Zufriedene Gesichter beim Pfarrfest der Rosenkranzgemeinde
Im Zeichen des Heiligen Franziskus
Das Thema Solidarität bestimmte das Gemeindefest
Bad Neuenahr. Das Wirken des Heiligen Franziskus ist spätestens wieder in aller Munde, seit Jorge Mario Bergoglio am 13. März als Papst Franziskus sein Amt antrat. Schon fast folgerichtig stand das traditionelle Pfarrfest der Rosenkranzgemeinde in diesem Jahr ganz unter dem Leitbild Franz von Assisis als dem Freund derer, die am Rand der Gesellschaft stehen und christliche Solidarität benötigen.
Bereits am Samstagnachmittag setzten sich auf dem „Thementag Franziskus“ annähernd 40 Kinder auf kindgemäße Weise thematisch mit dem Leben des Heiligen auseinander und bereiteten den Familiengottesdienst am Sonntag vor. In diesem trafen die Kommunionkinder des Jahres 2013 und die neuen KoKis aufeinander, deren Eucharistiekatechese in diesen Tagen begonnen hat.
Theater und Musik
Auch am zweiten Tag des Festes waren allerorten die Spuren von Franziskus sichtbar. Bei der Kinderaktion schufen die jungen Ehrengäste ein Ensemble aus Menschen, Tieren und Pflanzen rund um ein annähernd lebensgroßes Franzikusbild, das auf dem Festplatz stolz präsentiert wurde. Das Gemälde was eigens für das Pfarrfest von der Künstlerin Angelika Castelli gestaltet worden und kann in den nächsten Wochen im Blandine-Merten-Haus betrachtet werden. Zur Kinderaktion gehörte auch eine Theateraufführung der Grundschulkinder in der Rosenkranzkirche, bei dem ebenso wie schon im Familiengottesdienst die Werte von Solidarität und Nächstenliebe Thema waren.
Nach dem Gottesdienst spielte die Bigband „Peter’s Jammin‘ Jazz Pack“ des Peter-Joerres-Gymnasiums (PJG) aus der Kreisstadt wegen des unsicheren Wetters nicht auf dem Platz, sondern ebenfalls in der Rosenkranzkirche auf. Geleitet von Musiklehrer und Oberstudienrat Jürgen Bunse waren inklusive der technischen Helfer rund 40 Schüler aktiv. Die Bigband präsentierten einige Stücke aus ihren Mottokonzerten „Ganz großes Kino“. Wie der Name schon sagt sind alle Stücke meist berühmten Filmmusiken entnommen.
Als Solosängerinnen traten Sarah Brückner, Franziska Pluma, Amanda Gandert, Jasmin Leydecker und Leoni Demand auf. Alle Bigbandmitglieder stammen aus den Klassen 9 bis 13 des PJG und spielen gemeinsam im Schnitt fünf bis zehn Konzerte im Jahr.
Kinderbetreuung und Kirchenführung
Nicht nur musikalisch wurden die zahlreichen Besucher, darunter auch am Sonntag der Vorstand der St.-Laurentius-Junggesellenschützen Ahrweiler im vollen Ornat, verwöhnt, sondern auch kulinarisch. Dafür sorgten unzählige Helferinnen und Helfer. Natürlich fehlte auch in diesem Jahr das Kaffee-und-Kuchen-Angebot der kfd-Frauen nicht. Die Kinderbetreuung übernahm wie gewohnt das Team des Blandine-Merten-Hauses, was in den vielen bunt geschminkten Kindergesichtern auf dem ganzen Festplatz überall sichtbar wurde. Dabei fiel besonders auf, dass sehr viele junge Eltern mit ihren Kindern auf dem Fest begrüßt werden konnten.
Wer mitten im bunten Treiben etwas Ruhe und Besinnung suchte, war bei der Kirchenführung „Rosenkranz anders erleben“ gut aufgehoben. In der musikalisch und optisch besonders gestalteten Führung bot sich für über 70 Besucher die Gelegenheit, symbolisch ihren Lebensweg im Kirchenraum nachzugehen und so in verdichteter Form wiederzufinden.
