Allgemeine Berichte | 12.05.2014

Landrat vergibt Plakette an Vereine und Gruppen - Auszeichnung für besonderes Engagement

Landrat Jürgen Pföhler überreicht Ehrenplaketten

Landrat Dr. Pföhler überreichte die Ehrenplaketten des Kreises Ahrweiler. FIX

Ahrweiler. Besonderes Engagement verdient besondere Ehrungen: Vier Organisationen sind im Ahrweiler Kreishaus von Landrat Jürgen Pföhler mit der Ehrenplakette des Kreises Ahrweiler ausgezeichnet worden. Gratulationen gingen an den Kolping-Bezirk Rhein-Ahr, den Kulturverein Mittelahr, die Jungwinzervereinigung SchlAhrVino und die Mayschosser Jungwinzer. Gestaltet wurde die Plakette von Künstler Friedhelm Pankowski. Seit der ersten Verleihung sind die in 27 Arbeitsgängen bearbeiteten Ehrenplaketten des Kreises ein Unikat geblieben. Die Plakette stellt eine stilisierte Kreiskarte dar. Durch geometrische Figuren sind die „Markenzeichen“ des Kreises, beispielsweise die Landskrone oder der Rhein, eingearbeitet. Ein Quartett des Erich-Klausener-Gymnasiums Adenau umrahmte die Verleihung durch Landrat Jürgen Pföhler musikalisch. Um den Einsatz der Gruppen und Vereine zu würdigen, hat der Kreistag 1985 die Ehrenplakette des Kreises Ahrweiler gestiftet.

In seiner Rede bezog sich Landrat Jürgen Pföhler zunächst auf ein Zitat des Bundespräsidenten Joachim Gauck. Er sagte vor gar nicht langer Zeit, dass „die Zahl der Menschen, die unsere Gegenwart und Zukunft zum Besten gestalten, weit größer ist als die Zahl der Gleichgültigen.“ Auch im Kreis Ahrweiler gebe es in vielen Bereichen, Vereinen, Institutionen und Initiativen viele Bürgerinnen und Bürger, die den Kreis schöner und menschlicher machen, so Pföhler. Kein Sportverein, kein Chor, keine Spielgruppe komme ohne ehrenamtliches Engagement aus, so der Landrat weiter. Um diesen Einsatz öffentlich zu würdigen, hat der Kreistag die Ehrenplakette des Kreises Ahrweiler gestiftet. Mit dieser besonderen Kreisauszeichnung werden Menschen, Vereine und Personengruppen geehrt, die sich für den Kreis Ahrweiler in herausragender Weise engagieren.

Kolping-Bezirk Rhein-Ahr

Für die Kolpingfamilie nahm der Bezirksvorsitzende Theodor Müller die Auszeichnung entgegen. Pföhler betonte, dass sich aus der ursprünglichen Idee Kolpings, den Handwerksgesellen eine sichere Anlaufstelle und eine Orientierung im Glauben zu geben, ein großer Sozialverband und Botschafter des christlichen Glaubens entwickelt habe.

Die Kolpingsfamilien seien bei Pfarrfesten ebenso präsent wie auf dem Friedensfest in Remagen, wo sie ein Zeichen gegen Rechtsextremismus setzten. Darüber hinaus planen die Mitglieder Vorträge, Ausflüge, Wanderungen und Zeltlager und wirken bei der Organisation der Winzerfeste mit. Das Kolpingwerk begann als katholische Gemeinschaft für wandernde Handwerksgesellen in Köln und Umgebung und ist heute ein internationaler katholischer Sozialverband. Es ist nach dem katholischen Priester Adolph Kolping benannt, der von 1813 bis 1865 lebte. Adolph Kolping wollte ein Bewusstsein für verantwortliches Handeln in Familie, Beruf und Staat schaffen. Die Lösung der Sozialen Frage und die Gestaltung der Zukunft in Frieden und Gerechtigkeit waren seine Schwerpunkte. Rund 450.000 Mitglieder sind weltweit in 5.800 Kolpingfamilien organisiert.

Auf Bezirksebene treffen sich die Kolping-Mitglieder zu gemeinsamen Wallfahrten, wie zur Kapelle auf der Landskrone in Gimmigen/Heppingen, zur Apollinariskirche in Remagen oder zur Kapelle in Pützfeld. Auch kirchenmusikalische Andacht in Sinzig findet auf Bezirksebene statt. Längst habe sich aus der ursprünglichen Idee, den Handwerksgesellen eine sichere Anlaufstelle und eine Orientierung im Glauben zu geben, ein großer Sozialverband und Botschafter des christlichen Glaubens entwickelt.

Kulturverein Mittelahr

„Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kunst und Kultur in die Ortsgemeinden zu tragen“, anerkannte der Kreischef die Leistung des Kulturvereins Mittelahr. Besonders hervorzuheben seien das Zusammenwirken des Kulturvereins mit dem Probüro für Jugendarbeit der Verbandsgemeinde Altenahr und der Einsatz für an Demenz erkrankte Senioren. Seit der Vereinsgründung im Jahr 1992 organisieren die Mitglieder kulturelle Veranstaltungen für Jung und Alt in der Verbandsgemeinde Altenahr. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kunst und Kultur in alle zwölf Ortsgemeinden zu tragen. So sind die hochkarätigen Autorenlesungen, Theateraufführungen oder klassischen Konzerte nicht mehr aus dem Veranstaltungskalender der Region wegzudenken. Ein besonderes Highlight ist dabei beispielsweise die regelmäßig ausverkaufte Veranstaltung „Kabarett und Wein“ im Altenahrer Rathaus. Insbesondere die Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde trägt zu der Erfolgsgeschichte des Vereins bei. Jährlich finden mehrere Ausstellungen im Altenahrer Rathaus statt. Die Bürgerinnen und Bürger bekommen somit bei ihren Erledigungen im Rathaus gleichzeitig ein Kunsterlebnis geboten. Darüber hinaus ist der Kulturverein Mitveranstalter des „Ahrrock“-Konzertes organisierend tätig, bei dem junge Nachwuchsbands eine Bühne geboten bekommen. Die Veranstaltung hat sich inzwischen zum Pflichttermin für die Jugendszene entwickelt. Der Kulturverein denkt aber auch an die ältere Generation. Angesichts des demographischen Wandels kommt der Seniorenarbeit eine immer größere Bedeutung zu. So hat der Kulturverein neue Wege eingeschlagen und hat ein Projekt mit dem Kreuzberger Künstler und Bildhauer Rudolf Schneider im Seniorenzentrum Maternus-Stift in Altenburg initiiert.

