Männergesangverein „Cäcilia“ Heimersheim
Glückwünsche gepaart mit viel Musik
Großer Festkommers zum 150. Chorgeburtstag mit Rückblicken, Grußworten und Anekdoten
Heimersheim. 150 Jahre ist der Männergesangverein „Cäcilia“ Heimersheim nun alt. Strukturen haben sich verändert, Mitglieder kamen und gingen, doch noch immer hat der Chor einen hohen Stellenwert. Nun wurden 150 Jahre Gesang gefeiert - mit Rückblicken, Grußworten und der Leidenschaft jedes einzelnen Sängers: mit viel Musik. Anekdotenreich, witzig und charmant führte Günter Seul durch das mehrstündige Programm in der Landskroner Festhalle in Heimersheim, das mit einem Auftritt des Jubiläumschores in Wagner-Manier und dem „Chor der Seeleute“ schwungvoll eröffnet wurde. Einmal mehr glänzend am Klavier: Chorleiterin Ekaterina Londarenko. Der MGV-Vorsitzende Willi Schneider dankte seinen Gesangsfreunden für die vielen gemeinsamen Jahre und lobte zugleich die Arbeit des langjährigen Chorleiters Gisbert Stenz: „Du hast unserem MGV Form gegeben.“ Geduld haben, wenn’s mal nicht so gut läuft, und auf alte Erfahrungen bauen, gab der allseits geschätzte Gisbert Stenz im Rahmen seiner kurzen Ansprache mit auf den Weg und der Jubiläumschor leitete mit Reinhard Meys „Über den Wolken“ und „My way“ von Claude Francois zum Grußwort des Schirmherren, Bürgermeister Guido Orthen, über. „Singen schafft Gemeinschaft“, betonte das Stadtoberhaupt. Und beim MGV Heimersheim gleich in doppelter Hinsicht: „Hier schließen sich Gleichgesinnte zusammen, um traditionelles Liedgut aufrecht zu erhalten und dennoch stets mit der Zeit zu gehen. Der Chor engagiert sich aber auch für das Gemeinwohl“, so Orthen, während er die vielen Auftritte des Jubiläumschores beispielsweise auf dem urigen Adventsmarkt und den Weinfesten in Erinnerung rief. „Ihr seid eine feste Größe, auf die man bauen kann“, so der Schirmherr weiter. Wenn sich Egoismus in einer Gesellschaft immer mehr breit mache, seien es Vereine wie dieser, die den Gemeinsinn prägten. Zusammen statt getrennt, miteinander statt gegeneinander, Einheit in der Vielfalt solle auch weiterhin ein Leitgedanke für den Gesangverein bleiben. Freude bei den Sängern: Für 150 Jahre gab’s eine beachtliche 500-Euro-Jubiläumszuwendung der Stadt. Ingeborg Müller als Vorsitzende der Chorgemeinschaft „Cäcilia“ Heimersheim hob die Zusammenarbeit mit MGV als „sehr angenehm“ hervor. Zahlreiche engagierte Tenöre und Bassisten seien dabei und kompensieren damit einen vielfach auftretenden Mangel derer in anderen gemischten Chören, so Müller, die wenig später mit ihren Sangeskollegen unter anderem zum „Eingangschor“ aus Cavalleria Rusticana einstimmte. Voll des Lobes war auch Chorleiterin Ekaterina Londarenko: So viel Herz und so viele gute Stimmen habe sie noch nirgendwo angetroffen, erntete die gebürtig aus Moskau stammende Londarenko spontanen Zwischenapplaus. Mit „ihren“ Männern wahrt sie Traditionen, lässt Neues aber nicht zu kurz kommen. „Verliert die Liebe zur Musik nicht“, ermunterte Ekaterina Londarenko, die von ihren Sängern nur noch liebevoll „Os Kathrin“ genannt wird. Der Präsident des rheinland-pfälzischen Chorverbandes Karl Wolff glaubt: „Das Interesse am Chorgesang auch in Zukunft weiterzugeben, wird keine leichte Aufgabe.“ Die Gesellschaft habe sich verändert, die Vielfalt an Angeboten mache das Vereinsleben zunehmend uninteressanter, neue Regelungen forderten Mehrarbeit für die Vorstände. Umso wichtiger sei es nun, das Ehrenamt aufrecht zu erhalten, denn „ohne Chöre ginge uns ein wesentlicher Bestandteil des kulturellen Lebens verloren“, meint Wolff. Auch Landrat Jürgen Pföhler und Ortsvorsteherin Angelika Lüdenbach lobten das Engagement der Sänger, und Gastchöre aus Brenk, Bad Neuenahr, Walporzheim und Ahrweiler gaben dem Kommers mit fröhlichen Liedern seinen musikalischen Rahmen. Für ihre langjährige Chorzugehörigkeit wurden die anwesenden Josef Adams, Heinrich Bernards und Alfons Nuhn sowie die verhinderten Franz Hackner, Robert Linden und Fritz Wimmer mit einer Urkunde und einem Weinpräsent geehrt.
Die Stadt spendete einen beachtlichen Betrag zum Jubiläum.
