St. Laurentius-Junggesellen-Schützengesellschaft Ahrweiler
Peter Ropertz krönt seine Junggesellenschützenzeit
132. Schuss brachte die Entscheidung - Konkurrent Bastian Friedrich übernimmt das Hauptmannsamt
Ahrweiler. Einen Ahrweiler Traum erfüllte sich Peter Ropertz am Sonntagabend um genau 19.49 Uhr. Nach fünf Jahren als Hauptmann, so lange wie keiner zuvor seit dem legendären und unvergessenen Klaus Bruckner in den 1970er-Jahren, errang der 27-Jährige nach einem spannenden Wettkampf mit Bastian Friedrich mit dem insgesamt 132. Schuss die Königswürde der St. Laurentius-Junggesellen-Schützengesellschaft Ahrweiler.
Friedrich scheiterte damit zwar das dritte Mal in Folge in der Quarzkaul oberhalb des Klosters Kalvarienbergs beim Wettbewerb mit der 16-Millimeter-Büchse auf den hölzernen Königsvogel. Der ehemalige „Niddehöde“ Zugführer (2008) und Tambourmajor der Gesellschaft (2008-2010) kann sich jedoch mit dem Hauptmannsamt trösten, das er von Ropertz übernimmt und bis zur turnusmäßigen Wahl 2014 bekleiden wird.
Peter Ropertz übernahm im Festzelt Königskette und Zepter von Vorgänger Christoph Holzberger. Vor Beginn des Schießens hatte er - noch als Hauptmann der Gesellschaft - dessen Verdienste im zurückliegenden Jahr gewürdigt. Nun wird er selber als nunmehr 65. Nachkriegskönig weiter die Geschicke der Gesellschaft mitbestimmen, so wie er das auch in seiner Hauptmannszeit prägend getan hat.
Zweieinhalb Stunden Wettkampf
Prägend war an diesem Dreifaltigkeitssonntag auch das Wetter. Dauerregen und bescheidende Temperaturen machten den Tag für die Junggesellen zu einer Herausforderung und erhöhten den Spaßfaktor nicht unbedingt. Dennoch war die Stimmung in ihren Reihen und unter dem allerdings im Vergleich zu manchem Vorjahr reduzierten Publikum erstaunlich gut. Wusste man doch, dass angesichts der beiden beliebten und seit Jahren in der Gesellschaft engagierten Kandidaten auf jeden Fall eine würdige Majestät das Schießzelt verlassen würde.
Gut zweieinhalb Stunden nach Beginn des Schießens wurde der neue Schützenkönig auf den Schultern der Fähnrichsbegleiter den gespannten Zuschauern präsentiert. Zu den ersten Gratulanten gehörten natürlich seine Eltern Ulrike und Heinz Ropertz.
Der 27-jährige „Ovvehöde“ ist auch außerhalb der Junggesellen-Schützengesellschaft kein Unbekannter in Ahrweiler. Neben seinem Theologiestudium engagiert er sich als Mitglied der CDU-Fraktion im Stadtrat von Bad Neuenahr-Ahrweiler. Außerdem gehört er der zehnköpfigen Dingelgruppe von St. Laurentius an, die vor kurzem mit einem „Dingelfestival“ ihr 25. Jubiläum feierte - moderiert hoch aus dem Turm der Ahrweiler Pfarrkirche heraus eben von Peter Ropertz.
Drei Böller und ebenjenes Geläut von Sankt Laurentius, das Ropertz auch per Hand zu dingeln weiß, verkündeten am Abend dann auch den Bürgern von Ahrweiler: „Es gibt einen neuen König.“ Traditionell eilten alle, wie stets dann zum Ahrtor und stellten sich in der Ahrhut auf, als die neue Majestät unter den Klängen des Kirchenlieds und Ahrweiler Schützenhymne „Tochter Zion“ durch die Gassen aus brennenden Pechfackeln in die Stadt einzog. Das Klappern der Schlüssel als Ersatz für die kirchlichen Schellen gehört ebenso dazu wie das anschließende Überreichen von Blumen durch Mädchen und Frauen aus Ahrweiler an den frischgebackenen König. Sichtlich wohl schien sich Ropertz schnell in seiner neuen Rolle zu fühlen.
Nach den Ovationen der Bevölkerung machte der neue Junggesellen-Schützenkönig anschließend sowohl Dechant Jörg Meyrer seine Aufwartung als auch Bürgerschützen-Hauptmann Willi Busch. Danach feierten die Junggesellenschützen noch weiter bis in den Morgen.
Jubiläumshauptmann
Im Junggesellenverein und in der Schützengesellschaft ist Ropertz übrigens seit vielen Jahren aktiv. Bei den Ovvehöde Jonge trat er 2002 ein und zog 2005 als Zugführer für den Verein „aus dem goldenen Westen“ der Stadt, wie man sich dort selbst besingt, auf. Es folgten zwei Jahre als Königsbegleiter, bevor er seit 2008 an der Spitze der Gesellschaft stand und sich 2010 das erste Mal beim Wettstreit um den hölzernen Königsvogel versuchte. Im vergangenen Jahr schließlich führte er als Hauptmann die 400-jährige Schützengesellschaft durch ein ereignisreiches und rundum gelungenes Jubiläumsjahr.
Der neue Hauptmann Bastian Friedrich, mit 26 Jahren kaum jünger als Ropertz, trat 2001 bereits als 14-Jähriger beim Junggesellen-Tambourcorps ein, zwei Jahre später dann bei den Niddehöde Jonge. 2006 vertrat er die Niederhut im Vorstand der Schützengesellschaft, 2007 und 2009 war er Vereinsvertreter des Tambourcorps. In seiner Brust schlagen frei nach Goethe also zwei Herzen: für seinen Junggesellenverein und für „de Mussik“. Das zog sich auch später fort: 2008 stand er als Zugführer der Niederhut und 2010 bis 2012 als Tambourmajor an der Spitze zweier verschiedener Züge beim Schützenfest. Nun also gilt es für den Anlagemechaniker in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, auch die restlichen vier Züge würdig zu vertreten - einen weniger als noch Ropertz in den Vorjahren, nachdem die Addemechshöde Jonge mangels Vereinsmitgliedern erstmals seit Jahrzehnten keinen Zug beim diesjährigen Schützenfest stellen.
Christoph Holzberger bei der Übergabe der Königskette und des Zepters an Peter Ropertz. Fotos: -FIX-
Peter Ropertz übergibt sein Hauptmannsamt an Bastian Friedrich.
