Senat der KG Blau-Weiss Neuenahrer Schinnebröder
„Senat auf Bildungsreise“
Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Standort – Goslar Die Senatoris um Präsident Dr. Rainer Böhm, Engelbert Felk, Jochen Hülsmann und Josef Rosenstein, enterten am Donnerstag, 18. Juni, 6.45 Uhr, „Günnis-Tourbus“. Ziel dieser Bildungsreise war die Kreisstadt Goslar in Niedersachsen. Deren Altstadt gehört zu den Weltkulturerbestätten der UNESCO. Touri Rainer Jakobs hatte ein umfangreiches Programm zusammengestellt.
Station 1 - WILVORST in Northeim entwickelt und fertigt hochwertige Markenbekleidung am Standort Deutschland, bildet aus und investiert; größte Anzuganfertigung in Deutschland. Der Gruppe wurden die einzelnen Arbeitsschritte der Fertigung eines Anzuges vermittelt. Ein spannender Einstieg in den ersten Tourtag.
Station 2 - Einbeck Brau- und Fachwerkkunst kennzeichnen die ehemalige Hansestadt. Die Senatoris bestaunten das malerische, bestens erhaltene mittelalterliche Zentrum mit den 400 farbenprächtigen restaurierten, reich verzierten Fachwerkbauten.
Station 3 - Einbecker Senfmühle produziert inmitten der Altstadt in traditionellem Steinmahlverfahren. Nur Rohstoffe aus biologischem Anbau werden handwerklich verarbeitet. Die Schinnebröder erlebten eine variantenreiche und leckere Senfprobe.
Station 4 - Einbecker Brauhaus AG Seit 1378 wird hier gebraut. Die älteste noch vorhandene Rechnung über den Verkauf von zwei Tonnen Einbecker Bier datiert auf den 28. April 1378. Vom ordnungsgemäßen Zustand des vielfältigen Warenangebotes überzeugten sich die Senatoris im Brauerei-Keller. Dort wurde nach Art „fünfte Jahreszeit“ angemessen gefeiert. Brauereiführerin Ann-Kathrin outete sich als Mitglied der hiesigen KG, einer Alaaf-Exklave im Südharz. Die Prinzen reagierten umgehend mit einem Kniefall-Ständchen „Oh, Oh Katrin, ich han mich verlore, verlore an dich“ (Bläck Fööss).
Station 5 - VW Braunschweig der älteste Standort im Konzern mit 5700 Beschäftigten. Die Karnevalisten erhielten am Freitagmorgen Einblick in: Fertigung von Achsen, Bremssystemen, Lenkungen, Kunststoffteilen, Fahrzeugkomponenten sowie den Werkzeug- und Maschinenbau.
Station 6 – Wolfenbüttel - Jägermeister Firmensitz seit 1878. Im Zuge einer beeindruckenden kurzweiligen Führung trat die Truppe in das Innerste des Unternehmens ein. Curt Mast entwickelte 1934 die Rezeptur mit natürlichen Zutaten. Der Grundstoff aus 56 Kräutern wird im Stammwerk Wolfenbüttel hergestellt. Mit hochwertigsten Rohstoffen stellen die Destillateure durch exaktes Auswiegen der Anteile nach Vorgaben des traditionellen Rezepts verschiedene Trockenmischungen her. Diese werden über Wochen durch eine schonende, kalte Mazeration extrahiert. Probe zwar Fehlanzeige, dafür freuten sich die Senatoris über prima Gastgeschenke.
Station 7 – Goslar - Butterhanne Im 500 Jahre alten Gildehaus der Filzhutmacher, direkt am romantischen Marktplatz, erzählen die Malereien in den Gasträumen die Geschichte Goslars. Hier genossen die Prinzen Harzer Leckereien.
Station 8 – Braunlage - Monsterroller Samstagmorgen mit der Wurmbergseilbahn auf den Berg. Ein überdimensionierter, stollenbereifter „Tretroller“ mit Scheibenbremsen garantierte den ultimativen Kick für die Neuenahrer „Quaxe“. Helm auf und schon begann die wilde Abfahrt - über Stock und Stein, Wellen und Hügel, mit Sprüngen auf einer eigens präparierten Piste. Während der 4,5 Kilometer langen und rasanten Abfahrt überbrückten sie 411 Höhenmeter. Geschafft, Helden waren geboren. Doch ein „Willi“ aus Josef`s Medizinschrank tat nun Not.
