Workshop zum geplanten Jugend- und Skatepark in Bad Neuenahr-Ahrweiler
Idee einer Online-Petition soll Wirklichkeit werden
Stadtrat gab grünes Licht für die Suche nach einem geeigneten Standort
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Ein modernes Mittel, Politik aktiv mitzugestalten, sind Online-Petitionen. Dass sie durchaus das Zeug haben, Projekte über das Internet in der Realpolitik ins Rollen zu bringen, haben Aaron Paffenholz (16) und Hannes Wunder (17) mit ihrer Petition für einen Skate- und Jugendpark in der Kreisstadt bewiesen. „Dass die Petition so ein Echo nach sich ziehen würde, das haben wir nicht gedacht“, freuen sich die beiden Schüler. Denn ihre Idee hat es über Facebook sogar in den Stadtrat geschafft. Auf Antrag der CDU-Stadtratsfraktion gab das Kommunalparlament in einer seiner letzten Sitzungen einstimmig grünes Licht für die Suche nach einem geeigneten Standort für das Projekt. Am Anfang der aktiven Umsetzungsphase stand jetzt ein Workshop, bei dem sich Jugendliche mit ihren Ideen einbringen konnten. Geleitet wurde das erste Planungstreffen von Fachkräften der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (Okuja), federführend von Leiterin Sara Wessel, Annette Gies und Iris Bitzen.
Große Resonanz bei den Jugendlichen
Mehr als 50 Jugendliche brachten sich am Donnerstagabend am Bachemer Sportplatz mit ihren Ideen ein. Demonstrativ drehten sie mit Skateboard und BMX-Rad ihre Runden auf der in die Jahre gekommenen Skateanlage. Klares Zeichen an die Vertreter der Stadtverwaltung: Die Szene der Skater und BMX’ler lebt. Mindestens 35 Jugendliche soll sie nach Angaben von Aaron Paffenholz umfassen. Sara Wessel von der Okuja freute sich über die große Resonanz der Kinder und Jugendlichen, deren Alter bei 11 begann und bei 23 aufhörte: „Sie sollen an allen angedachten Schritten, wie Planung und Realisierung des Projektes mitwirken“, erklärte sie. Ausstattung, Zeitaufwand und Lage eines Skate- und Jugendparks waren nur einige Aspekte, die es zu klären galt. Danach waren die Kinder und Jugendlichen selbst gefragt, ihre Wünsche und Ideen in Form von beschrifteten Sprechblasen mitzuteilen. Manches scheint realisierbar, wie beispielsweise größere Rampen, eine Jump-Box, eine drei Meter große Halfpipe oder einen großen Quarter. Andere Vorschläge sind wohl eher Wunschdenken, wie drahtloses Internet oder ein kleiner Pool. Auch das Thema Umweltschutz haben die Teenager auf der Liste: So fordern sie zusätzliche Mülleimer und Aschenbecher. Ebenso soll es eine große Grünfläche geben – so der Wunsch.
500 Unterzeichner aus ganz Deutschland
Zum Hintergrund: Am Bachemer Sportplatz gibt es zwar eine Skate-Anlage, doch die ist in die Jahre gekommen und genügt nicht mehr den Ansprüchen. Aaron Paffenholz und Hannes Wunder haben daher letztes Jahr eine Online-Petition bei Facebook gestartet – und 500 digitale Unterschriften sind dabei zusammengekommen. Die meisten aus der Region, manche Unterstützer kommen aber auch aus ganz Deutschland. „Einen Jugendpark mit Picknickwiese, einer Free-Art-Graffiti-Wand, zusätzlichen Mülleimern, Grünanlagen, Lampen, einem großen Spielplatz und einem Skatepark“ skizzieren Aaron und Hannes in der Petition ein erstes Konzept. Die Petition ist mittlerweile beendet worden. Wie man sich per Online-Petition an kommunaler Politik beteiligen kann, hatten sie zuvor bei einem Workshop der Okuja gelernt. Resonanz fand die Idee wenig später bei CDU-Ratsmitglied Peter Ropertz, der die beiden Initiatoren über Facebook kontaktierte und zu einer CDU-Fraktionssitzung einlud. Zwischenzeitlich hat er mit rund zehn Teenagern aus der Kreisstadt eine Anlage für Skater in Köln besucht und Fragen zu Standort und Lärmschutz diskutiert. Das Anliegen der Jugendlichen ließ er jüngst auch im Stadtrat auf die Tagesordnung setzen – mit Erfolg für die Jugendlichen.
In den kommenden Wochen werde die Verwaltung zunächst die Machbarkeit der Vorschläge prüfen, kündigte Armin Horst von der Abteilung Generationen und Sport an. Außerdem werde nach einem geeigneten Grundstück gesucht, ergänzte der städtische Landschaftsarchitekt Martin Jung. Kommt es zur Umsetzung, wollen die Jugendlichen beim Bau und der anschließenden Pflege der Anlage behilflich sein, so Initiator Aaron Paffenholz. „Vor Sommer 2015 ist damit allerdings nicht zu rechnen“, relativierte hingegen CDU-Stadtratsmitglied Peter Ropertz verfrühte Hoffnungen auf zeitnahe Umsetzung. Er ermutigte die anwesenden Teenager dazu, aktiv bei der Planung mitzuwirken, und so zu helfen, „dass auch die nächsten Generationen noch Spaß an der Anlage haben können.“
Ein BMX-Fahrer demonstrierte sein Können.
Die Jugendlichen konnten ihre Wünsche und Ideen in Form von beschrifteten Sprechblasen mitteilen. Fotos: rere
