Schiller - einfach klassisch!
Tagebucheintrag zur Ballade › Die Kindsmörderin
Ahrweiler. Unter dem Motto: "Schiller - einfach klassisch!" beschäftigten sich die Schüler und Schülerinnen der Realschulklasse 9 der Erich Kästner Realschule plus intensiv mit Friedrich Schiller und lernten dabei mittels aufschlussreicher und vor allem kreativer Zugänge den politischen Menschen Schiller, der Autor berühmter Dramen, den Dichter spannender Balladen, aber auch den Erzähler witziger Anekdoten und erstaunlicher Kriminalgeschichten kennen. "Ich bin ein richtiger Fan von Schiller geworden, das hätte ich niemals gedacht!", konstatierte eine Schülerin nach der Lektüre verschiedener Balladen. Im folgenden ein Auszug aus einer Schülerarbeit:
Tagebucheintrag zur Ballade › Die Kindsmörderin
Liebes Tagebuch, ich bin untröstlich - meine beste Freundin Luise wurde am frühen Morgen hingerichtet. Ich sehe es noch vor meinen Augen, wie ihr weißes Gewand Feuer fing und die Flammen sie verschlangen. Es war ein schrecklicher Anblick. Das Letzte, was sie zu mir sagte war: Auch wenn ich den Flammentod sterben muss, werde ich Joseph verzeihen und in Frieden von der Erde gehen. Wie kann sie dem Mann, der ihr das Schlimmste angetan hat, nur vergeben? Ich verstehe das nicht. Am liebsten würde ich losziehen, um ihn zu suchen und Luise zu rächen. Aber das würde sie nicht wollen, sie würde nicht wollen, dass mich danach das gleiche Schicksal ereilt. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass Joseph sie verraten hat. Er ist doch zu allem fähig. Das Kind dagegen konnte doch nicht dafür. Du hättest sehen sollen, wie unschuldig es in ihren Armen lag und hilflos schrie. Sie war so ohne jegliche Hoffnung, doch das Kindchen umzubringen war der falsche Weg. Jetzt sieht man ja, wo das hingeführt hat. Zur Not hätte ich es auch genommen.
Meine Eltern würden mich unterstützen und mir dabei helfen, den Bastard und mich durchzubringen. Aber Luise hilft nichts mehr.