Die Kirchenführung ist jedes Jahr fester Bestandteil des Programms. Sie liegt den Organisatoren deswegen besonders am Herzen, weil so auch der Mittelpunkt des ganzen Gemeindelebens, die Rosenkranzkirche, in ihrer ganzen Schönheit zum „Mitakteur“ des Fests wird. Unter dem Motto „Rosenkranzkirche von oben“ hatten bereits am Samstagabend nach dem vom Kirchenchor festlich gestalteten Eröffnungsgottesdienst Interessierte die Gelegenheit ergriffen, den Kirchturm zu besteigen, umso einen neugierigen Blick von oben auf die Stadt zu werfen. Ein besonderer Publikumsmagnet an beiden Tagen war der große Flohmarkt im Pfarrheim, der mit viel Mühe und in liebevoller Sorgfalt vom Flohmarktteam vorbereitet und betreut wurde. Der Dank des Teams galt aber auch den zahlreichen Spendern, ohne die ein solcher Flohmarkt nicht zu realisieren ist.
Selbstkostenpreise
Als durchaus experimentell ist die Preisgestaltung des diesjährigen Pfarrfestes zu betrachten. Um der Spur des Heiligen Franziskus in seinem Einsatz für die Ärmeren nicht nur thematisch abstrakt, sondern auch ganz konkret zu folgen, wurden alle Speisen und Getränke nahezu zum Selbstkostenpreis angeboten. Der Pfarrgemeinderat hatte die niedrigen Preise als Ausdruck der Solidarität beschlossen, damit niemand aufgrund seiner finanziellen Situation von der Teilnahme an der Gemeinschaft ausgeschlossen bliebe.
„Wir sind uns durchaus bewusst,“ so die Verantwortlichen, „dass es auch in unserem bürgerlich geprägten Bad Neuenahr junge Menschen, Familien und ältere Mitbürger gibt, für die selbst ein Pfarrfestbesuch nicht ohne weiteres finanziell zu stemmen ist. Ihnen dennoch die Teilnahme am Fest zu ermöglichen, war unser Anliegen: um eben in Solidarität Gemeinschaft feiern zu können. Dieses Ziel wurde erreicht, und so konnte zugleich auf dem Pfarrfest selbst ein sichtbares Zeichen christlicher Identität gesetzt werden, für die die Hinwendung zu Menschen mit eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten unabdingbar dazugehört.“
Und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Dr. Thomas P. Fößel ergänzte: „Ein solches Zeichen kann aber weder der Pfarrgemeinderat noch die Pfarrgemeinde aus eigener Kraft setzen. Vielmehr erwächst es aus der großherzigen Spendenbereitschaft der vielen Einzelnen, wie sie sich auf dem Pfarrfest in beeindruckender Form gezeigt hat.“ Bereits im Vorfeld waren erkleckliche Geldbeträge eingegangen mit dem ausdrücklichen Anliegen, die Franziskusidee auf dem Pfarrfest nicht nur ideell, sondern auch materiell zu unterstützen. „Sollte beim Pfarrfest am Ende ein Überschuss bleiben, so wird er wie in jedem Jahr für gute Zwecke in der Orts- und Weltkirche eingesetzt werden. Gewiss ist aber jetzt schon, dass durch die niedrigen Preise schon auf dem Fest selbst ein gutes Werk getan wurde - dank derer, die mehr gegeben haben als sie mussten“, so Fößel weiter.
Dank an Helfer
Eines ist offensichtlich: Das Pfarrfest der Rosenkranzgemeinde lebt vom ehrenamtlichen und taufpriesterlichen Engagement von vielen, die bereit sind, ihre Zeit und Kreativität für die Gemeinschaft einzusetzen. Und so galt der Dank der Organisatoren am Ende den Helfern quer durch alle Generationen.
Seinen endgültigen Abschluss hat das bunte Fest im Zeichen der Solidarität mit den Ärmeren auf einem Helferabend gefunden als Dank und Anerkennung für die vielen Mühen aller Beteiligten.
- BÜN -
