SWR-Herzenssache
Hochseilgarten für die Lebenshilfe in Sinzig stärkt Kinder und Jugendliche
aus Bad Breisig
Sinzig. Eine Delegation der SWR-Stiftung Herzenssache hat sich am Lebenshilfehaus in Sinzig ein Bild vom geplanten Hochseilgarten gemacht – einem Projekt, das die Stiftung mit rund 500.000 Euro fördert. Für die Lebenshilfe ist es weit mehr als ein Bauvorhaben. Es steht auch symbolisch für den Neuaufbau nach der Flutkatastrophe.
Angereist waren unter anderem Ulla Fiebig, Vorsitzende von Herzenssache und Landessenderdirektorin in Mainz, Thomas Rosch, Mitglied von Herzenssache vom Saarländischen Rundfunk, sowie Stefanie Brich, Geschäftsführerin der Stiftung.
Beim Rundgang über das Gelände und durch das Haus schilderte Ulrich van Bebber, Vorsitzender der Lebenshilfe, die Folgen der Flut und den aktuellen Stand des Wiederaufbaus. Dabei wurde deutlich, wie sehr sich die Stimmung gewandelt hat. „Nach diesen schweren Jahren sehen wir endlich wieder Perspektiven“, sagte van Bebber. „Getragen hat uns dabei nicht nur der eigene Wille durchzuhalten, sondern vor allem die breite Unterstützung, die wir erfahren durften. Dafür danken wir der Stiftung Herzenssache von Herzen.“ Ulla Fiebig zeigte sich beeindruckt vom Engagement vor Ort: „Was die Lebenshilfe hier leistet, verdient Respekt – und genau solche Projekte wollen wir unterstützen.“
Besonders bewegend wurde die Begegnung mit Bewohnerinnen und Bewohnern, die die Flutnacht im Lebenshilfehaus selbst erlebt haben. Andrea Münz, die sich damals in die obere Etage retten konnte, berichtete eindrücklich von jener Nacht und ließ die Gäste spüren, was die Menschen hier durchgestanden haben.
Im Anschluss stellte Frank Scheider, Geschäftsführer der Lebenshilfe, die Pläne für den Hochseilgarten vor, der auf dem Gelände der Einrichtung entstehen soll. Dieser ist nicht öffentlich zugänglich, sondern ein Instrument der Erlebnispädagogik. Er soll den von der Lebenshilfe betreuten Kindern und Jugendlichen helfen, eigene Grenzen zu erkennen und zu überwinden. Wer eine Höhe meistert, erlebt den Erfolg unmittelbar – das stärkt Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl. Zugleich fördern Sicherung und gegenseitige Hilfe das Vertrauen in die Gruppe. Hohe Stationen und bodennahe Niedrigseilelemente schulen Motorik, Wahrnehmung und soziale Kompetenzen. „Wer einmal erlebt hat, wie es sich anfühlt, eine Höhe zu meistern, nimmt dieses Gefühl mit ins Leben“, so Scheider.
Auf die Frage, wann der Hochseilgarten errichtet wird, erklärt Ulrich van Bebber: „Wir sind guter Hoffnung, dass das Projekt bald umgesetzt werden kann. Die Stadt Sinzig hat ihr Einvernehmen für den Bau erteilt, die abschließende Genehmigung durch die Kreisverwaltung steht kurz bevor.“ Für die Lebenshilfe ist klar: Mit dem Hochseilgarten entsteht nicht nur eine neue Einrichtung, sondern ein sichtbares Zeichen dafür, dass nach der Flut wieder Neues wächst.