Landskroner-Hof lud zum Hoffest mit besonderer Attraktion ein
Generationen vereint beim Saftpressen
Gimmigen. Auf den zahlreichen Streuobstwiesen des Ahrtals ist in den letzten Jahren so mancher Apfel hängen geblieben, da die Verwertung des vielen Obstes zeit- und arbeitsaufwendig ist. Das gute Obst einfach verkommen lassen wollte Familie Delord, die den Landskroner-Hof in Gimmigen seit 1972 in Familienbetrieb bewirtschaftet, jedoch nicht. Seit 2006 führt Pascal Delord den Hof, der eine Grundstücksfläche von rund 100 Hektar Acker- und Grünland umfasst. In seinem Mischbetrieb vereint der junge Landwirt Ackerbau und Mutterkuhhaltung. Es lässt sich denken, dass bei dieser Grundstücksgröße so einiges an Streuobst zusammenkommt.
Als der Familienbetrieb auf Hanne Bernardy und ihre mobile Saftpresse aufmerksam wurde, waren sie sogleich Feuer und Flamme. „Der Vorteil der mobilen Saftpresse ist, dass der Kunde, den Saft aus seinen eigenen Äpfeln erhält und nicht eine beliebige Mischkalkulation. Wer also einen besonders süßen Saft haben möchte, muss nur eine besonders süße Sorte bringen“, so Hanne Bernardy, die mit ihrer eigenen mobilen Saftpresse in den Regionen Eifel, Hunsrück und Saarland unterwegs ist, um Säfte in hoher Qualität herzustellen.
Dass dies aufgrund technischer Neuerungen besonders fix geht und auf viel Nachfrage stößt, wurde bereits bei der „Saftpressaktion“ des Landskroner-Hof im letzten Jahr deutlich, als bis tief in die Nacht gepresst wurde. Dank des großen Erfolges des Vorjahrs, wurde das diesjährige Pressen mit einem Hoffest verbunden.
Bei Kaffee, Waffeln, selbst gebackenem Kuchen und Spezialitäten vom Grill kamen die Besucher bei strahlendem Sonnenschein nett ins Gespräch, während die kleinen Gäste das Hofgelände erkundeteten oder beim Einfüllen der Äpfel in die Saftpresse halfen. Kaum waren die letzten Äpfel eingefüllt, floss auch schon der erste fertige Saft aus dem anderen Ende der Saftpresse hervor. Denn die Presse hat ein Verarbeitungsvolumen von bis zu 1,5 Tonnen Äpfel pro Stunde. Diese werden zunächst gewaschen, dann geschreddert und anschließend zu Saft gepresst. Der Saft wird dann gesiebt, auf 80 Grad pasteurisiert und in Bag-in-Boxen gefüllt, wo man ihn prima über den Winter lagern kann und z.B. in der Adventszeit als warmen Punsch oder im Spätsommer als Erfrischungsgetränk genießen kann.
Die fleißigen Apfelsammler kamen insbesondere aus den umliegenden Dörfern Heppingen, Gimmigen und Kirchdaun, aber auch aus Mayschoss und nahmen den Weg für den leckeren Saft auf sich. „Eine späte Frostnacht in diesem Frühjahr hatte vielen Streuobsterntern allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht. Diese ist nämlich dafür verantwortlich, dass es in diesem Jahr deutlich weniger Streuobst gibt, als im Jahr 2013“, so Pascal Delord.
Dennoch zeigt sich der bescheidene Hofinhaber zufrieden mit der diesjährigen Anzahl angemeldeter Gäste, die für eine etwaige Zeitkalkulation von Nöten war und ist optimistisch, dass die Ernte im nächsten Jahr üppiger ausfallen wird. Bis dahin werden sich die emsigen „Apfelernter“ ihren Saft jedenfalls gut rationieren.
