1050 Jahre Heppingen
Heppingen feierte Jubiläum von und für Bürger
1050-Jahr-Feier am Wochenende - Festkommers mit vielen Gratulanten
Heppingen. Das Heppinger Bürgerhaus platzte aus allen Nähten, so voll war es beim Festkommers am Samstagabend. Zu feiern gab es das 1050-jährige Jubiläum mit vielen Ehrengästen. Die fanden auch alle Platz; viele Heppinger Bürger mussten hingegen stehen oder machten es sich im Zelt draußen vor dem Bürgerhaus gemütlich. Zu den Gratulanten gehörten Landrat Jürgen Pföhler, Bürgermeister Guido Orten und Vertreter der Banken. Dabei gab es viel Lob für den Ort und seine Dorfgemeinschaft. Es sei beeindruckend, was hier in Heppingen bewegt und gestaltet werde, so die Gäste übereinstimmend.
Außergewöhnliches Engagement der Bürger
Den Anfang machte Ortsvorsteher Klaus Kniel. Er begrüßte seine Gäste im Saal und machte nochmals auf das außergewöhnliche Engagement der Bürger aufmerksam, die sich seit Januar in Planungstreffen monatlich versammelt hatten, darüber hinaus aber noch viel mehr Zeit investiert haben, damit das Jubiläum ein Erfolg wird. Darauf war Klaus Kniel stolz: „Das ist ein Jubiläum von und für Bürger und eine überragende Gemeinschaftsleistung. Wir gedenken einer über tausend Jahre alten Geschichte an diesem Ort, diesem winzigen Teil der Erde, der uns Heimat ist“, sagte Kniel beim Festakt. Um einen kleinen Schildbürgerstreich kam er dann aber doch nicht herum: Auf der Landskrone wurde nach Einbruch der Dunkelheit auf großen Zahlen „1050“ erleuchtet. In der Nacht waren einige Ziffern vertauscht worden - und so wurde Heppingen kurzerhand 450 Jahre älter. Ortsvorsteher Klaus Kniel und sein Organisationsteam hatten den Streich aber früh genug bemerkt und die Zahlen am Morgen wieder in die richtige Reihenfolge gebracht. „Wir nehmen das sportlich“, sagte Kniel amüsiert. Aber die Frage, wer die Ziffern vertauscht hat, bewegte die Gäste im Bürgerhaus noch den ganzen Abend bei frischem Backesbrot und einem guten Glas Wein. Waren es Heimersheimer oder sogar Lohrsdorfer? Endgültig konnte diese Frage nicht geklärt werden.
Stattdessen wagte Landrat Jürgen Pföhler in seiner Rede den Blick zurück - zunächst auf das 965, ein bedeutendes für Heppingen. Denn damals wurde ein Hof vom Kölner Erzbischof Bruno dem von ihm gegründeten Kölner Benediktinerkloster Sankt Pantaleon testamentarisch vermacht. Der Kölner Erzbischof Bruno I. war auch Herzog von Lothringen - also in der Kirche und im Reich ein bedeutender Mann. Er lebte von 924 bis 965 - sein Todestag war der 11. Oktober 965 - also fast auf den Jubiläumstag genau vor 1050 Jahren. Dieser Hof Havingan gehörte zuvor Bruno. Havingan sei damit die älteste überlieferte Form des heutigen Ortsnamens Heppingen, erklärte Landrat Pföhler. Im Laufe seiner Entwicklung habe Heppingen an allen geschichtlichen Umbrüchen und Veränderungen teilgenommen. „Es hat kriegerische und friedliche Zeiten erlebt, Phasen der Not und Entbehrung, aber auch Jahre, in denen alles seinen gewohnten Gang im Jahreslauf ging und die Menschen satt wurden, denn es gab auch immer wieder Hungerzeiten, Epidemien und Seuchen“, sagte der Landrat. Über Jahrhundert haben Menschen in Heppingen im Schatten der Landskrone gelebt, deren Bau und Zerstörung miterlebt. Heute sei von der Burg nichts mehr übrig, so der Landrat: „Aber man kann von dort einen grandiosen Blick auf das Ahrtal, natürlich auch auf Heppingen, genießen.“ Pföhler weiter: „Die Heppinger haben zu allen Zeiten an ihrer Heimat festgehalten. Von ihrer Dorfgemeinschaft wurden sie getragen, zudem waren sie fest eingebettet im Glauben an ihre Kirche, in der sie in allen Lebenslagen von der Wiege bis zur Bahre Trost und Halt fanden.“
Tradtitionen werden gepflegt
Heppingen pflege bis heute seine Tradition. Aber der Stadtteil bleibe dabei nicht stehen, so Pföhler. Die positive Entwicklung des Ortes zeige in vielen Bereichen, dass die Heppinger mit der Zeit gehen und innovativ seien. So hat Heppingen 2014 erfolgreich am Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft teilgenommen und den 2. Platz in der Hauptklasse erzielt. Pföhler: „Bei der hervorragend geführten Ortsbesichtigung stellte die Jury fest, dass Heppingen viele dörfliche Potentiale besitzt. Der Stadtteil weist schöne Gassen auf, einen großen Bestand an Fachwerk- und Feldbrandziegelhäusern und ist im Kern erhalten.“ In Heppingen gebe es ein Bewusstsein dafür, dass innerörtliche Begrünung wichtig sei. In Heppingen leben heute fast 900 Menschen „Hier werden der Gemeinschaftssinn und das Ehrenamt besonders groß geschrieben“, so Pföhler. „In vielen Vereinen, wie beispielsweise dem Junggesellenverein, dem Möhnenverein, der Schützenbruderschaft, dem Mandolinen- und Quartettverein, der Katholischen Frauengemeinschaft und Katholischen Jugend, der Freiwilligen Feuerwehr sowie dem Turnverein - kommen die Bürger regelmäßig zusammen, gehen gemeinsamen Aktivitäten nach und pflegen das heimische Brauchtum.“ Auch das Engagement der Bürgerinnen und Bürger rund um die Maria-Hilf-Wallfahrtskappe auf der Landskrone bezeichnete er als bemerkenswert.
Bevor sich die Heimersheimer Weinmajestät Eva Hofmann bei den Heppingern mit einer Flasche Wein bedankte, gratulierte Bürgermeister Guido Orthen zum Jubiläum. Ein solches Fest sei eine gute Möglichkeit, das Rad der Zeit anzuhalten und auf das stolz zu sein, was man geschafft hat. Bei einem solchen Jubiläum könne die Feder dieser Gemeindeuhr gezielt nachgezogen werden, so Orthen weiter. Heppingen bezeichnete er als Teil der regionalen Geschichte. „Mit seiner langen Geschichte reiht sich Heppingen ein zwischen alte Dörfer wie Heimersheim, die Stadt Ahrweiler und den Bad Neuenahrer Stadtteil Wadenheim“, sagte Orthen. Ohne Heppingen sei die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler heute nicht denkbar. Der Festkommers wurde immer wieder von Musik begleitet: Der Chor „unterwegs“ und der Mandolinen- und Quartettverein „Ahrperle“ gaben dem Festakt mit stimmungsvoller Musik den passenden Rahmen.
