Neue Kurparkgebäude im Fokus
Kurviertel soll ein neues Profil bekommen
Die Bauliche Entwicklung der städtischen Kurparkliegenschaften steht wieder auf der Tagesordnung
Nachdem der Kurpark in städtisches Eigentum übergegangen war, befasste sich die Stadtverwaltung mit der Frage, wie die Kurbauten der Zukunft in Bad Neuenahr aussehen sollten. Die Stadt kam zu dem Schluss, zu versuchen, mit einem privaten Investor dies Ziel zu verfolgen. Es wurden städtebauliche Vorgaben formuliert, um die Suche nach einem Partner für dieses beginnen zu können. Ein schnelles „Happyend“ gab bei dieser Geschichte nicht, denn die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) stellte den Antrag die Bauten des Kurparkes unter Denkmalschutz zu stellen. Eine zügige Realisierung des für die Zukunft des Kurbades wichtigen Projektes war somit nicht möglich. Die Denkmalschutzfrage ist nun jedoch entschieden. Nur die „Orchestermuschel“ des Konzertsaales ist denkmalwürdig und soll erhalten bleiben. Alle anderen Gebäude, auch die Kurkolonnaden, können nun neuen baulichen Konzepten weichen.
Bad Neuenahr. Für Bürgermeister Guido Orthen ist die endgültige Klärung der Frage des Denkmalschutzes für die Bauten im Kurpark eine sehr gute Nachricht, da nun in Bad Neuenahr positive Veränderungen in einem strategischen Teil des Kurbereiches konkret in Angriff genommen werden können und der Kurort endlich sein Profil schärfen kann. „Ich rechne damit, dass wir in der zweiten Jahreshälfte, das Interessenbekundungsverfahren für Investoren auf den Weg bringen“, betont Orthen.
Die Ampel für die Erneuerung der Kurparkgebäude steht also jetzt auf grün. „ Bedauerlich ist, dass wir ganze zwei Jahre mit der Klärung der Denkmalpflege verloren haben“ , erklärte der Bürgermeister dem BLICK aktuell. Aber mit Vergangenheitsbewältigung will sich der Chef der Verwaltung nicht länger befassen und alle Blicke auf die Zukunftsgestaltung dieses Areals richten. Von allen Gebäuden des Kurparks wurde nur die Orchestermuschel des Konzertsaales als denkmalwürdig eingestuft. Die Kurkolonnaden, die Trinkhalle, die Lesehalle und das Kurparkcafé können zugunsten von neuen Bauten und Strukturen verschwinden. Der Kurpark selbst ist und bleibt von den angedachten Planungen unberührt. Er ist eine Denkmalzone. Vor allem seine Sichtachsen gehören zum geschützten Erbe des Parks. Die Entwicklungsfläche, für die die Investoren nun ihre Konzepte präsentieren sollen, bezieht sich auf jenen Bereich des Kurparkes, der jetzt mit den Kolonnaden, der Konzerthalle, der Trinkhalle und dem Kurparkcafé bebaut ist. In diesen Entwicklungsbereich soll optional das Gebäude der heutigen Stadtbibliothek einbezogen werden, da die Stadt diese Einrichtung an einer anderen Stelle ansiedeln möchte. Die Stadt kann nun auf diesem zentralen Areal des Kurortes in Zusammenarbeit mit einem Investor neue städtebauliche Akzente setzen und so eine intensivere und zugleich höherwertige Nutzung durch neue Bauten ins Blickfeld rücken. So verfolgt man mit diesem Projekt das Ziel, durch den Bau neuer Geschäftslokale diesem repräsentativen Teil des Kurortes Geschäfte mit einem Sortiment des gehobenen Preisniveaus anzusiedeln, die die innerstädtischen Angebote in diesem Sektor ergänzen sollen. Eine Verlagerung von Geschäften, die im Stadtgebiet bereits ansässig sind, möchte die Stadtverwaltung bei der Realisierung dieses Projektes jedoch vermeiden. Wenn die Pläne der Stadt Wirklichkeit werden, entstünde hier eine „Einkaufsmeile“ mit einem eigenen ambitionierten Profil. Mit ein wenig Glück könnte sich die Kurgartenstraße zur „Kleinen Kö an der Ahr“ entwickeln. „Die Nutzungsstruktur soll einem Kurgebiet entsprechen und ihren Zusammenhang eine Magnetfunktion ausüben“, heißt es in dem Prospekt, den die Stadt für die Investoren erstellt hat. Die Neubauten in diesem Bereich sollen jedoch die Funktion des Kurparks nicht einschränken.
