Mehr als 1000 Gäste beim Weinkulturfestival
Gemütliche Strohballenatmosphäre
Marienthal. Zwei laue Sommerabende inmitten der Weinberge, ein entspannter Start in den Sonntag mit brasilianischen Rhythmen und einem Samba-Frühschoppen: Das mittlerweile vierte Weinkulturfestival wurde seinem Namen abermals gerecht. Edle Tropfen von Weingütern und moderne handgemachte Musik für den kulturellen Part - die Mischung stimmte. Nach der Premiere im Jahr 2011 hatten die Macher des Weinkulturfestivals in Marienthal aus den Weingütern Paul Schumacher, Klosterhof Gilles und Kloster Marienthal wieder zu ihrem Wein- und Kultur-Event auf einer Freifläche oberhalb der Klosterruine eingeladen. Es soll ein etwas anderes Weinfest sein, anlässlich der Feier des Namenstags des Patrons des einstigen Klosters, Augustinus. Mittlerweile ist die Veranstaltung im prall gefüllten Ahrtaler Sommerveranstaltungskalender zu einer festen Größe herangewachsen und hat offenkundig ihr Publikum gefunden. Viele kommen seit Jahren, aber auch Jahr für Jahr neue Fans kann das Festival gewinnen. Ein urgemütlicher Festplatz inmitten der Weinberge, dazu brasilianische Rhythmen waren die besten Voraussetzungen für ein gelungenes Fest.
Los ging es am Freitag mit einer Mixtur aus Folk, Country und Pop: Die Sängerin Anne Haigis präsentierte Eigenes und Bekanntes auf Deutsch und Englisch. Nachdem das Duo Glöckner/Schuld ihr den musikalischen Weg bereitet hatte, begeisterte die Sängerin mit großem Stimmvolumen und großer musikalischer Klasse im kleineren Kreis. Denn mit rund 250 Besuchern wies der Platz inmitten der Weinberge von Marienthal noch einige freie Plätze auf. Besonders interessant gestalteten sich Haigis‘ Coverversionen von fremdsprachigen Texten ins Deutsche.
Auf der Klosterwiese richteten sich derweil die Musikfreunde auf Strohballen und an Stehtischen mit einer Flasche oder einem Glas Wein gemütlich ein. Die an starken Drähten über dem gesamten Tal hängenden weißen Tücher fielen derweil ins Auge: Sie zeigten zu späterer Stunde per Laser Muster und Figuren, grün-blaue Kelche, Girlanden und Friedenstauben, was auch dem Gastspiel von Anne Haigis einen besonderen Touch gab. Als sie zum Ende ihrer Darbietung ohne Mikrofon durch die Reihen schritt und einfach weiter sang, transportierte sie eine ganz besondere Atmosphäre. Die an Tücher waren der perfekte Indikator für das passende Outfit. Denn besonders mit Beginn der Dämmerung wehten sie umher, was suggerierte, dass wärmende Jacken jetzt durchaus angebracht wären.
Am Samstagabend waren die aber noch hinderlich, als Menino anlässlich des 20-jährigen Bestehens eine elektrisierende Show zum Besten gaben (siehe separater Bericht). Gleich bei den ersten Takten verstummten die Gespräche. Viele hielt es nicht auf dem Stroh, sie eilten schnurstracks zur Tanzfläche vor der Bühne und gingen mit der Musik mit.
Auch mit dem Wetter ging dann alles gut. Die schlimmsten Befürchtungen der Veranstalter wurden nicht bestätigt. Hatte das Open-Air-Event am Freitag auch wettermäßig unter einem guten Stern gestanden, so sorgten am Samstag angekündigte Gewitter zunächst für ein unsicheres Gefühl. Doch Blitz und Donner machten einen großen Bogen um das Hubachtal in Marienthal. Lediglich am Sonntagvormittag gab es zwei kurze Regengüsse, um aber nur kurz danach wieder die Sonne zum Vorschein zu bringen.
Ein Lächeln ins Gesicht zauberten am „Samba-Sonntag“ die Kölner Musiker von „Sou Brasil“ (Thomas Sukiennik an den Percussions, Geo Ventura am Keyboard sowie Sänger Alessandra Pereira). Im Gepäck hatten sie klassische brasilianische Popmusik mit Einflüssen von Samba und Reggae. Es ging zwar ein wenig gemächlicher zu als am Vortrag, doch auch mit dem Trio „do Brasil“ sprang der Funken über, die Beine wippten und das Tanzbein wurde geschwungen. Und das nicht nur beim Superhit „Nossa“, sondern bei allen Songs, die vielfach direkt von den Straßen Brasiliens kommen. Besonderes Highlight: Noch einmal legten Stephan Maria Glöckner und Winnie Schuld eine Session hin.
Eine schöne Zeit verlebten an dem Wochenende nicht nur die knapp über 1000 Besucher des Weinkulturfestivals, sondern auch für das Menino-Straßenkinder-Projekt ist etwas herumgekommen. Es wurde ein großes Gewinnspiel angeboten, die Loskarten gab es zum Preis von fünf Euro. Die Ziehung der Gewinner wurde durch die Ahrweinkönigin Viktoria Kugel durchgeführt. Und dabei gab es viele tolle Preise zu gewinnen: beispielsweise einen einwöchigen Urlaub in einem Landal-Green-Park, eine Ballonfahrt, ein Helikopter-Flug über das Ahrtal und eine geführte Segway-Tour durch das Ahrtal. Insgesamt weit über 50 Preise. Stephan Maria Glöckner freute sich, dadurch „einen schönen Betrag für das Projekt Erê in Maceió“ leisten zu können. Die Gruppe Menino setzt ihr Projekt zugunsten von benachteiligten Straßenkindern in Brasilien fort. Am gesamten Wochenende informierte man über das Projekt und warb auch auf der Konzertwiese um Patenschaften.
Ein bunt gemischtes Live-Musikprogramm begeisterte an allen Tagen.