Station 9 – Glashütte in Clausthal-Zellerfeld in der Alten Zellerfelder Münze (17. Jh.) Glasschleifer, Glasgraveure und Glasmacher erarbeiten frei Hand Unikate; kleine Abweichungen in Form und Farbe machen den besonderen Reiz der Glasprodukte aus. Hautnah vermittelte Frau Yamamoto die Kunst des Glasmachens, stellte den Blau-Weißen gewachsenes, gestaltetes Studioglas vor, pure Ästhetik. Nicht die Perfektion der Maschine, sondern handgemachtes Kunsthandwerk live vor Ort. Ein „Büroglas“ mit Namensgravur gab es noch als Tschö-Geschenk.
Station 10 – Goslar - Weltkulturerbe Bergwerk Rammelsberg Tollitäten tauchten 90 Minuten im „Roeder-Stollen“ unter Tage ab, in die geheimnisvolle Atmosphäre der Rammelsberger Untertagewelt und die bezaubernde Farbenpracht ihrer Minerale. Johann Christoph Roeders „Stollensystem“, über 200 Jahre alt, wurde zu Fuß bewältigt.
Eine beeindruckende Maschinerie aus Strecken, Wasserrädern und Schächten. Die Senatoren folgten dem Weg des Wassers, das in den Berg geleitet wurde, um vier Räder in Bewegung zu setzen. Zwei dieser Räder dienten der Erzförderung, die beiden anderen der Hebung der Grubenwässer. Die Tollis waren hoch beeindruckt von einer fremden Welt gepaart mit großem Respekt für die Menschen, die dort geschuftet haben!
Station 11 – Goslar - Brauhaus Samstagabend Prinzen-Klausur im Gosenbräu, in einem historisch-modernen Ambiente im denkmalgeschützten Haus von 1720, unter zur Hilfenahme von Gose, das Harzer Urbier, Rammelsberger Pils und alten Goslarer Spezialitäten.
Die wesentlichen Tagesordnungspunkte der Klausur wurden eifrig abgearbeitet. Mit einem kräftigen „Goseanna!“ wurde der Abend beschlossen.
Station 12 – Goslar – Klosterbrennerei Wöltingerode Sonntagmorgen. Start mit einer ausführlichen Führung durch die historische Klosterbrennerei mit Verkostung. Hierbei erfuhren die Schinnebröder vieles über die Geschichte des Klosters, der Landwirtschaft des Klostergutes, über die Klosterkammer-Stiftung und nicht zuletzt über die Kunst des Brennens des 96-prozentigen Destillats und der Likörbereitung. Der Brennereiführer, ein ausgewiesener Fachmann, entpuppte sich als Comedian der Spitzenklasse. Eine ausgedehnte Verkostung begleitet von einem TOP-Entertainer wurde zu einem unvergesslichen Erlebnis!
Station 13 – Fuldabrück-Dörnhagen - Fuldabrücker Landbrauerei Abschlussveranstaltung: Eine unabhängige Privatbrauerei. Idee, Planung, Ausführung wurden aus Liebe zu ihren Produkten verwirklicht. Die Senatoren, ausgewiesene Bierkenner, prüften die regionale Bierkultur -im Rahmen einer Führung- akribisch.
Station – nix mehr – Während der Hin- und Rückfahrt sowie zwischen den Stationen gab es eine volle Ladung Entertainment. Zeit zum Durchatmen Fehlanzeige. Lediglich am Freitagnachmittag hatten die Senatoren zwei Stunden Freigang. Ein eigens für die Tour gefertigtes Liederheft mit umgedichteten Texten brachte so manche Tenor-, Alt-, Sopran-, Bass- oder sonstige undefinierbare Mix-Stimmlagen zutage. Ein Graus für den Fachmann, ein Drama für die Zuhörer, ein Riesenspaß für die Beteiligten. Mit dem Schmettern des vom Touri frisch gekochten und servierten Tourliedes endete die Tour. Die Aufarbeitung dieser Tour in Form einer zweiten Klausur findet am ersten Augustsamstag bei Senator „Angel“ Felk statt. Nach vier Tagen strengstem Touri-Regiment, nahmen die Senatoren beim Ausstieg zur Kenntnis, dass Busfahrer Günni, alle Blau-Weißen sach- und fachgerecht aus dem Senatsbus entsorgt hatte.
