Scheich „Peter der Schöne“ zog sämtliche Blick auf sich
Beste Stimmung beim karnevalistischen Kaffeeklatsch der Katholischen Frauengemeinschaft
Bad Neuenahr. Allein die Dekoration war eine Augenweide: Bunt, schrill, orientalisch - der Pfarrsaal St. Pius glich einem Traum von 1001 Nacht, als die Katholische Frauengemeinschaft (KFD) der gleichnamigen Gemeinde wieder zum traditionellen karnevalistischen Kaffeeklatsch eingeladen hatte. Haremsdamen, Suleikas und so manch ein Scheich in apartem Kostüm säumten den Saal, der wieder bis auf den letzten Platz gefüllt war. Die Katholische Frauengemeinschaft hatte wieder ein abwechslungsreiches Programm mit Vorträgen waschechter Pius-Eigengewächse auf die Beine gestellt. Ebenfalls anwesend: Pastor Peter Dörrenbächer als Chef „Scheich Peter der Schöne“, der gemeinsam mit den Haremsdamen der KFD samt ihrer Vorsitzenden Anne Ahrend zu passenden orientalischen in den Saal einzog. Die bunt kostümierten Jecken wurden mit einer kurzen Tanzdarbietung der „Zuckerpuppen aus der Bauchtanzgruppe“ auf das diesjährige Motto eingestimmt. Matthias Glampe als „Wüstensohn“ am Klavier erwies sich als die perfekte musikalische Begleitung. In gekonnt souveräner Manier moderierte Liesel „Leila“ Gering das mehr als vierstündige Programm.
Zahlreiche Höhepunkte
Den Auftakt in einen langen karnevalistischen Nachmittag machte Karin Beissel mit ihrem Vortrag „Ja gäb‘ es keine Senioren mehr“ über die munteren älteren Semester, die noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Die Narren auf ihrer Seite hatten auch Susanne Rabe, Anne Weingard, Martina Schönewald und Petra Adeneuer mit einer ungewöhnlichen Blitzvermählung auf dem Standesamt - getreu dem Motto: „Wo die Liebe hinfällt.“ Viel Zeit blieb den überaus gut gelaunten Damen und Herren im Saal nicht, sich zurückzulehnen. Denn schon trumpften die beiden Karnevalsgranaten, die Urgesteine des St. Pius-Karneval, Gisela Weber und Rosemarie Lingen, mit ihrer Darbietung „Oma und Opa“ auf. Dafür gab’s prompt die erste Rakete und viel Applaus. Die vier „Exen“ der Pfarrei (Markus Annen, Michaela Mannebach, Sr. Kerstin-Marie Berretz und Christopher Hoffmann) zogen die Narren mit ihrem musikalischen Vortrag „Die Eierquell“ in ihren Bann und reizten die Lachmuskeln des bunt kostümierten Publikums. Eine „Glaubensprüfung“ unterzogen sich ein Küsterehepaar beim der Visitation des Weihbischofs, nicht ohne zuvor vom zuständigen Pfarrherrn ermahnt zu werden, ihn bloß nicht zu blamieren. Mithilfe eines Rasenmähers wurden auch die kniffligsten Fragen mit Bravour gelöst, trieben dem Pastor die Schweißperlen auf die Stirn und dem Publikum die Lachtränen in die Augen. Zum Kalorienverbrauch ging es nach Kaffee und Kuchen erst einmal auf zur Polonaise.
Altbewährtes Schunkelprogramm
Der „Ahrtal-Hansi“ sorgte altbewährt für das entsprechende Schunkelprogramm, bevor der Startschuss für die zweite Hälfte einer fröhlich-ausgelassenen Sitzung fiel. Petra Adeneuer als Betreuerin jagte ihre Anbefohlenen im Sketch „Der Pflegenotstand“ drakonisch durch die tägliche Körperpflege. Den Sparmaßnahmen im jecken Seniorenheim wollte sich einer nicht unterordnen und verweigerte in stoischer Haltung jegliche Pflegemaßnahme - Pastor Peter Dörrenbächer alias „Dreckspatz“. Was man im Urlaub auf dem Fahrrad so alles erleben kann, brachte Anne Ahrend sehr zur Erheiterung des Publikums in Erfahrung. Mit familiärem Anhang und Schwiegermutter im Schlepptau machte sie sich auf den Weg über die Grafschaft ins Sauerland. Da musste sie schon ein gutes Nervenkostüm haben, um dem permanenten Gequengele und den täglichen Blessuren ihrer Lieben Herr zu werden. Bei ihrer klamaukhaften Schilderung hatte sie die Lacher voll auf ihrer Seite.
Drunter und drüber ging es beim Sketch „Die Ferkelzucht“, hatte sich doch die reiche Erbtante (Petra Adeneuer) bei ihrer Verwandtschaft (Beate Stadtfeld und Daniela Dostert) überraschend selbst eingeladen und überglücklich den Nachwuchs im Kinderwagen als potenziellen Erben begrüßt. Was, wenn dieser sich als Ferkel entpuppen würde? Im Saal kochte die Stimmung, begeistertes Klatschen und enthusiastische Raketen verwandelten den Pfarrsaal in eine kleine Karnevalshochburg. Mit guten Vorsätzen ging Pastor Dörrenbächer, der an diesem Nachmittag in zahlreiche Rollen schlüpfte, ins neue Jahr. Sein Ziel: Eine Traumfigur. Leidvoll berichtete er, wie sein Körper gegen die auferlegte Diät rebellierte und sich der Zeiger der Waage nur im Schneckentempo nach unten bewegte. Pastor Dörrenbächer bewies dabei echte Büttenrednerqualitäten. Was passiert, wenn man im sonntäglichen Notdienst mit der besseren Hälfte beim Tierarzt landet, gaben Claudia Pinger, Eva Pfanner und Anne Ahrend in ihrem Sketch „Der Arztbesuch“ zum Besten. Mit ihrer Verwechslungsgeschichte brachten sie die Lachmuskulatur der bestens gelaunten Jecken im Saal auf Höchstspannung. Beim „Bettflaschensong“ gab es keine kurze Verschnaufpause, als die Damen der KFD im Schlummer-Outfit mit entsprechend präparierten Wärmflaschen einzogen und deren Vorzüge anpriesen.
Stimmungsvolles Finale
Mit dem bereits siedenden Stimmungsbarometer war es für die KG Bachem samt Lieblichkeit Prinzessin Beate II. und der Kinderprinzessin Eva I. ein Leichtes, die Laune auf dem Höhepunkt zu erhalten. Ein Augenschmaus war ihre farbenfroher Augenschmaus, bevor immer wieder Kölsche Tön noch einmal zum Mitmachen und Mitsingen animierten. Beim stimmungsvollen Finale zogen alle Aktiven als Haremsdamen mit ihrem Scheich auf die Bühne und verabschiedeten das begeisterte Publikum. Dankesworte richtete der KFD-Vorstand insbesondere an alle fleißigen Kuchenbäckerinnen und Helferinnen, die maßgeblich zum Gelingen der Traditionsveranstaltung beigetragen haben. Ihnen galt ein tobender Applaus zum Abschluss der Sitzung, der einmal mehr verdeutlicht, welch hohen Stellenwert der karnevalistische Kaffeeklatsch der KFD St. Pius in der Ortsgemeinschaft besitzt. Eine Neuauflage im nächsten Jahr ist daher bereits fest eingeplant.
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