Der Kreis hat die Arbeit des Vereins im Rahmen seines Kulturprogramms unterstützt: „So konnten wir rund 3.000 Euro für diverse Ausstellungen und die Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen des Vereins zur Verfügung stellen“, erklärte Pföhler, der zugleich die Vorsitzende Angelika Furth in besonderem Maße lobte: „Seit vielen Jahren haben Sie das Amt der Vorsitzenden inne. Sie treiben sozusagen als Motor die Projekte des Kulturvereins voran und stecken in die Vorstandsarbeit viel Herzblut und hohen persönlichen Einsatz. Hierfür gilt Ihnen ein besonderes Dankeschön.“ Sein Dank galt aber auch den anwesenden Gründungsmitgliedern: dem ehemaligen Vorsitzenden und früheren Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenahr Hermann Heiser, Ignaz Görtz, Peter Eschweiler, Peter Zetzsche, Sebastian Schmitz, Norbert Ulrich, Helmut Schmidt und Rainer Hess.

Wein als Kulturgut

Wein ist gerade in der Region ein besonderes Kulturgut. „Unsere Weingüter erlangen alljährlich erstklassige Auszeichnungen auf Landes- und auf Bundesebene. Auch auf internationaler Ebene genießen unsere Ahrweine einen hervorragenden Ruf“, wusste Landrat Pföhler zu berichten. Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg der Weine sei die Zusammenarbeit und der Zusammenhalt unter den Winzern. Dies zeigt sich beispielsweise aktuell bei der Gemeinschaftsaktion zur Bekämpfung des gefürchteten Traubenwicklers durch Pheromonfallen. Die Ahr hat sich landesweit als erstes Anbaugebiet geschlossen für die umweltfreundliche Methode zur Schädlingsbekämpfung entschieden.

SchlAhrVino und die Jungwinzer Mayschoß

Auch die Jugend geht im Weinbau gemeinsam bereits innovative Wege. Insbesondere zwei Zusammenschlüsse junger Winzer geben im Kreis Ahrweiler ein Beispiel für erfolgreiches gemeinsames Wirken: der Verein SchlAhrVino und die Jungwinzer Mayschoß. Beide Gruppen begeistern seit elf Jahren das jüngere Publikum vom heimischen Wein.

Die Ursprünge von SchlAhrVino gehen zurück in das Jahr 2002. Insgesamt neun Jungwinzer aus fünf Ahrtaler Betrieben beschlossen damals, den Wein des Ahrtals gezielt einem jüngeren Publikum und geselligen Menschen aus der Region näher zu bringen. Schnell wurde der Entschluss gefasst, einen gemeinsamen Rotwein Cuvée aus Teilen der besten Spätburgundertrauben jedes Betriebes herzustellen. Dieser SchlAHRvino feierte während des ersten Events im Sinziger Schlosspark 2003 sein Debüt und wird seit dem in jedem Sommer vorgestellt. Insgesamt 27 Mitglieder aus 14 Ahrtaler Betrieben zählt der Verein heute. Es sind Winzer aus dem gesamten Anbaugebiet vertreten, sodass sich ein optimaler Querschnitt von Weinen ergibt. Neben dem ursprünglichen Sommerevent veranstaltet SchlAHRvino jedes Frühjahr eine kulinarische Schiffstour auf dem Rhein. Darüber hinaus präsentieren sich die SchlAHRviner auch immer wieder gemeinsam auf Weinmessen oder regionalen Veranstaltungen.

Ebenso engagiert sind auch die Jungwinzer Mayschoß. Die Gruppe ist ein Zusammenschluss der neuen Winzergeneration innerhalb der Winzergenossenschaft Mayschoss-Altenahr. Seit 2003 bekommen Sie dort die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen und Vorstellungen in die Tat umzusetzen. Die aktive Gruppe setzt sich aus neun Mitgliedern zusammen, die sich um die anfallende Arbeit im Weinberg kümmern, im Weinkeller aktiv sind und sich über den Weinbau austauschen. Mit der Auszeichnung „Ahrwein des Jahres 2013“ in der Kategorie Premiumweine wurde die Arbeit der Jungwinzer gewürdigt. Darüber hinaus sind die Mayschoßer Jungwinzer Mitorganisatoren der Veranstaltung „absolut Wein“. Dabei handelt es sich um eine Weinparty der Extraklasse in spektakulärem Ambiente, bei der Genuss und Lebensfreude im Mittelpunkt stehen. „Wichtig ist das Fortbestehen der Arbeit der Winzer in unserem Kreis Ahrweiler. Bei „SchlAhrVino“ und den Mayschoßer Jungwinzern brauchen wir uns jedoch aktuell keine Gedanken um die Nachwuchsarbeit an der Ahr zu machen“, lobte Pföhler.

Landrat Dr. Pföhler überreichte die Ehrenplaketten des Kreises Ahrweiler. Foto: FIX

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