Politik | 28.07.2014

Landrat Dr. Jürgen Pföhler und Schulleiter Marcus Wald ziehen nach einem Jahr Bilanz zur IGS in Remagen

IGS wird sehr gut angenommen

146 Anmeldungen für dieses Jahr – 100 Mädchen und Jungen nach den Sommerferien in der Klasse 5

Landrat Dr. Jürgen Pföhler und Schulleiter Marcus Wald ziehen nach einem Jahr Bilanz zur IGS in Remagen. AB

Remagen. Keinen Zweifel über den Erfolg der IGS (Integrierte Gesamtschule) in Remagen ließen Landrat Dr. Jürgen Pföhler und Schulleiter Marcus Wald in einem Gespräch mit der Presse in der vergangenen Woche aufkommen. Die IGS in Remagen ist die jüngste in Trägerschaft des Kreises. 13 IGS gibt es im Kreis Ahrweiler.

"Die IGS wird ein Erfolg“

Mit Blick auf die Anmeldezahlen vom letzten Jahr und von diesem Jahr stehen für Landrat und Schulleiter fest: „Beides, die neue Schule und die neue Schulform, werden sehr gut angenommen. Die IGS wird ein Erfolg“. Zum Premierenschuljahr im vergangenen Jahr wurden 117 Kinder für die fünften Klassen angemeldet. 100 Mädchen und Jungen konnten aufgenommen werden, denn der Schulbetrieb läuft vierzügig mit 25 Schülern pro Klasse. 17 Schüler konnten nicht berücksichtigt werden. Für das kommende Schuljahr gab es sogar 146 Anmeldungen für die fünften Klassen. 46 Schüler konnten nicht angenommen werden. „Mit der neuen IGS können wir für unsere Kinder und Jugendlichen jetzt alle Schulformen im Kreis anbieten“, betonte Pföhler im Pressegespräch. Mit der Übernahme der Trägerschaft von der Stadt Remagen habe der Kreis eine hohe finanzielle und organisatorische Verantwortung übernommen. Der Standort Remagen sei weiter aufgewertet worden, so der Landrat. Die IGS befindet sich zusammen mit der auslaufenden Realschule plus im Schulzentrum Remagen. Mit jedem neu an der IGS eingeschulten Jahrgang gibt die Realschule plus einen Jahrgang ab, so dass dieses bis zum Schuljahr 2017 /2018 im Sommer 2018 ausläuft.

Schwerpunktschule für Inklusion

Neu ist zudem, dass die IGS Remagen ab August dieses Jahres die Aufgaben einer Schwerpunktschule für Inklusion übernimmt. Dies ist in Rheinland-Pfalz die Bezeichnung für Lernorte, an denen – in Erweiterung des Angebots an integrativem Unterricht – gemeinsamer Unterricht für Kinder mit und ohne Behinderung stattfindet. Im Kreis Ahrweiler gibt es bisher drei Schwerpunktschulen: die Erich-Kästner Realschule plus Bad Neuenahr-Ahrweiler und die Grundschulen in Ahrweiler und Adenau. Im Schuljahr 2014 /15 werden an der IGS Remagen drei Schwerpunktschüler unterrichtet. Der Kreis unterstützt dies mit Integrationshelfern. Bis zu acht Schwerpunktschüler können pro Jahr aufgenommen werden. Schulleiter Marcus Wald betonte, dass es ab dem Sommer auch ein neues Logo für die Schule gebe. Neben dem Zeichen ist auf dem Banner zu lesen „Eine Schule – alle Chancen“. „Unterschiedliche Kinder können bei uns alles erreichen. Wir haben ein sehr motiviertes Lehrerteam“, so Schulleiter Wald.

Gemeinsam bis zur 9. Klasse

In der IGS werden Kinder unterschiedlicher Begabung, Neigung oder Leistungsfähigkeit gemeinsam in einer Klasse unterrichtet. Der Klassenverband ändert sich bis zur 9. Klasse nicht. Auch das Klassenleitungsteam aus zwei Klassenlehrern wechselt in der Regel nicht. Regelmäßige Schüler-Eltern-Lehrergespräche sollen eine transparente und verlässliche Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule ebenso sicherstellen wie der schuleigene „Schuljahresbegleiter“. „Für diese Gespräche gibt es eine hohe Akzeptanz und großes Interesse vonseiten der Eltern“, so Wald. Die IGS umfasst alle Bildungsgänge und Abschlüsse, die an allgemeinbildenden Schulen des Landes erworben werden: Berufsreife nach Klasse neun, Qualifizierter Sekundarabschluss I nach Klasse 10, schulischer Teil der Fachhochschulreife und Allgemeine Hochschulreife (Abitur). Innerhalb einer Klasse wird nach unterschiedlichen Leistungsniveaus unterschieden. Ab Klasse sieben werden auch leistungsabhängige Kurse gebildet, die halbjährlich gewechselt werden können. Es gibt keine Versetzungsentscheidung bis zur Klasse neun. Die Schullaufbahn wird damit solange wie möglich offengehalten. Es gibt Grund- und Erweiterungskurse in Deutsch, Mathematik, Englisch Biologie, Chemie und Physik. Das Wahlpflicht-Fachangebot. Umfasst Latein, Französisch, Forschen und Entdecken, Kunst und visuelle Kommunikation, Sport und Gesundheit sowie Technik und Werken. „Wer sich nicht für eine zweite Fremdsprache beim Wahlpflicht-Fachangebot entschieden hat, kann dies auch noch nach der Klasse zehn tun, damit er sein Abitur erreichen kann“, so Marcus Wald.

IGS ist eine Teamschule

Weitere Eckpunkte der IGS Remagen sind unter anderem: Die IGS ist eine Teamschule. Das Klassenleitungsteam mit zwei Klassenleitern begleitet die Klasse von der Jahrgangsstufe fünf bis zehn und fördert so stabile Beziehungen. Die IGS Remagen ist vierzügig und die Klassenstärke im 5. und 6. Schuljahr beträgt 25 Schüler. Es gibt eine verbale Beurteilung zum Zeugnis. Im kommenden Schuljahr gibt es 16 Klassenlehrer, davon einen Lehrer aus der Realschule plus. „Wir übernehmen nicht grundsätzlich die Lehrer aus der Realschule plus, denn die ADD legt Wert auf Gymnasiallehrer“, so Wald. Die Schüler kommen nicht nur aus Remagen und den umliegenden Orten, auch wenn hier der Schwerpunkt liege, sondern im kommenden Schuljahr seien auch Schüler beispielsweise aus Niederdürenbach, Glees und Altenahr mit dabei. Abschließend betonte Landrat Dr. Jürgen Pföhler, dass die IGS Remagen die einzige Schule sei, die nicht im Eigentum des Kreises sei. Die Zusammenarbeit mit der Stadt, in deren Eigentum die Schule sei, sei sehr gut.

Landrat Dr. Jürgen Pföhler und Schulleiter Marcus Wald ziehen nach einem Jahr Bilanz zur IGS in Remagen. Foto: AB

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