Ahrtal-Werke Bad Neuenahr-Ahrweiler sind Vorbild
Innovatives Modell für den Energiemarkt in Fernost
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Erneut war jetzt eine japanische Delegation bei den Ahrtal-Werken zu Gast, um sich am Beispiel des kommunalen Unternehmens über die Rekommunalisierung der Energieversorgung in Deutschland zu informieren.
Die fünfköpfige Abordnung aus Fernost war mit einem Dolmetscher und in Begleitung eines erfahrenen Beraters aus der kommunalen Energieversorgung an die Ahr gekommen. Dort verschafften sich die Besucher bei den Ahrtal-Werken einen Einblick in das Unternehmen. Ziel war es, mehr über die Liberalisierung des Strommarkts und die Rekommunalisierung der Stromnetze zu erfahren. Neben den Ahrtal-Werken als „Best-Practice-Beispiel“ stehen unter anderem auch Besuche bei der Bundesnetzagentur und bei einigen Branchenverbänden auf dem Programm der japanischen Gäste.
In der Kreisstadt stand zudem ein Informationsaustausch mit der Geschäftsführung an. Dabei erhielten die Teilnehmer Gelegenheit, die Entwicklung der Energiewirtschaft in Deutschland nachzuvollziehen. Doch nicht nur hier, auch in Japan ist die Energiepolitik in Bewegung geraten. Nach dem verheerenden Einschnitt, den der atomare Unfall in Fukushima in dem Inselstaat hinterlassen hat, mehrt sich dort auf breiter Ebene die Kritik der Bürger. Diese richtet sich nicht nur gegen die Nutzung der Kernenergie für Versorgungszwecke, sondern auch gegen die bisherige Organisation der Energiewirtschaft, die, mit staatlichem Monopol ausgestattet, fest in der Hand weniger privatwirtschaftlicher Energiekonzerne liegt. Überwiegend werden die Stärkung der kommunalen Ebene und die Gründung von Stadtwerken sowie der Ausbau von erneuerbaren Energien gefordert.
Drei der fünf japanischen Gäste forschen zum Thema an der Universität Kyoto in der „Graduate School of Economics“. Bei ihrer Recherche der deutschen Entwicklungen stießen sie auf die Ahrtal-Werke GmbH, die als kommunales Unternehmen der Städte Bad Neuenahr-Ahrweiler und Schwäbisch Hall im Sommer 2010 gegründet wurde. Takuo Nakayama und seine Begleiter von der Graduate School of Economics interessierte daher auch besonders die Entstehung und Entwicklung der Ahrtal-Werke GmbH. Für die kommunalpolitischen Hintergründe der Gründung und die Vorteile für Stadt und Region interessierten sich die beiden Vertreter der Ganbarou-Nippon National Conference, einer Organisation, die für eine Stärkung der Rechte der kommunalen Ebene in Japan eintritt. In Abstimmung mit den Wissenschaftlern wollen sie ein Modellvorhaben nach deutschem Vorbild in Japan auf den Weg bringen.
Der Termin wurde von beiden Seiten ausgiebig zum inhaltlichen Austausch genutzt. Die Idee der kommunalen Stadtwerke als Schalthebel der dezentralen Energieversorgung der Zukunft könnte sich demnach zum innovativen Modell für den Energiemarkt in Fernost entwickeln.
Pressemitteilung
der Ahrtal-Werke GmbH
Bad Neuenahr-Ahrweiler.
