Wahl zur Deutschen Weinkönigin
Mayschoß feierte seine Kandidatin Julia
Herzlicher Empfang im Keller der Winzergenossenschaft
Mayschoß/Offenburg. Für Julia Migend hat es trotz couragierten Auftritts bei der Wahl zur Deutschen Weinkönigin nicht ganz gereicht. Stattdessen setzte die nun ehemalige Majestät Julia Bertram aus Dernau Nadine Poss (21) aus Windesheim an der Nahe die Krone auf und kürte sie damit zur 65. Deutschen Weinkönigin. Ihr zur Seite stehen Ramona Diegel aus Rheinhessen und Sabine Wagner aus dem Rheingau als Deutsche Weinprinzessinnen.
Dabei hatte die Mayschoßerin schon im Vorentscheid für einen originellen Auftritt gesorgt, als sie eine Flasche Secco mit ihrem eigenen Konterfei mitbrachte. Die 22 Jahre alte Industriekauffrau bestach mit Charme und Fachwissen. Ob die größten Stärken des deutschen Weins oder die Frage, welche Grundweine man für die Sektherstellung braucht - Julia hatte immer die treffende Antwort parat. Das kommt nicht von ungefähr: Schon als Kind wollte Julia Weinkönigin werden und half den Nachbarn in Mayschoß bei der Weinlese. Im Finale vor 1.000 Zuschauern in der Oberrheinhalle in Offenburg und Hunderttausenden an den Bildschirmen hatte sie dann aber keine Chance gegen die stark auftrumpfende Konkurrenz.
Großer Empfang
Das war jedoch kein Grund, auf einen grandiosen Empfang im Großen Keller der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr zu verzichten. Dutzende Mayschoßer, die Familie mit Vater Hans-Walter und Mutter Karola, Freunde und auch Bekannte aus vielen anderen umliegenden Weinorten, vor allem Dernau, waren gekommen, um ihre Kandidatin zu begrüßen und für ihren Auftritt zu beglückwünschen. Verbandsbürgermeister Achim Haag traf es auf den Punkt: „Sie haben so viel Schwung in die Bude gebracht, dass man an Ihnen als Finalistin nicht vorbeikam.“ Und er ergänzte: „Wir sind stolz auf das, was Sie erreicht haben.“
Ortsbürgermeister Hans-Ulrich Jonas bezeichnete die Jahre von Migend als Repräsentantin des Mayschoßer Weins als „Weinlandexpress“: „Vor einigen Jahren bist Du als Prinzessin eingestiegen und dies für zwei Jahre geblieben. Danach wolltest Du nicht wieder aussteigen und hast gesagt: ,Ich mache weiter.‘ So fuhr der Zug weiter mit Dir als Mayschoßer Weinkönigin, Ahrweinkönigin und Kandidatin bei der Wahl zur Deutschen Weinkönigin - der Endstation.“ Und Jonas führte seinen bildlichen Vergleich weiter fort: „Du warst ein Reiseteilnehmer mit Fachwissen, Charme, Freundlichkeit und Frohsinn - eine Begleiterin, wie sie nicht hätte besser sein können. Das ganze Leben lang werden Dir die Stationen dieser Reise begegnen. Wir wünschen Dir, dass Du die nächste Reise ebenso freudvoll erlebest“, resümierte der Ortsbürgermeister.
Landrat Dr. Jürgen Pföhler war „sehr gerne gekommen, da Sie eine wunderbare Repräsentantin des Weins waren uns sind. Ich danke Ihnen im Namen des Kreises.“ Und er ergänzte unter Lachen und Johlen der Anwesenden: „Eine Repräsentantin aus einem der schönsten Weindörfer an der Ahr - etwas anderes traue ich mich nicht zu sagen, weil so viele Dernauer hier sind.“
Rudolf Mies, Vorsitzender der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr, hat es „immer viel Spaß gemacht, Dich bei Deinen Terminen als Mayschoßer Weinkönigin zu begleiten. Das hier ist jetzt Dein Tag, die Krönung Deiner ,Weinlaufbahn‘ mit der Teilnahme am Finale zur Wahl der Deutschen Weinkönigin. Du hast Dich hervorragend geschlagen.“ Er überreichte Julia Migend ein Korb mit „flüssigen Blumen“ und einen Gutschein.
„Ahrweinfreunde gewonnen“
Edgar Schumacher, Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Mayschoß, hob die große Wirkung von Migend hervor: „Phänomenal, welchen Charme Du nicht nur bei der Wahl herübergebracht hast. Du hast mit Deinem Auftritten über Jahre sicher viele neue Freunde des Ahrweins wie auch des deutschen Weins hinzugewonnen.“
Dieser Meinung war auch Oliver Piel, stellvertretender Geschäftsführer von Ahrtal-Tourismus: „Julia hat den Ahrwein im In- und Ausland hervorragend nach vorne gebracht.“ Als Nachteil empfand er es, dass Julia Migend so unmittelbar nach den siegreichen Dernauerinnen Mandy Großgarten und Julia Bertram bei der Wahl zur Deutschen Weinköniginnen antreten musste.
Das Schlusswort hatte Vorstandsvorsitzender Elmar Schmitz von der Volksbank Rhein-Ahr-Eifel: „Du strahlst Kraft und Sympathie aus. Das hier heute ist ein grandioser Empfang, obwohl Du nicht Deutsche Weinkönigin oder Weinprinzessin geworden bist. Du hast so wie kaum eine andere die Region repräsentiert. Julia kommt nun nach Hause, Bleib so, wie Du bist, Du bist perfekt.“
Nach dem offiziellen Teil verweilte man bei den Klängen des Blasorchesters Altenahr unter der Leitung von Dieter Bergmann noch lange sitzen, genoss den Wein und plauderte in vertrauter Runde.
Auch Landrat Dr. Jürgen Pföhler gratulierte zum Auftritt von Julia Migend im Finale zur Wahl der Deutschen Weinkönigin.
„Flüssige Blumen“ gab es vom Genossenschaftsvorsitzenden Rudolf Mies.
