LitGruppe im SNW thematisiert Wolfgang Borchert
„Schischypusch oder der Kellner meines Onkels“
Veranstaltung am 16. April um 15.30 Uhr in der Villa Sibilla
Kreisstadt. „Schwei Aschbach, ein Schelter oder Brausche, bitte schehr“ - mit diesen Worten beginnt eine ungewöhnliche Freundschaft, allerdings erst nach einer handfesten Auseinandersetzung. Die Kurzgeschichte „Schischypusch“ von Wolfgang Borchert trägt autobiografische Züge.
Der fünfjährige Wolfgang besucht zusammen mit seiner Mutter und seinem Onkel Hans einen Biergarten. Infolge einer Kriegsverletzung im Ersten Weltkrieg musste dem Onkel ein Bein amputiert werden, auch seine Zunge wurde verletzt, sodass er lispelt. Der Kellner, der diese Gäste bedient, lispelte auch, allerdings seit seiner Geburt. Wie bekannt, kam auch Wolfgang Borchert nach dem Zweiten Weltkrieg verletzt und schwer krank zurück in seine Heimatstadt Hamburg. Unterstützt von seinen Eltern, schrieb er in kurzer Folge Gedichte, Kurzgeschichten und Theaterstücke. Das Drama „Draußen vor der Tür“ schrieb er in acht Tagen. Seine Mutter bat ihn eindringlich, nicht immer über seine Kriegs- und Gefängniserfahrungen zu schreiben, sondern auch einmal etwas Leichtes, etwas Heiteres. Nach einem dieser Gespräche erinnerte sich Borchert offensichtlich wieder an die Begebenheiten mit seinem Onkel Hans, den er sehr bewunderte, und schrieb „Schischypusch“ innerhalb kurzer Zeit. Das Manuskript übergab er seiner Mutter mit den Worten: „Hier hast Du Deine lustige Geschichte“.
In der nächsten Veranstaltung der LitGruppe im SNW geht Günther Schmitt auf das kurze, von Krankheit geprägte Leben von Borchert ein und trägt seine ungewöhnlich heitere Erzählung „Schischypusch“ vor, Lachtränen inbegriffen. Das Treffen findet am Donnerstag, 16. April um 15.30 Uhr in der Villa Sibilla statt.
