Bischof Ackermann feiert in Dernau 250 Jahre Pfarrkirche St. Johannes Apostel
„Mehr als eine schöne Fassade“
Dernau. Der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann hat in Dernau am 7. Juli einen festlichen Gottesdienst anlässlich des 250-jährigen Bestehens der Pfarrkirche St. Johannes Apostel Dernau gefeiert.
Für das Jubiläum der 1763 geweihten Kirche hatten im vergangenen Jahr umfassende Renovierungsarbeiten auf dem Plan gestanden: So wurden etwa das Dach und die Fenster erneuert und das Turmkreuz der Sakristei vergoldet. Gemeinsam mit Ackermann feierten Ortspfarrer Lothar Anhalt und der Rektor der Ursulinen auf dem Kalvarienberg Hans Kuhn die Messe, die vom Kirchenchor Cäcilia aus Dernau unter Leitung von Markus Prange gestaltet wurde.
Anschließend ging es für den Bischof und die Gottesdienstbesucher auf den Festplatz vor der Pfarrkirche, wo sie von der Ortsweinkönigin Evelyn Creuzberg begrüßt wurden. „Die Pfarrkirche St. Johannes Apostel ist nicht nur eine schön gestaltete Fassade, sondern sie will Gott und seiner Botschaft Raum bieten“, sagte Bischof Ackermann in seiner Predigt. Manch einer frage sich vielleicht, was eine so üppig barock gestaltete Kirche noch mit der Botschaft Jesu von einem einfachen Leben zu tun habe.
In der Tat seien die Instandhaltung und auch die Nebenkosten der Kirchen sehr teuer und für Veranstaltungen seien sie meist wenig zweckmäßig, erklärte Ackermann weiter. „Aber genau darum geht es: Irgendwann haben Menschen begonnen, sich Räume für ihren Glauben, für das gemeinsame Beten zu schaffen.
Die Bauweise und die Ausgestaltung dieser Kirchenräume spiegeln auch den jeweiligen Zeitgeist wieder.“
Ein Ort für den eigenen Glauben
Das gelte es zu bewahren: Einen Ort, der nicht an seiner Zweckmäßigkeit bemessen werde, sondern der frei gehalten werde für Gott und den eigenen Glauben. „Jeder ist hier willkommen und es spielt keine Rolle, ob er jung, alt, hässlich, schön und erfolgreich ist oder am Rand der Gesellschaft lebt. Wie auch unser Glaube ist die Kirche ein Geschenk unserer Vorgänger-Generationen. Und das wollen wir heute feiern“, unterstrich Ackermann.
Dabei gelte sein großer Dank denjenigen, die sich für den Erhalt der Kirche einsetzten und dafür sorgten, dass alles so reibungslos funktioniere. Im Anschluss an die Messe dankten der Ortspfarrer Lothar Anhalt und Daniel Cox, der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Bischof Ackermann für den gemeinsamen Gottesdienst. Die Geschichte der Pfarrkirche reiche eigentlich schon viel weiter zurück - bis ins 12. Jahrhundert, schilderte Cox.
Allerdings sei die Kirche 1755 fast vollständig eingestürzt und das Kloster Marienthal habe dann nach langem Zögern den Bau einer neuen Kirche finanziert. Im zweiten Weltkrieg seien die Fenster zerstört worden, dann sei vor genau 50 Jahren der Anbau an der Südseite entstanden.
Schließlich sei die Pfarrkirche inklusive der Sakristei von 1999 bis 2004 renoviert worden. Damals wurde die alte barocke Bemalung so weit wie möglich wieder hergestellt. „Die Pfarrei Dernau hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich“, sagte Ackermann abschließend. Immerhin habe die Pfarrei schon zu den Bistümern Aachen, Köln und schließlich Trier gehört.
