Bürgermeister diskutierte mit den Demonstranten
Fürs TWIN demonstriert
Ein Umdenken beim Thema Schwimmbadneubau gefordert
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Am 23. März hatte sich der Stadtrat mit der Zukunft des städtischen Bades TWIN befasst und sich mit breiter Mehrheit für den Neubau eines Hallenbades in Bachen entschieden. Diese Entscheidung bedeutet das Aus für das Hallen- und Freibad TWIN. Das Gelände soll nach der Schließung des Bades verkauft werden, um jene finanziellen Mittel zu erlösen, die den Neubau des Hallenbades am dem neuen Standort in Bachem möglich machen. Mit dieser Lösung des Schwimmbadproblems, die durch einen hohen Sanierungsbedarf beim Familienbad TWIN ausgelöst wurde, können sich einige Bürger nicht anfreunden und so demonstrierten sie für den Erhalt des städtischen Hallen- und Freibades an seinem jetzigen Standort. Eine muntere Truppe aus Kindern, Senioren und Bürgern mittleren Alters war mit Plakaten vors Rathaus gezogen, und forderten den Erhalt des TWIN. Sie sprachen sich auch mit Nachdruck gegen die Neubaupläne eines Hallenbades in Bachem aus. Die Demonstranten, die sich zuerst als Facebook-Gruppe gebildet hatte, betrat nun zum ersten Mal die öffentliche Bühne und hatte die Parole „Hände weg vom TWIN “auf ihre Transparente geschrieben. Für Ralf Kastner, einem der Organisatoren der Demonstration, gibt es keine vernünftige Alternative zum TWIN. „Diese Kobination aus Frei- und Hallenbad ist eine ideale Kobination“, erklärte er. Es sei nicht einzusehen, warum das Geld für eine Renovierung des TWINS nicht da sei, man aber das Geld für einen Neubau eines Hallenbades in Bachem ausgeben wolle. Die Demonstranten bezweifelten zudem die Millionensummen, die angeblich die Sanierung kosten würde. Sie sind der Meinung, dass man das TWIN für einen einstelligen Millionenbetrag nachhaltig renovieren könnte, wenn man es nur wolle. Dass das TWIN als ideales Familienbad geschlossen werden soll, wollen die Demonstranten nicht einfach so hinnehmen. Ralf Kastner betont: „Wir wollen bei dem Thema am Ball bleiben und schließen nicht aus, dass wir auch einen Bürgerentscheid zum TWIN ins Auge fassen. „Für die Kinder ist es ein großer Verlust, wenn das TWIN abgerissen würde,“ betonte Claudia Heimermann-Nitzgen. „Ein Hallenbad in Bachem und ein zu kleines Freibad in Ahrweiler ist für Kinder und Jugendliche ist im Vergleich zum TWIN ein großer Rückschritt“, erklärte sie. Bürgermeister Guido Orthen suchte das Gespräch mit den Demonstranten und warb im Gespräch für das Konzept der Stadt. Er trat der Unterstellung entgegen, die Stadt opfere das TWIN nur, um das Grundstück mit großem Gewinn verkaufen zu können. „Ein solcher Verkauf macht es erst möglich, dass wir über den Neubau eines Hallenbades an anderer Stelle nachdenken können“, betonte er. In der Stadtratssitzung wurde dann mit großer Mehrheit ein weiterer Schritt für die Realisierung des Neubaues eines Hallenbades in Bachem eingeleitet. Der Rat beschloss die Modalitäten, nach denen ein Architekt für dieses Projekt ausgesucht werden soll. Die Stadt muss dazu ein europaweites Auswahlverfahren nach der Vergabeordnung für freiberufliche Leistung durchführen. Der Stadtrat entschied sich in diesem Kontext für ein Verhandlungsverfahren, dass der Stadt die Flexibilität erhält, auf die Planung während der Realisierung des Projektes einzuwirken.
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