Bürgergesellschaft Wadenheim - 24. Wadenheimer Sommerklaaf

Gespräche und Geselligkeit in ruhiger Atmosphäre

Der Wadenheimer Sommerklaaf möchte bewusst anders sein als andere „laute“ Feste und hat damit Erfolg

Gespräche und
Geselligkeit in ruhiger Atmosphäre

Schultes Horst Felten richtete das Wort beim Sommerklaaf an die zahlreich erschienenen Gäste. Foto: FotoFIX

12.08.2014 - 09:25

Bad Neuenahr. Der Wadenheimer Sommerklaaf ist anders - ganz bewusst. Er möchte sich abheben vom Trubel sonstiger Feste, möchte eine Plattform sein für intensive Gespräche von Ur-Neuenahrern und Neubürgern. Hier gibt es keine Musik, kein Unterhaltungsprogramm, das „Klaafen“ ist Sinn und Zweck der Veranstaltung. So auch bei der 24. Ausgabe, wie immer organisiert von der Bürgergesellschaft Wadenheim um ihren ersten und bislang einzigen Schultes und Mitbegründer Horst Felten, auf dem Gelände der Grundschule Bad Neuenahr in der Weststraße. Im kommenden Jahr feiern Bürgergesellschaft und Vorsitzender dann das 25. Jubiläum, das bereits seine Schatten vorauswirft.


Noch aber zählte mehr der Blick zurück. Denn der Sommerklaaf ist immer auch eine Rückschau auf die Vergangenheit. Die „Brücke in die Vergangenheit“, wie es Horst Felten ausdrückt, bildet dabei stets eine Ausstellung. So waren unter dem Thema „Bad Neuenahr anno dazumal“ im Foyer zahlreiche historische Aufnahmen von Bad Neuenahr zu sehen, Fotografien, aber auch Postkarten aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Sie stammen aus dem 1.600 Aufnahmen umfassenden Fundus des Stadtarchivs, darunter auch wunderschöne nachkolorierte Fotos.


Historische und aktuelle Bilderausstellung


„Herr“ der Bilderausstellung war wie immer Gert Kaul aus dem Vorstand, der viel zu den Aufnahmen erzählen konnte. Neubürger wie Alteingesessene hörten gerne zu, wenn er über die prachtvollen Bauten des kaiserzeitlichen Bad Neuenahrs sprach, von denen viele heute nicht mehr stehen. Vom „Hotel Hof von Holland“ beispielsweise in der Hauptstraße, Ecke Wendelstraße, vom „Palast-Hotel“ in der Poststraße, Ecke Kreuzstraße, dem heutigen Platz an der Linde, oder dem Walburgisstift in der Felix-Rütten-Straße, wo heute die Ahr-Thermen stehen und das früher unter anderem Internatsschüler beherbergte.

Ebenso zu sehen der Neuenahrer Winzerverein in der Hauptstraße, wo heute der Quellenhof zu finden ist, das „Hotel Bonn“ in der Hauptstraße, Ecke Bergstraße (heute Vitahris) und das „Hotel Kaiserhof“ (heute Kaufhaus Moses), außerdem wunderschöne Aufnahmen vom „Grand Hotel Flora“ in der Hauptstraße, Ecke Telegrafenstraße (heute Neubau Volksbank) und eine sorgsam nachkolorierte Ansicht der Telegrafenstraße mit dem „Hotel Rheinischer Hof“, dem „Hotel Flora“, dem „Westend-Hotel“ und der „Elektrischen“, die damals dank Strom aus Oberleitungen zwischen Bad Neuenahr und Ahrweiler verkehrte.

Gert Kaul präsentierte aber auch zahlreiche Fotos aus heutiger Zeit, nämlich von der 2014er-Jahresfahrt nach Mittenwald, die er wie stets organisiert hatte und an der 51 Mitglieder der Bürgergesellschaft und Bürger der Stadt teilgenommen haben. Sie führte unter anderem ins Kloster Ettal, zum Schloss Lindau, nach Oberammergau, ins Kloster Benediktbeuern, nach Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck sowie auf die Zugspitze.

