TuS Ahrweiler verabschiedet erfolgreichen Leichtathleten
Julien Jeandrée geht nach Amerika
Ahrweiler. Mit Julien Jeandrée verabschiedete die Trainingsgruppe um Trainer Gerd Uhren einen der erfolgreichsten Leichtathleten des Ahrkreises der vergangenen Jahre. Er wird Anfang August ein Stipendium in Amerika antreten und sich an der University of Arkansas einschreiben. Zu seinen Ehren fand im Apollinarisstadion ein „Sportfest“ der etwas anderen Art statt. Gerd Uhren hat alle Weggefährten zu einem Wettkampf mit dem Namen „Julien-Jeandrée-Classix“, bestehend aus zwei Disziplinen, eingeladen. Zu Beginn stand ein 30m Sprint als „eliminator-race“ auf dem Programm. Vier Teilnehmer pro Durchgang, nur die besten zwei kommen eine Runde weiter. Rennen Nummer zwei war ein Massenstart über 1000m, bei dem durch Verkleidungen aller Art Zeitgutschriften vergeben wurden. Nahezu alle Teilnehmer waren in Verkleidung gekommen, und auch die Trikids mischten kräftig mit. Schnauzbärte, Klamotten aus den 80-er Jahren, Gespenster und Superhelden machten das Apollinarisstadion an diesem Abend etwas bunter. Auch wenn bei den Rennen der Spaß im Vordergrund stand, waren die Leistungen doch außergewöhnlich. Bei den Damen setzte sich mit Majtie Kolberg die Favoritin durch. Sie war weder im Sprint noch über die 1000m zu schlagen. Auf den Plätzen folgten Mailin Djirsarai und Tabea Schenke. Im hochkarätigen Starterfeld der Herren setzte sich mit Moritz Beinlich auch einer der Favoriten durch. Zwei Wochen vor seinem Start bei der Jugend DM in Wattenscheid, wo er die 3000m und die 5000m in Angriff nehmen wird, sicherte er sich den Titel „king of classix“ durch den Sieg über die 1000m in hervorragenden 2:31 min., nachdem er auch im Sprint bis ins Halbfinale vorgedrungen war. Auf Platz zwei folgte Markus Schweikert vor Marvin Zyciora. Bei der Siegerehrung konnten sich die beiden Gesamtsieger das gelbe Trikot überstreifen und den Pokal in Empfang nehmen. Mit der Verabschiedung von Julien ließ sein Trainer noch einmal die wichtigsten Stationen der vergangenen Jahre Revue passieren. Und dabei ging es nicht nur um die im Sportlerleben so wertvollen Ergebnisse wie zum Beispiel den zweiten Platz bei den Deutschen Jugendmeisterschaften über 3000m in Jena 2011, den wohl sportlich größten Erfolg seiner Laufbahn. Vielmehr ging es um den Spaß, mit dem Julien seine Trainingskollegen und seinen Trainer über all die Jahre hinweg motiviert hat. Unvergessen die Auftritte als „Team Teletubbies“ bei einigen Volksläufen und die vielen verrückten Ideen beim Training. Allen denjenigen, die noch nie an einem Training der Gruppe teilgenommen haben, sei das Zitat von Carsten Thewes ans Herz gelegt, der nach seinem ersten Training mit der Gruppe völlig erschöpft behauptete, dass „er noch nie mit jemandem zusammen gelaufen ist, der selbst bei einem Tempo von 3:30/km noch so viel Blödsinn erzählen kann.“ Zumeist war es auch so, dass man die Gruppe an der Ahr zuerst hören konnte, bevor man sie sah. Mit Julien verlässt jetzt einer derjenigen die Gruppe, die diese über Jahre hinweg geprägt haben. „Ein herber Verlust für uns alle. Er war nicht nur selbst immer motiviert, er hat auch alle anderen mitgezogen. Insbesondere unsere „Kleinsten“ hatten in ihm ihr Vorbild“, so sein Trainer zum Weggang seines Vorzeigeathleten. Neben den Glückwünschen gab es auch das ein oder andere Erinnerungsgeschenk und in seiner abschließenden, kurzen Rede bedankte sich Julien „für eine tolle Zeit, die ich hier mit euch hatte“ und wird am kommenden Mittwoch um 18 Uhr zum letzten Mal am Training im Apollinarisstadion teilnehmen, bevor es dann drei Tage später nach Amerika geht.
