Amazing Shadows verzauberten mit ungewöhnlicher Show
Schattentanz zwischen Magie und Poesie
Kreisstadt. „Ihr Stern ging im amerikanischen Fernsehen auf. In der US-Ausgabe des Supertalents („America´s Got Talent“) trat der Tänzer, Schauspieler und Choreograph Adam Battelstein mit seiner Tanztruppe auf - und das Publikum und die Jury standen Kopf.
Als lebende Schatten zauberte das Ensemble Bilder auf die Leinwand, die man so noch nicht gesehen hatte. Nun ist das Spektakel auch auf der Bühne zu erleben. Im Rahmen einer großen Tournee gaben die „Amazing Shadows“ ihre tänzerische Visitenkarte im Kurtheater ab. Und auch hier gab es Begeisterungsstürme. Ein Vorhang musste sich nicht heben, als pünktlich im Kursaal das Programm begann. An der Bühnenrampe war eine große, helle Projektionsfläche aufgebaut, hinter der die Tänzer agierten. Das Spiel mit Licht und Schatten begann klassisch - mit der Darstellung der vier Jahreszeiten, begleitet von der Musik Antonio Vivaldis. Frühling, Sommer, Herbst und Winter wurden mit den passenden Bildern untermalt. Quakende Frösche, blühende Blumen und flatternde Schmetterlinge standen für das erwachende Jahr, Badeleben für die Zeit der Hitze, fallende Blätter und grinsende Kürbisse für den Oktober, im Schnee tobende Menschen für die kalte Zeit.
Ein perfekter Auftakt, von mehrfachem Szenenapplaus unterbrochen. Auf einem chinesischen Märchen fußte die zweite Nummer, in der eine Tänzerin und ein Tänzer versuchten, das Spiegelbild des Mondes - dargestellt durch einen großen Ballon - zu fangen. Spätestens bei dieser Sequenz wurde klar, dass alle Mitwirkenden eine klassische Tanzausbildung haben. Denn bei aller Technik durch Lichteffekte und Videoprojektion mag man manchmal fast vergessen, welche choreografischen Anforderungen der Auftritt verlangt. Die rasch wechselnden Bilder benötigen darüber hinaus eine enorme Präzision.
Dies wurde vor allem beim „Spy“, der letzten Szene vor der Pause deutlich. In einer humorvollen Geschichte wird über das geheime Doppelleben einer Frau erzählt, die als Hausfrau und Spionin atemberaubende Abenteuer erlebt. Ein visuelles Spektakel der Extraklasse, hingezaubert mit geradezu spielerischer Leichtigkeit, sicher einer der Höhepunkte eines ohnehin schon magischen Abends. Im zweiten Teil kamen alle Freunde der Poesie auf ihre Kosten. Die Abschiedsreise eines Jungen war eine zu Herzen gehende Liebeserklärung an alle Eltern, „11/9/89“ ließ - untermalt von Winds of Change von den Scorpions - den Mauerfall eindrucksvoll wieder aufleben, auch „Milestones“ war großes Tanztheater der Gefühle. Schwungvoll, lustig und temporeich dann zum Abschluss eine Reise um die Welt, vorbei an Paris, Ägypten und Venedig, bis auf den Mond ging die große Fahrt, Hauptsache, der Teddy war immer dabei. Am Ende kam das Ensemble - sechs Tänzerinnen und drei Tänzer aus Singapur, USA, Kanada und Chile - kurz vor die Projektionsfläche, um den Applaus des restlos begeisterten Publikums entgegen zu nehmen. Die folgende Zugabe war eine Wiederholung des eben gezeigten, kompletten Abendprogrammes, vorgeführt in einer nur wenige Minuten dauernden Kurzfassung, was für ein Finale eines großartigen Abends, amazing.
Das Schattenspiel entführte dabei in eine spannende Welt.