2015 hat die Jahresfahrt der Bürgergesellschaft Wadenheim Berlin und Potsdam zum Ziel mit Ausflügen in die Umgebung. Sie wird vom 5. bis 10. Mai stattfinden. Vorher noch führt die Tagesfahrt am 6. September nach Zülpich zur Landesgartenschau. Neben solchen Fahrten richtet die Bürgergesellschaft übrigens rund 15 Veranstaltungen im Jahr aus, zum Brauchtum der Stadt, aber auch mit kulturellen Inhalten wie Buchvorstellungen oder Ähnlichem.

Gegen Mittag richtete Horst Felten beim Sommerklaaf das Wort an die zahlreichen Anwesenden, darunter Bürgermeister Guido Orthen, Altbürgermeister und Ehrenmitglied der Bürgergesellschaft Rudolf Weltken, Ortsvorsteher Heinz Dieter Brand, der evangelische Pfarrer Friedemann Bach, Vorsitzender Hans „Hansi“ Creuzberg vom Bad Neuenahrer Männerchor 1862 und Frauenchor (MFC), Schulrektor Hubert Rieck - seit kurzem a.D. -, die Abordnungen der Bürgergesellschaften von Hemmessen und Beul, vom Eifelverein und anderen Vereinen der Stadt. Ein Thema lag ihm dabei am Herzen: die Einrichtung eines Lenné-Wegs durch den Kurpark nach dem Vorbild des Tappeinerwegs in Meran, mit Infotafeln und Hinweisen zu August Lenné. Diese Bitte richtete er an erster Stelle an Bürgermeister Guido Orthen.


Erlös für guten Zweck


Wer es nicht weiß: Der Lenné-Park Bad Neuenahr wurde im Jahr 1927 während der Amtszeit des damaligen Kurdirektors Felix Rütten angelegt. Der Name des Parks soll nicht an den preußischen Gartenbaumeister Peter Joseph Lenné erinnern, sondern an Felix Rüttens Vorgänger im Amt des Kurdirektors der Aktiengesellschaft Bad Neuenahr, August Lenné (1814-1894), einen Neffen von Peter Joseph Lenné. In dem Park liegen Lenné-Schlösschen, Tennis-Anlage und Klubheim des Hockey- und Tennis-Clubs Bad Neuenahr 1920. Im Osten schließt sich nahtlos der Kaiser-Wilhelm-Park an. Eigentümerin ist seit 2012 die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, die die Anlage von der Aktiengesellschaft Bad Neuenahr übernahm.

Doch zurück zum Sommerklaaf: Nach dem teils sonnigen Auftakt konnten auch spätere Regengüsse die Besucher nicht schrecken, ist der Veranstaltungsort doch komplett überdacht. So widmeten die Anwesenden sich den ganzen Tag den intensiven Gesprächen und genossen die angebotenen Getränke und Speisen. Der Erlös der Veranstaltung wird wie immer guten Zwecken zugeführt, beispielsweise für die Kirche und den Kindergarten. Im September weiht die Bürgergesellschaft übrigens die „Wadenheimer Ruh‘“ ein, eine schöne neue Sitzgruppe.

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Kommentare
Manfred Möser22:
Hier sollten lieber Bäume gepflanzt werden, die brauchen CO 2 und erzeuven noch Sauerstoff. ...
juergen mueller:
In (fast) perfekter Logistik haben die Deutschen schon immer einen Spitzenplatz eingenommen. Aber was nützt das alles, wenn es an einem Bestandteil fehlt, der diese Logistik erst zum Blühen bringt. Dieses deutsche "Perfekt" hat noch immer einen Haken, wie auch jetzt, gehabt. Aber das spricht man,...
juergen mueller:
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