Aloisiusschule Ahrweiler
Kinder verabschiedeten ihre Rektorin mit Ständchen
Ruth Klein verlässt die Grundschule - Nachfolge ist noch ungeklärt
Ahrweiler. Es war ein bewegender Moment in der Sporthalle der Aloisisusschule Ahrweiler: An der Wand prangte in großen Lettern „Alles Gute Frau Klein“. Und die rund 300 Kinder der Grundschule an der Blankartstraße hatten sich während der ersten Schulstunde versammelt, um ihre Rektorin Ruth Klein zu verabschieden, die aus gesundheitlichen Gründen nach nur knapp drei Jahren die Lehranstalt verlässt. „Ich bin überwältigt. Es fällt mir sehr schwer, mich zu verabschieden“, sagte die scheidende Rektorin demnach auch mit einem Tränchen im Auge. Und sie las den gebannt lauschenden Schüler der Klassen 1 bis 4 die Geschichte von der Rennmaus Fips vor, die über ihr ehrgeiziges Lauftraining ihre Freunde und anderen Hobbys vergisst, bis eine Verletzung sie endlich stoppt in ihrem verbissenen Tun. „So ist es mir leider auch gegangen in der zurückliegenden Zeit“, kommentierte Klein die Fabel. „Ich bin immer weniger dazu gekommen, die Dinge zu tun, die ich machen wollte. Das hat mich ausgebrannt, hinzu kam noch eine Krankheit.“ Nun wolle sie als Konrektorin an eine Schule in Nordrhein-Westfalen gehen - die Bewerbung laufe zurzeit - und dabei sehen, dass sie nicht dieselben Fehler mache und sich statt dessen Auszeiten nehmen. Den versammelten Schülern empfahl sie: „Achtet immer auf Euren Körper und passt auf Euch auf.“
Immer ein offenes Ohr
Für das Kollegium dankte Sandra Bender als Vorsitzende des Personalrats der scheidenden Rektorin „für die gemeinsame Zeit“. Sie erinnerte daran, dass Ruth Klein die erste Frau war, die die Aloisiusschule leitete. Seit 2010 habe sie „mit großer Motivation und großem Engagement die Ganztagsschule eingerichtet“, die in diesem Schuljahr gestartet ist. Bender ergänzte: „Nur durch Sie konnte die Ganztagsschule das werden, was sie heute ist.“ Klein habe jederzeit „ein offenes Ohr“ für Kollegen und Schüler gehabt. Außerdem hat sie die Tradition gemeinsamer Schulgemeinschaftsfeiern zu den Jahreszeiten eingeführt.
Die Ganztagsschüler hatten ihre guten Wünsche für die ehemalige Schulleiterin in einer Mappe aufgeschrieben und gemalt, die Anette Brückner vom Ganztagsschulteam überreichte. Fördervereinsvorsitzende Anke Hietbrink dankte „für die gute Zusammenarbeit“ und wünschte Klein „viel Erfolg und Gesundheit“ auf dem weiteren Lebensweg. Die Vorsitzende des Schulelternbeirats zollte ihr Respekt für das große Engagement in ihrem Amt. „Schade, dass Sie das Haus verlassen, Sie werden eine große Lücke hinterlassen“, sprach sie das aus, was alle Anwesenden fühlten. „Ich wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft und für den Neustart“, gab sie Klein mit auf dem Weg.
Geschenke und Blumen gab es vom Kollegium, überreicht von Simone Mülligann und Elisabeth Rockenfeller. Letztere hat als Dienstälteste auch vorübergehend die Amtsgeschäfte in der Grundschule übernommen, bis die Nachfolge Kleins geregelt ist.
Zahlreiche Abschiedslieder
Das schönste Geschenk jedoch hatten die Kinder der 13 Klassen und ein Teil der 24 Lehrkräfte der Schule ihrer ehemaligen Leiterin gemacht. Viele hatten Ständchen für „ihre Frau Klein“ vorbereitet. Alle zusammen sangen und klatschten sie im großen Chor zunächst die Schulhymne zur Musik von Queens „We will rock you“. Es folgte das bekannte Lied „Viel Glück und viel Segen“ trug die Klassenstufe 1 vor und winkte der scheidenden Rektorin mit Tüchern zu. „Nun ist es geschehen“ hieß der treffende Liedtext der Klassenstufe 3 unter Leitung von Christiane Krebsbach. Mit origineller Choreografie sangen und tanzten die 2c und 2d den „Geistertango“. Das Ständchen der Klasse 2a trug den Titel „Zum Abschied“. Zum Abschluss erklang aus vielen Kehlen der Wunsch „Möge die Straße uns zusammenführen“, dazu gab es Rosen von den Schülern für Ruth Klein.
Die offizielle Verabschiedung vom Schulträger, vertreten durch Bürgermeister Guido Orthen, dem Schulelternbeirat, dem Förderverein, den Aloisiusschützen und der Schulaufsicht fand jeweils im persönlichen Rahmen statt. Dabei betonte Klein, dass ihr die Entscheidung sehr schwer gefallen sei, die Schulleitung abzugeben. Denn sie habe sich sehr wohl gefühlt angesichts netter Schüler, einem leistungsstarken Kollegium und einer aktiven Elternschaft.
BÜN
