad Neuenahr-Ahrweiler, und deren Kollegen Michael Helling aus Mayen/Koblenz sowie den ehemaligen Kreisverbandsvorsitzenden des Deutschen Jugend Herbergswerks (DJH), Hans Bick, begrüßen. Außerdem Vertreter der für die Arbeit des Club der Köche wichtigen Sponsoren. Diesen sowie allen Beteiligten an dieser Nachwuchsförderung dankte Kurt Herrmann für die langjährige Unterstützung. An die Gastronomie appellierte Herrmann „mit der Jugend dabei sein für die Gäste von morgen.“ Für Landrat Dr. Jürgen Pföhler hat die Nachwuchsbranche eine Schlüsselfunktion. Der Namensgeber, Max Maier, sei in den 20er-Jahren Pionier der Diätküche gewesen. „Das Ahrtal ist die Toskana Deutschlands - mit seiner Hotellerie, Weinen und der Landschaft mit die touristenstärkste Region in Rheinland-Pfalz,“ so Pföhler weiter. Eine erfolgreiche Kochausbildung biete, so der Landrat, eine glänzende berufliche Zukunft. Für IHK-Geschäftsführer Dr. Bernd Greulich ist der vom Club der Köche Rhein-Ahr ausgerichtete Max Maier-Pokal mittlerweile ein Traditionswettbewerb.
Schlüsselbranche
Dr. Greulich betonte auch dessen Bedeutung für die Gastronomie - einer Schlüsselbranche im Kreis Ahrweiler. Schließlich dankte dieser dem Organisationsteam für Vorbereitung und Ausrichtung und den Sponsoren für die wichtige Unterstützung dieser Veranstaltung. Für Hans Bick ist eine bemerkenswerte Aktion, um junge Menschen zu fördern. Die Bewertung der sechs Menüs erfolgte durch eine dreiköpfige, ebenfalls ehrenamtlich arbeitende Fachjury. Dieser gehörten an Frank Aussem, Küchenmeister und Küchenchef des Hotels „Schloss Rheinfels“ in Sankt Goar, Axel Lotz, Küchenmeister und Inhaber des Hotels „Taunusblick“ in Hömberg/Westerwald, sowie Stefan Maas, ebenfalls Küchenmeister und Besitzer des „Hotel Maas“ in Lutzerath/Eifel. Alle drei engagieren sich weiterhin, ebenfalls ehrenamtlich, auch als Mitglied des Prüfungsausschusses der IHK Koblenz für Köche. Das Siegermenü von Frederick Lenders (Steinheuer`s Restaurant Zur Alten Post) war im ersten Gang eine Variation von Lachs - Lachstörtchen mit Weißweingelee, Lachstartar, Lachscarpaccio, Feldsalat mit Limonenvinaigrette. Danach folgte eine pochierte gefüllte Kalbsroulade, Kalbsjus, sautierte Karotten, Selleriepüree, und Macairekartoffeln. Zum Abschluss gab es ein Mascarpone-Zitronenmousse, Schokoladenschnitte sowie ein Erdbeersorbet und Orangensauce. Kira Zinken (Brogsitter`s Sanct Peter) servierte zu Beginn pochiertes Zanderröllchen, Senfcreme und Feldsalat mit Honigdressing. Danach gab es ein Kalbssteak unter der Nusskruste, Calvadossoße, geschmorten Rosenkohl, glasierte Apfelspalten und Kartoffelgratin. Zum Abschluss servierte die einzig weibliche Teilnehmerin am Endwettbewerb lauwarmen Schokoladenkuchen, Waldbeersoße, Mascarponeschaumcreme, Himbeersorbet, Rotwein-Birnenkompott und Karamellornament. Der Drittplatzierte Lukas Gies (Giffels Goldener Anker) bot zunächst pochierte Lachsröllchen, Dillcreme, Feldsalatröschen, Kräutervinaigrette. Zweiter Gang war geschmorte Kalbsroulade mit Senf-Zwiebel-Füllung, Karotten-Lauchgemüse sowie Kartoffel-Kroketten.
Frische, regionale Produkte
Den Abschluss bildete eine Himbeer-Mascarponecreme, dunkles Schokoladentörtchen, Vanillerahmreis und Brombeersoße. Auch bei den drei weiteren Menüs standen frische regionale und jahreszeitliche Produkte im Vordergrund: Bei Rene` Frechen (Villa am Buttermarkt) unter anderem gebratenes Zanderfilet mit Sauerrahmsoße auf Feldsalat und Dilldressing sowie geschmorter Kalbsroulade, gefüllt mit Paprika, einer eigenen Jus, Rosenkohl und tournierte Möhren und Kartoffel-Sellerie-Püree.
Daniel Lange (Metzlers` Restaurant Holte Fürstenberg) hatte sich zum Auftakt für Feldsalat an Balsamicoessig mit gebratenem Lachsfilet und Zitronen-Creme fraiche-Nocke entschieden. Danach gab es Wiener Schnitzel mit Karotten-Rosenkohl-Gemüse und Kartoffel-Sellerie-Püree. Eric Muschter (BBK Ahrweiler) begann mit gebratenen Lachsstreifen mit Schnittlauch-Dip auf Feldsalat mit Kräutervinaigrette und gerösteten Weißbrotwürfeln, gefolgt von Kalbsgeschnetzeltem mit sautierten Rosenkohlblättern und Herzoginkartoffeln. Zudem gab es zum Abschluss von allen dreien jeweils ein ansprechendes Dessert. Der Tenor der Gäste über die Leistung der Nachwuchsköche war übereinstimmend gut. Was dennoch verbessert werden kann, werden die weiteren Berufsjahre- und Erfahrung der jungen Menschen mit Sicherheit bringen. Alle Teilnehmer erhielten neben Urkunden wertvolle Preise, der Sieger zudem den Max Maier-Pokal. Diesen Wanderpokal haben vor zwei Jahren Franz und Helmi Simon gestiftet. Die Familie Simon hat Max Maier im hohen Alter gepflegt und war mit diesem bis zu dessen Tode befreundet. Max Maier bot für Wirtsleute in Eifel, Hunsrück, Mosel, Westerwald und Ahr rationelles Kochen an und hat die Diätküche hier eingeführt. 40 Jahre lang kochte er im Kurhaus. Am 2. Mai 1920 hatte Maier den Club der Köche im „Kaiserhof“ mitgegründet. „Er war damals so bekannt wie die heutigen Sternköche,“ so Franz Simon in seiner Laudation.
