Politik | 24.03.2026, 15:31 Uhr

Herausforderung Schwangerschaftsberatung

Schwangerschaftsberatungsstelle in Ahrweiler: Aktuelle Herausforderungen und Bedarf an Prävention

Susanne Müller (links) und Pia Seeliger
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Die SPD-Landtagsabgeordnete Susanne Müller informierte sich in der Schwangerschaftsberatungsstelle donum vitae in Ahrweiler über die steigenden Beratungsanfragen und die alarmierenden Gewaltzahlen. Trotz der hohen Nachfrage fehlen Kapazitäten für präventive Maßnahmen, insbesondere an Schulen.

Ahrweiler. Die Landtagsabgeordnete Susanne Müller (SPD) besuchte die Schwangerschaftsberatungsstelle donum vitae in Ahrweiler, um sich über die aktuelle Situation und Herausforderungen der Beratungsarbeit zu informieren. Anlass war unter anderem die neue Leitung am Standort.

Die Beratungsstelle verfügt derzeit über eine Vollzeitstelle, verteilt auf zwei Teilzeitkräfte, sowie eine Verwaltungskraft in Teilzeit. Angesichts der hohen Nachfrage sind die Kapazitäten ausgelastet. Besonders häufig sind Schwangerschaftskonfliktberatungen nach §219 StGB. Alarmierend ist zudem, dass etwa jede zweite Frau angibt, Gewalt erfahren zu haben. Müller verweist auf ähnliche Befunde aus Kriminalstatistik und Studien: Fast jede zweite Frau erlebt im Laufe ihres Lebens psychische Gewalt, rund 18 Prozent körperliche Gewalt – angezeigt wird jedoch nur ein kleiner Teil.

Für Präventionsarbeit, etwa an Schulen, bleibt kaum Zeit, obwohl diese wichtig wäre, um Jugendlichen frühzeitig Grenzen, Selbstbestimmung und ein gesundes Sexualleben zu vermitteln.

Hohe Beratungsnachfrage in Ahrweiler nach Flutkatastrophe

Das Beratungsaufkommen in Ahrweiler ist seit Jahren überdurchschnittlich hoch und hat sich nach der Flut weiter verstärkt. Gründe sind unter anderem finanzielle Belastungen durch Wiederaufbau, Arbeitsplatzverluste und psychische Folgen.

Standortleiterin Pia Seeliger betonte die Bedeutung einer ruhigen, vertrauensvollen Atmosphäre, da viele Frauen mit großen Ängsten in die Beratung kämen.

Müller dankte den Mitarbeiterinnen für ihr Engagement und betonte: „Gewalt ist kein privates Problem, sondern ein Angriff auf Sicherheit, Freiheit und Gleichstellung. Wir müssen Schutz- und Hilfestrukturen weiter ausbauen und Prävention stärken.“

Susanne Müller (links) und Pia Seeliger Foto: Christina Sönksen

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