Junggesellen an der Mittelahr pflegen Tradition
In allen Orten prangen Maibäume
Mittelahr. Der Vorabend des 1. Mai gehört traditionell den Junggesellen, und dazu gehört auch in den Orten an der Mittelahr, dass die jungen Männer ihren zuvor geschlagenen und teilweise auch geschälten mächtigen Maibaum mit Muskelkraft in das Maibaumloch stemmen.
Wie in Kesseling wurden auch andernorts die Maibäume erst einmal mit einer Krone und vielen bunten Bändern geschmückt, bevor die eigentliche Arbeit begann. Ganz wichtig ist dabei, dass die Micken aus zwei zusammengebundenen langen Holzstämmen fachmännisch verknotet sind, da sie beim Aufstellen des Maibaums die ganze Last aushalten müssen. Beim kurzen Anheben des Stamms durfte schon einmal der Traktor helfen, aber dann waren die Muskeln der Junggesellen gefragt, immer nach den Kommandos des Vorsitzenden.
Da das Maibaumstellen bereits zum kleinen Junggesellenfest herangewachsen ist, an dem die Dorfbevölkerung gerne Anteil nimmt, fanden sich schnell Helfer, die die Junggesellen bei ihrer schweißtreibenden Arbeit unterstützten. In Kesseling waren es neben den Altgesellen weitere Freiwillige und auch syrische Flüchtlinge, die wohl zum ersten Mal in ihrem Leben einen solchen Brauch erlebten und auf Kommando die Micken schoben. Dabei hatten sie sichtlich Freude, als der mächtige Stamm dann endlich nach langer Zeit in den Himmel ragte und im Maibaumloch verkeilt wurde. Dann wurde bei Grillwurst und Getränken noch einige Stunden zusammen gefeiert, wobei jedoch die anschließende lange Mainacht wieder den Junggesellen gehörte, in der sie ihren Mailehen eine mit bunten Bändern geschmückte Birke an die Hauswand stellten.
Da die Maibaumtradition im Vorfeld etwas angekratzt war, zeigten die Junggesellen von Altenburg Flagge mit dem Schild „Tradition bewahren“ an ihrem Maibaum vor der Maternuskapelle.