Der Kurpark bleibt lebendiger Mittelpunkt der Stadt
Er soll seine Rolle als die zentrale Parkanlage der Kurstadt behalten. Gut besuchte Veranstaltungen wie Feste und Konzerte sollen weder durch neue Nutzungsmöglichkeiten noch durch die neuen Bauten behindert werden. Der Kurpark wird also auch nach der Umstrukturierung ein lebendiger Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens der Stadt bleiben. Zudem sollen die Kurgäste auch in Zukunft die Möglichkeit haben, unbeschwert das Heilwasser Bad Neuenahrs zu trinken. Zum Programm der neuen Kurparkgebäude gehört auch die Konzerthalle. Denkbar wäre eine Renovierung des bestehenden Gebäudes oder die Integration in einen Neubau. Der Eingang des Kurparkes soll nach den Vorstellungen der Stadt an seiner jetzigen Stelle bleiben. Eine weite Öffnung in dem Baukörper, der die jetzigen Kurkolonnaden ersetzen soll, gehört ebenfalls zu dem Konzept, das eine Wohnbebauung in dem Entwicklungsgebiet kategorisch ausschließt. Dort, wo heute die Kurkolonnaden stehen, soll ein schmaler Baukörper entstehen, in dem gehobener Einzelhandel und Praxisräume für freiberuflich tätige Selbstständige und Praxisräume für Anbieter aus dem Gesundheitssektor entstehen, die auch im Bereich des jetzigen Kurgartencafés angesiedelt werden sollen. Dieser neue Baukörper soll auf der gegenüberliegenden Seite des Steigenberger Kurhotels entstehen. Da der Bau im Gegensatz zu den jetzt bestehenden Kolonnaden bis in die Nähe an der Ahr fortgeführt werden soll, erhält die Kurgartenstraße nach der Umsetzung des Konzeptes der Stadtverwaltung ein völlig neues Gesicht. Dies wird dadurch geprägt sein, dass auf beiden Seiten der Straße Fassaden das Straßenbild bestimmen werden.
Die Kurgartenstraße erhält ein neues Gesicht
Es wird also eine städtebaulich interessante Platzsituation entstehen. Wenn diese Veränderungen konkrete Formen annehmen, wird die Diskussion über die Sperrung der Kurgartenstraße für den Durchgangverkehr neu geführt werden müssen. Ob eine noble Flaniermeile mit durchfahrenden PKW kompatibel ist, wird sich dann zeigen. Einen Anknüpfungspunkt zum Masterplan „Fließende Ideen“ haben die konzeptionellen Vorstellungen der Stadt, die in der Nähe zur Kurgartenbrücke eine Fläche für eine Außengastronomie direkt am Ahrufer vorsehen Der Stadtplaner Alfred Bach betonte im Gespräch mit BLICK aktuell: „ Die Stadtverwaltung befasst sich zurzeit mit den gestalterischen Vorgaben für die Art der Architektur, die die neuen Kurbauten prägen soll.“ Geklärt werden müsse in den Verhandlungen mit Interessenten zudem auch, wie die Eigentumsverhältnisse zwischen der Stadt und den Investoren ausgestaltet werden sollen. Der Stadtplaner ist sich zudem sicher, dass dies Projekt bei der angesprochenen Zielgruppe auf lebhafte Resonanz stoßen wird und dass ein Projektentwickler als Partner gefunden werden kann.
H. Schwarz

Man kann es fast nicht glauben , was ist nur aus unserer schönen Stadt geworden, nur weiter so dann kommt hier bald keiner mehr hin.
Es ist ja jetzt schon soweit das Neuenahr den Namen Bad nicht mehr verdient hat, und das war mal ein Weltbad.
W. Huste, das ist bereits seit Jahren in Konstruktion und in "Gang" wie man im Rheinland sagt. Die Mieter dort mussten sich vor Jahren bereits darauf einstellen - und auch unterschreiben glaube ich - dass man bei Abriss oder Umzug auszieht oder umsiedelt. Dies war m.E. bekannt.
dass in und an den kollonaden passieren muss, ist klar. vieles muss saniert werden. in neuenahr setzt man das wort sanieren gerne auch mit abreißen gleich: fott met dem aahle driss! erhalten hat aber viele gesichter.... auch wenn das in neuenahr neuland wäre: ich würde es begrüßen, wenn diesmal die bevölkerung miteinbezogen und (einmal mehr) vor vollendetete tatsachen gestellt wird. ich hoffe, wir finden als BI gute wege, darauf einfluss zu nehmen!
Ich bin entsetzt! Gerade die Kurhalle nebst Lesesaal ist ein typisches Gebäude aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Das sollte man eher erhalten als abreißen. Ein "privater Investor" soll da ein Neubau hinklotzen? In welcher Form soll das angedachte Projekt finanziert werden- etwa mit einem PPP-Modell? Nicht mit mir! Fehlt nur noch, dass man aus dem Kurpark Bauland macht. Hier in Bad Neuenahr ist anscheinend alles möglich.