Bekannte Künstler lasen Krimis in Krälingen, Eifel
Schaurig-schöneGeschichten in schummriger Scheune
Krälingen. „War die Leiche kalt oder war die Suppe kalt?“ Diese Frage stellten die drei Künstler Karyn Ostholt-Haas, Manfred Haas und Michael Althausen, in einer Krimi-Lesung, die als „Amuse gueule“ (Vorspeise) zu einer Hauptlesung diente, die später am Abend folgte. Die ausverkaufte Aufführung fand natürlich nicht in einer Scheune statt, sondern in der „Alten Krähe“, einem vormaligen Bauernhof in Unter-Krälingen, den die Besitzer Gabi Langen und Christoph Steeger liebevoll restauriert haben, und den sie jetzt als Cafe, Kneipe und Bistro betreiben. Die ältesten Gebäudeteile des ehemaligen Roade-Hofes in „der Herrlichkeit Vischel“ stammen noch aus dem 18ten Jahrhundert und boten damit ein passendes Ambiente für die Krimi-Lesungen des Litera-Tour Terzetts. Der Abend begann um 18 Uhr mit der Vorstellung der Künstler zu der Musik der Fernseh-Serie Tatort.
Vorstellung der Künstler
Karyn von Ostholt-Haas dürfte vielen Lesern aus populären Fernseh-Episoden bekannt sein, wie „Hotel Paradies“, „Traumschiff“, „Insel der Träume“, „Ein Heim für Tiere“, „Die Wache“, „Schwarz greift ein“, „Der Fahnder“, „Stunde der Entscheidung“, „Stadtklinik“, „Feuerbach“, und „Der kleine Mönch“. In den letzten Jahren spielte sie auch in Soaps wie „Jede Menge Leben“, „Verbotene Liebe“, „Sturm der Liebe“ und „Marienhof“ durchgehende Rollen. Im Gespräch mit Blick Aktuell erzählt sie, das sie schon immer Schauspielerin werden wollte. Sie erhielt ihre Ausbildung mit Hilfe eines Stipendiums an der bekannten Max-Reinhardt-Schule in Berlin. Bereits während der Lehrzeit spielte sie an der Seite von bekannten Künstlern wie Heinz Rühmann und Peter van Eyck. 1960 folgt ihr erstes Engagement nach Basel, wo sie in der Uraufführung „Der Nerz“ die Marie Paule spielte. Es folgten Engagements am Landestheater Coburg, im Schauspielhaus Bochum (unter Hans Schalla); im Stadttheater Bern, am Staatstheater Wiesbaden (unter Helmut Drese) und am Staatstheater Kassel (unter Uli Brecht). Nach drei-jähriger Mutterschaftspause folgten ab 1973 Aufführungen in Stuttgart, an der Komödie im Maquardt; in Köln im Theater am Dom; in der Komödie Frankfurt; in München, Komödie am Max 2; Berlin, Theater am Kurfürstendamm, Renaissance Theater; Hamburg, Kleine Komödie und viele mehr. Mittlerweile schreibt die vielseitige Künstlerin auch Theaterstücke und Drehbücher und seit 2009 arbeitet sie als Theater-Regisseurin. Im Burghof-Theater Stolberg bei Aachen werden ihre Stücke unter anderem aufgeführt. Aus Ehemann Manfred Haas, dessen berufliche Karriere als Jurist begann, ist mittlerweile ein talentierter Schauspieler geworden, für den Karyn Ostholt-Haas gerne eigene Rollen in ihren Theaterstücken schreibt. Michael Althausen (gebürtig aus Bonn) ist Theaterschauspieler und Synchron-Sprecher, Mitbegründer des Kabaretts Camouflage und der „Playbackboys“. Er erklärte den Unterschied zwischen Kabarett und Cabaret wie folgt: „Cabaret ist oben ohne und Kabarett ist oben mit.“ 25 Jahre, so berichtete er, war er im Kabarett tätig und er sieht sich als „Theater-Mensch“, das ist jemand, der sich auch den Nebenjobs widmet, die nötig sind und sich selbst zum Putzen nicht zu Schade ist. Irgendwann wies ihn jemand darauf hin, dass er alle Facetten der Kunst in seinen Aufführungen zeige, aber nicht die Zauberei. Das nahm sich der Künstler zu Herzen; er wurde Mitglied im magischen Zirkel und lernte zu Zaubern. „Aber nicht für Kinder,“ sagt er. Seit drei Jahren veranstaltet er Lesungen mit dem Litera-Tour-Terzett. Als Bildhauer arbeitet er mit Holz, Gasbeton, Speckstein und Alabaster. Gemeinsam mit seiner Frau Rebecca hat er 2014 den Kunstraum in Wormersdorf eröffnet, der als Plattform für andere Kunstschaffende dient und für Ausstellungen zur Verfügung steht.
Die Krimi-Lesung
Die Krimi-Lesung bestand aus drei Stücken und begann mit einem kurzen Stück über einen Kellner, der wegen einer kalten Suppe erschlagen wurde. Es folgte nach Unterbrechung für ein köstliches Abendmahl, eine weitere Geschichte über eine Polizisten-Gattin, die die Mordwaffe, mit der sie den abtrünnigen Gatten erschlug, in ein Abendessen umwandelt. Zu guter Letzt wurde ein Krimi gelesen, der in Frankreich spielt. Zwei alte Weinbauern aus der Champagne verdächtigen sich gegenseitig, den Liebhaber ihrer gemeinsamen Freundin umgebracht zu haben. Doch sie haben beide unrecht. Es war alles ganz anders. Wer die Geschichten selber hören möchte, hat sicher Gelegenheit dazu, an anderer Stelle und zu anderer Zeit. Sogar auf dem Traumschiff Queen Mary II ist das Litera-Tour-Terzett unterwegs zum Nord Kap, Geschichten-lesend, selbstverständlich.
Von links nach rechts: Manfred Haas, Karyn Ostholt-Haas und Michael Althausen.
